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20170208 IMG 7312Nach 24 Jahren sollte es mal wieder in das hochgelobte Land gehen. Doch New York City war eigentlich nicht unbedingt das vorrangige Ziel. Die Auswahl an Direktflügen in die USA ist von Berlin aus allerdings recht überschaubar (da immer noch kein Internationaler Airport verfügbar) und für ein paar Tage macht ein extrem langer Flug oder ein Umsteigen keinen großen Sinn. Der Zeitverlust wäre dabei einfach zu groß. Nach etwas Recherche fand ich eine gute Kombination mit Flug und Hotel, 7 Tage New York weit unter 1000 Euro. Allerdings dürfte der günstige Preis auch dem Umstand geschuldet sein, dass die Jahreszeit nicht unbedingt die Beste und Beliebteste ist. Im Sommer ist es  kaum möglich über diesen Zeitraum etwas halbwegs Vernünftiges unter 1500 Euro zu bekommen. Eine reine Städtereise zu dem Preis wäre es mir nicht wert. Für die Summe würde ich dann schon lieber einen All inklusive Bums - und Saufurlaub in der Karibik vorziehen.

Mit AirBerlin ging es also zu einer zivilen Uhrzeit über den großen Teich. Zuvor habe ich mir als Extraleistung bei AirBerlin einen etwas komfortablen Sitzplatz gegönnt, der sich aber dann doch als Mogelpackung herausstellte. Gleich zu Anfang also der erste Aufreger? Nein. Die Sache würde ich dann einfach bei Rückkehr klären. Der Flug verlief problemlos und war letztendlich auch überpünktlich. Spannend wurde es nun bei der Passkontrolle, sind doch immer wieder Horrornachrichten über megalange Warteschlangen und skandalöse Befragungen seitens der US-amerikanischen Zollbeamten zu lesen. Doch in diesem Falle hatte ich wohl Glück. Trotz dem von gefühlt 50 Schaltern nur 3 geöffnet waren, war ich nach 30 Minuten durch. Linke Hand, rechte Hand, linker Daumen, rechter Daumen, einmal bitte recht freundlich in die Kamera grinsen, das war’s. Es kann also auch ganz anders laufen als wie immer geschrieben wird. Da war die Kontrolle 1993 weitaus schärfer und auch in Australien hatte mit der Grenzkontrolle weitaus mehr zu kämpfen. 20170209 IMG 75975

Am Flughafen John F. Kennedy International Airport (JFK) gibt es mehrere Möglichkeiten in die Stadt zu gelangen. Das Taxi ist natürlich immer der bequemste Transport. Die Droschke kostet allerdings ca. 60 Dollar plus Trinkgeld und eventuelle eine Maut - je nach Uhrzeit. Ansonsten gibt es noch Minibusse oder diverse Transportmöglichkeiten, alles vorab über das Internet buchbar. Und da ist natürlich auch noch die gute alte New Yorker Subway. Diese hält nicht direkt am John F. Kennedy International Airport. Der führerlose Airtrain steuert vom Flughafen zwei Subway Stationen an: Howard Beach und Jamaica. Beide Stationen bieten Verbindungen zu allen Stationen in New York City. Welche für einen die Beste Station ist, ergibt sich aus dem Studium der Subway Map. Diese ist auf der MTA Webseite (Betreiber der New Yorker U-Bahn) als Download verfügbar. Im App Store gibt es auch eine passende Software die für einen New York Besuch sehr nützlich ist.

Der Airtrain kostet 5 Dollar. Diese müssen erst am Übergang zur Subway an einem Automaten errichtet werden. Dieser sieht aus wie ein Relikt aus der Vergangenheit, funktioniert aber gut. Nimmt Bargeld oder Kreditkarte. Nach dem Lösen des Airtrain Tickets ist der Durchgang zur Subway möglich. Wer sich ein 7 Tage Unlimited Ticket für die Subway zulegen möchte (31 Dollar) muss sich hier an einem Automaten dieses Ticket besorgen. Das geht nicht an dem Automaten des Airtrains. Dort ist es nur möglich für 8 Dollar den Airtrain in Kombination mit einem Single Ticket für die Subway zu ziehen. Klingt alles verwirrend, ist es aber nicht. Außerdem stehen meistens etliche MTA Mitarbeiter herum die einem beim Ticketkauf helfen können.

Die Fahrt mit der Subway nach Manhattan dauert ca. eine Stunde - je nach Tag und Uhrzeit kann es auch länger dauern. Mein Ziel war die 3rd Street nahe Union Square. Dies bedeutete einmal Umsteigen am Broadway Junction. Die Beschilderung und die Fahrgastinformationen sind in New York leider nicht so komfortabel. Es gibt nur selten Fahrgastinformationssyteme, Pläne oder Karten. Es ist also sinnvoll sich im Vorfeld schon mit dem System der New Yorker Subway intensiv auseinanderzusetzen. Das hilft enorm. Von der Subway Station 3rd Straße bis zum Hotel in der 17. Straße brauchte ich 5 Minuten zu Fuß. Das Hotel war einfach zu finden und machte wirklich einen schrägen Eindruck. Siehe dazu meinen Bericht: Hotel 17. Nach einem langen Flug plus Zeitverschiebung war am ersten Tag in New York mitten in Dunkelheit auch nicht mehr viel zu machen. Hier und da mal um die Ecke schauen und die Lage checken. Ein Blick in Supermarkt und Kneipen brachte schnell die Erkenntnis: New York ist tatsächlich einer der teuersten Städte der Welt - wenigstens in Manhattan. Doch die Erkenntnis war dann doch nicht wirklich eine Überraschung.

20170204 IMG 6258Nach einer unruhigen ersten Nacht ging es auch gleich los. Draußen brannte der Planet vom Himmel und die Vorhersagen für die kommenden Tage waren wiederum nicht so gut. Das musste natürlich ausgenutzt werden. Für den ersten Tag stand dem Wetter geschuldet Brooklyn auf dem Programm, eben um auch bei der Witterung ein wenig den Blick auf die imposante Skyline von Manhattan zu erhaschen. Erste Station war der Stadtteil Williamsburg (Brooklyn). Von dort aus ging es von der Bedford Avenue Richtung Bushwick Inlet Park, einem Fußballfeld am East River mit Manhattan Skyline. Direkt daneben der East Side River Park, völlig verlassen und wie es schien noch im Umbau. Richtung Süden vorbei an der verlassenen Domino Sugar Factory. 20170204 IMG 6286Leider war das Areal abgesperrt und ich konnte keinen Blick in das innere dieses imposanten Lost Place werfen. Ein Stückchen weiter hinter der Williamsburg Bridge liegt DUMBO (Down Under the Manhattan Bridge Verpass). Ein Stadtteil das Quasi fast unter der Manhattan Bridge und der Brooklyn Bridge verschwindet. Von hier aus bietet sich auch der schönste Anblick auf den südlichen Teil Manhattans. Die Brooklyn Bridge zu überqueren kann ich niemanden empfehlen, auch wenn es sehr beliebt ist. Selbst im Februar war die Überführung dermaßen mit dem Touristen gefüllt, das ich nicht wissen möchte wie das im Sommer aussieht. Selbst die New Yorker Fahrradfahrer sind schon völlig entnervt, da ständig irgendwelche Touris den Radweg blockieren. 

Eine bessere Alternative ist es weiter am East River Richtung Red Hook zu gehen. Das einst für Mord und Totschlag berüchtigte Viertel, in dem auch der in Brooklyn geborene Al Capone aufwuchs und der Chef der Muerder Inc. Albert Anastasia sein zu Hause hatte, besticht durch seine alten Hafenanlagen und seiner teilweisen holländischen anmutenden Architektur. Viele Ecken erinnern an den Hintergrund diverser Gangster-Filme. Das alles hat aber einen gewissen Charme. An der Inlay Street befindet sich die alte New York Dock Company. Zwei riesige Lagerhallen die seit den 80er Jahren keine Verwendung mehr fanden und Anfang der 2000er Jahre zu exklusiven Wohnungen umgebaut werden sollten. Diese Idee wurde allerdings nie realisiert und so stehen die Lagerhallen immer nach da wie vor über 100 Jahren. Nachts ist es in Red Hook sicherlich richtig unheimlich. Red Hook ist leider auch von der New Yorker Subway komplett abgehängt. Hier verkehren nur Busse.

20170205 IMG 6516Ein weiterer interessanter Stadtteil von Brooklyn ist Greenpoint. Der nördlichste Teil Brooklyns ist auch ein ehemaliger Arbeiter Bezirk, der heute aber eher von der New Yorker Mittelschicht bewohnt wird. Greenpoint New York wird auch gerne als Little Poland bezeichnet, da viele auch noch heute hier wohnende Menschen angeben polnischer Abstammung zu sein. Dies ist mir allerdings bei meinem Besuch nicht aufgefallen. In Greenpoint wird viel gebaut und renoviert. Vom Transmitter Park aus bietet sich ebenfalls eine gute Aussicht auf die Insel Manhattan. Etwas weiter auf nördlich auf der Commercial Street gibt neben alten Industriebauten auch noch etwas Besonderes zu sehen. Eine Nachbarschaftsinitiative in Greenpoint hat alte Boxen und Kanister zu einer Burg für Katzen umgebaut. 20170205 IMG 6577Hier finden die wildlebenden Raubtiere von Greenpoint Unterschlupf und werden auch gefüttert. Als Gegenleistung halten die Katzen die Gegend frei von lästigen Nagetieren. Ein perfekter Deal zwischen Mensch und Tier.

Zurück in Manhattan musste natürlich auch das Pflichtprogramm absolviert werden. China Town oder Little Italy habe ich mir allerdings geschenkt. Die Massen an Menschen in diesen Distrikt war einfach zu abschreckend. Am Grund Zero war es hingegen etwas ruhiger. Die beiden Grundrisse des ehemaligen World Trade Center sind heute Gedenkstätten. Das 2014 eröffnete One World Trade Center ist riesig, wirkt aber dennoch kleiner als wie es über die Medienkanäle zuvor auf mich wirkte. Hier ist fett Touristenalarm angesagt - eine Fahrt auf die Aussichtsplattform gibt es für schlappe 30 Euro. Um das One World Trade Center wird noch extrem viel gebaut. Die Neugestaltung des Platzes ist bei weitem noch nicht abgeschlossen. Ein Stück weiter am Houston River an der Battery Park City Esplanade gibt es eine Anlegestelle für Fähren. Im 5 Minutentakt verkehren die Boote zwischen New York City und New Jersey. Es lohnt sich einmal schnell herüber zu fahren und von New Jersey aus einen Blick auf das südliche Manhattan zu werfen. 20170205 IMG 6642Nach New Jersey verkehrt auch der PATH Train (Port Authority Trans-Hudson). Stationen sind 33th, 38th, 14th Street, Christopher Street und World Trade Center) und ist weitaus günstiger als die Fähre. Der PATH Train ist im Gegensatz zur New Yorker Subway sehr modern. Er unterstützt leider nicht das 7-Tage Unlimited Metro Ticket. Hin und zurück kostet 5,50 Dollar. Der PATH Train verkehrt 24 Stunden. Hoboken New Jersey ist übrigens zum Essen ideal, da weitaus billiger als Manhattan. Die billigste Fähre ist immer noch die Staten Island Fähre. Diese verkehrt alle 30 Minuten zwischen Manhattan und Staten Island - kostenlos.

Mitten im East River gibt es kleinere Inseln. Eine davon ist Roosevelt Island, die schon dem Stadtteil Queens zugeordnet ist. Dort hält auch die Subway F. Auch bei schönen Wetter verirren sich hierher nicht so viele Menschen. An der der südlichen Spitze Roosevelt Island erstreckt sich der Franklin D. Roosevelt Park, der 1974 eröffnet wurde und quasi ein Anbau der Insel ist. Im Park integriert ist auch die Ruine des Smallpox Hospitals, die Ruine eines im gotischen Stil erbauten Krankenhauses das in den 1950er Jahren geschlossen wurde und anschließend zerfiel. Heute wirken die Überreste des Bauwerks extrem unheimlich.  

20170208 IMG 7292Weiter nördlich in Manhattan geht es etwas ruhiger zu. Eine Alternative zum Central Park ist zum Beispiel Fort Tryon. Ein im Stadtteil Washington Hights liegender und 1935 eröffneter Park. Von hier aus gibt es auch einen imposanten Ausblick über den Hudson River Richtung Westen und Richtung Osten in die Bronx. Kurz vor dem Fort Tryon Park, an der Subway Station 181th Straße, liegt im kleinen Bennett Park übrigens der höchste Punkt Manhattans. Überhaupt, die Gegend auf der Höhe der 181th Straße gefiel mir ganz gut. Hier war es nicht mehr so geleckt und erinnerte stark an Berliner Stadtteile wie Neukölln oder Gesundbrunnen.

20170207 IMG 7106New York City hat viel zu bieten - auch viel Strand. Weit weg sind da zum Beispiel passend The Far Rockaways. Hierher verirrt sich so gut wie niemand, schon gar nicht in den Wintertagen. War die Insel in früheren Jahren vorwiegend von Juden geprägt, hat sich die Gesellschaftsschicht bis heute stark verändert. Von Manhattan aus wird zu den beliebtesten Atlantik Strand in New York City über eine Stunde Fahrzeit benötigt. Auch in den Wintertagen gibt es hier wagemutige Menschen die in den Wellen des Atlantiks surfen.

Das Wetter in New York City ist leider unberechenbar. Nach 15 Grad und Sonnenschein kehrte einen Tag später der Winter mit aller Macht zurück. New York versank im Schnee und machte damit etliche Planungen zunichte. Aus Queens und Staten Island wurde aufgrund des Schneesturms leider nichts. In der noch verbleibenden kurzen Zeit war nicht mehr viel möglich. Ein kurzer Besuch in Brooklyn an der Saratoga Avenue, wo die berühmte Muerder Inc. einst ihr Hauptquartier hatte und das wiederentdeckte Wahlplakat von 1965 an der Flatbush Avenue schlossen den letzten Tag in New York City ab.

Fazit: Die 7 Tage in New York waren sehr interessant. Leider habe ich nur die Hälfte des geplanten Programms geschafft, was dem wechselhaften Wetter sowie anderen Umständen geschuldet war. In New York City gibt es unglaublich viel zu entdecken auch weit ab jeglichen Massentourismus. Je nachdem wo die Interessen liegen bietet New York City für jeden genug. Ich muss auf jeden Fall wieder hin und das Versäumte nachholen. Auf die extrem hohen Preise für alles kann sich jeder einstellen - das ist leider die Kehrseite der Medaille. Es war eine tolle, spannende aber auch anstrengte Woche. Ich habe viel gesehen, gelernt und auch tolle neue Menschen kennen gelernt. Ich kann die Stadt weiter empfehlen auch wenn ich der Meinung bin, dass vieles extrem überbewertet ist. Die Ein- und Ausreise in die USA empfand ich als eine Katastrophe. Besonders in Terminal 8 herrschte bei der Rückreise in der Sicherheitskontrolle ein dermaßenes Chaos, wie ich es noch nicht einmal in einem 3. Welt Land erlebt habe. Da werden es sich viele überlegen noch einmal wieder zu kommen - aber vielleicht ist das ja die Taktik.

An dieser Stelle vielleicht auch noch ein paar Tipps. Ich will hier nicht zu viel schreiben, denn es gibt genug Seiten im Internet die sich prefessionell mit einer New York Reise beschäftigen.

Geld

Am besten gar nichts umtauschen und alles mit Kreditkarte bezahlen. Doch da in den USA der Trinkgeldzwang sehr hoch ist, würden die kleinen Leute wie Zimmermädchen, Kofferboy oder der Veteran in der U-Bahn leer ausgehen. Auf keinen Fall am Flughafen Bargeld tauschen, dort wird einen fast gar nichts für den Euro geboten. Am besten aus dem Automaten ziehen oder in der Stadt tauschen. Grundsätzlich wird beim Umtausch mächtig mitkassiert, also nur das nötigste in Bar besorgen sonst droht ein fettes Minusgeschäft. Es ist auch möglich Trinkgeld mit Kreditkarte zu geben. Einfach unter den eigentlichen Betrag auf der Quittung den Betrag angeben der tatsächlich abgebucht werden soll.

Einreise

Wie schon erwähnt existieren im Internet viele Horrorszenarien über die Einreiseprozedur der USA. Das mag manchmal so sein, muss aber nicht zwangsläufig so sein. Es ist auch nicht notwendig sämtliche Unterlagen wie Rückflugticket (gibt es heute eh nur noch digital), Hotelreservierung oder ESTA Formular (ist eh im Computer des Beamten gespeichert) ausgedruckt dabei zu haben. Auch muss es nicht zu einem Interview kommen. Ich wurde einfach durchgewunken. Insgesamt empfand ich die Ausreise (das totale Chaos) schlimmer als die Einreise.

Preise

Insgesamt empfand ich New York als extrem teuer - überall. Gerade aber in Manhattan. 8 Euro ein Bier in der Bar, 13,50 Euro für eine Schachtel Zigarretten sei nur als Beispiel erwähnt. Wer also nach New York will, sollte über entsprechende finanzielle Mittel verfügen. Auch erschließt sich mir nicht was an shoppen in New York so toll sein soll. Alles was es dort gibt ist auch zu Hause erhältlich -  billiger. Zudem ist es eh nur erlaubt Waren im Wert von 430 Euro mitzubringen. Wer darüber liegt und erwischt wird, hat die Arschkarte gezogen. Das einzige preiswerte in New York: Die Subway. Tatsächlich billiger als bei uns.

 

 

 

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Das erste Mal über den großen Teich – die Entscheidung fiel nicht sonderlich leicht, da der Dollarkurs im Sommer 1993 nicht gerade günstig war. Auch eine Reise in die USA war alles andere als günstig und da waren ja auch noch die vielen „Dead German Tourists“ die in Florida im Mietwagen Opfer von organsierten Überfällen wurden. Doch die Aussicht auf Sonne und Türkises Meer in einer frisch renovierten Stadt waren zu verlockend. Ich entschied mich für eine Reise mit der Sportjugend Niedersachsen, mit der jeder bis Mitte 20 vereisen konnte. Im Nachhinein war das nicht unbedingt die richtige Entscheidung aber dazu später.

Los ging es am Hauptbahnhof Braunschweig. Dort warteten am Treffpunkt schon einigen Mitreisende aus der Region. Mit dem gerade einmal vor zwei Jahren eingeführten ICE ging es dann Richtung Frankfurt Flughafen. Unterwegs stiegen dann noch etliche in Hannover und Göttingen zu, bis die Gruppe von ca. 30 Leuten vollständig war. Begleitet und geführt wurde unsere Gruppe von zwei Personen, die hauptberuflich Polizisten waren. Am Frankfurter Flughafen stiegen wir dann in einen US-Amerikanischen Charter Flieger, eine alte McDonnell Douglas DC-10 dessen Pilot aussah als käme er direkt aus der Bar. Zuvor musste ich mich zum ersten Mal beim Einchecken einer intensiven Befragung aussetzen. Wer hat die Koffer gepackt, warum sind so viele arabische Stempel im Pass und so weiter. Im Flugzeug gab es eine Karte zum auszufüllen, auf der allerhand lächerlicher Fragen standen auf die mit ja oder nein geantwortet werden konnte. Während des Fluges hatte ich genug Möglichkeit mich mit einigen Mitreisenden bekannt zu machen. Während des Fluges in der schon recht abgenutzten DC10 ging ständig die Toilettentür auf und der Geruch von Scheiße zog durch die Kabine.

Nach einen nicht enden wollenden öden Flug war das Ziel Miami Beach erreicht. Beim Verlassen des Flughafens hatte ich das Gefühl das mir jemand einen Eimer mit heißen Wasser über den Körper geschüttet hatte, so eine extreme Luftfeuchtigkeit herrschte in Miami Beach. Der klimatisierte Bus brachte uns dann erst einmal zum Hotel. Das Hotel war ein im 50er Jahre Stil gehalten und in der Lobby stand ein fetter Hot Rod umringt von Geschäften. Das sah alles sehr vielversprechend aus, doch es war nur Fassade. Zimmer und der Rest des Hotels hatten die besten Jahre schon hinter sich. Ekliger Teppich im gesamten Hotel, eine laute Klimaanlage und extrem weiche Matratzen. Im Flur überall Eiswürfel Automaten. Hier hatte sich seit den 70er Jahren nicht viel verändert. Ein Zimmer mussten wir uns zu dritt oder zu viert teilen. Ein Umstand den ich auf Dauer als recht anstrengend empfand. Der Pool des Hotels war sehr schön, auch der Park gleich nebenan hatte seinen Reiz. Das Hotel hatte auch direkt Zugang zum wunderschönen Strand.

Gleich am ersten Tag wurde uns eine Stadtrundfahrt angeboten, die aber letztendlich viel zu teuer war. Trotzdem war die Stadtrundfahrt sehr amüsant, da sie von einem so extrem dicken Mann durchgeführt wurde, dass ich aus dem Staunen nicht mehr herauskam. Diese extreme Übergewichtigkeit war aber fast an jeder Ecke von Miami Beach zu sehen. Der dicke Mann erzählte uns im perfekten Deutsch, dass hier viele Menschen so dick sind und wir uns von dem äußeren scheinbaren Reichtum nicht täuschen lassen sollen. Die meisten Menschen in Miami Beach würden nur auf Kredit leben. Es ging durch das Art Déco Virtel, Coral Groves und vorbei an dem Anwesen des Miami Vice Helden Phillip Michael Thomas. Letzteres hat mich dann nicht wirklich interessiert aber okay. Nach dieser mehrstündigen anstrengenden Tour wollte ich eigentlich erst mal nur an den herrlichen Strand von Miami Beach liegen. Leider wurde seitens der Reiseleitung der Sportjugend Niedersachsen jeder dazu genötigt, immer wieder irgendwelche teuren und dummen Ausflüge zu buchen und sich dem Gruppenzwang zu unterwerfen. Ich hatte aber auf Disney Land, Orlando und den ganzen Scheiß einfach kein Bock. Das kam bei der Gruppenleitung gar nicht gut an, war mir aber egal denn mit 23 Lebensjahren brauchte ich mich ja zum Glück von niemanden mehr bevormunden lassen. So kam es oft vor, dass die gesamte Truppe tagelang aus dem Hotel war und ich meine Ruhe hatte.

Da das Hotel ohne Verpflegung gebucht wurde, musste jeder sehen wie er satt wurde. Etliche Fastfood Ketten waren billiger als in Deutschland und so waren Wendys und McDonalds meine Haupternährer in den gesamten drei Wochen. Ob dies der Grund für permanenten Dünnschiss war weiß ich nicht. In Miami Beach gab es unsagbar viele Restaurants und auch Läden, die einen permanent versuchten ihren Elektroschrott anzudrehen. Elektroartikel waren ebenfalls teilweise weitaus günstiger als in Deutschland. Die meisten Läden aber auch Restaurants waren fest in den Händen von kubanischen Einwanderern. Mit spanischen Sprachkenntnissen war oft jeder besser aufgestellt als mit englisch.

Der öffentliche Personennahverkehr wurde im Miami Beach überwiegend mit Bussen durchgeführt. Die Fahrt kostete einen Dollar der in einen Automaten gesteckt werden musste. Anschließend öffnete sich die Schranke zum Fahrgastraum. Als ich einmal keinen Dollarschein zur Hand hatte, konnte ich dank des Busfahrers umsonst mitfahren. In Deutschland hätte man mich aus dem Bus geworfen.

Die Amerikaner machen viel möglich. Das zeigte sich bei einem Restaurantbesuch. Wir waren bei einem Italiener essen und vor dem Gebäude standen mehrere Stretch-Limousinen. Auf Nachfrage beim Besitzer ob er uns denn damit vom Hotel abholt, wenn wir noch 10 andere Leute mitbringen, sagte er zu. Und tatsächlich, bei einem Anruf schickte er die Limousinen mit Fahrer zum Hotel um uns abzuholen. Ein tolles Erlebnis.

Rund um den Hotel gab es leider wenig Möglichkeiten sich in einem Supermarkt einzudecken. Der nächste Supermarkt war über 2 Kilometer entfernt was einen kleinen Fußmarsch bedeutete. Nicht so schlimm, wenn es nicht immer wieder so plötzlich anfangen würde zu regnen. Nachdem wir uns mit mehreren 25-Trägern Budweiser versorgt haben wurden wir auf dem Rückweg zum Hotel von einen Gewitter überrascht, dass jegliches Papier aufweichen ließ. Das war natürlich ein riesen Problem denn Alkohol in der Öffentlichkeit ist in Miami absolut verboten. Ein Wachmann eines anderen Hotels sah unsere Not und half uns. Auch nicht selbstverständlich. Das Wetter in Miami Beach ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Ich habe aber die hohe Luftfeuchtigkeit und den ständigen Wechsel von Sonne und Regen sehr genossen.

Zwei Ausflüge habe ich dann doch noch mitgemacht. Einer ging in das Jungle Island, eine Art Zoo mit Attraktionen und der andere ging in den Everglades National Park. Beides waren Ausflüge die sich wirklich gelohnt haben. Nach langen drei Wochen ging es dann leider wieder zurück in die Heimat. Der Koffer voll mit Levis Jeans und der Kopf voll mit Erinnerungen.

Fazit: Miami Beach 1993 war für mich die erste weitere Reise. Es hat mir mit der unfreiwillig zusammengestellten Gruppe viel Spaß gemacht. Die Bevormundung mit der Reisebegleitung hat mir weniger gefallen. Es sollte schon jeder akzeptieren das man mit 23 machen kann was man will und das auch respektieren. Insgesamt war die Reise über die Sportjugend allerdings viel zu teuer verkauft wurden. Es war eher etwas für Menschen die für alles eine führende Hand brauchen. Mein erster USA Besuch wird für immer positiv in Erinnerung bleiben

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