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Die zweitgrößte Stadt Polens liegt im Südosten des Landes. Mit dem Auto kann sich die Fahrt schon ganz schön ziehen. Auch mit der Bahn ist die Stadt in der Woiwodschaft Kleinpolen nicht viel schneller zu erreichen. Am bequemsten ist dann doch ein Flug. Allerdings sind die Flugverbindungen nach Krakau nicht sonderlich gefragt und die Tickets damit nicht preisgünstig. Dennoch ist es die beste Lösung für einen Kurztrip nach Krakau. Das Flugzeug war auf den Hinflug halb leer. Der Krakauer Flughafen Johannes Paul II vermittelte einen extrem modernen und übersichtlichen Eindruck. Alle 30 Minuten fährt ein Zug zum Krakauer Hauptbahnhof. Tickets gibt es am Automaten auf dem Bahnsteig oder im Zug (im Zug nur Barzahlung möglich). Der Automat akzeptiert Karten und spricht auch deutsch. Die Fahrt zum Hauptbahnhof dauert 20 Minuten und kostet 9 polnische Zloty.

Einen internationalen  Bekanntheitsgrad erlangte die Stadt Krakau durch den mit 7 Oskars ausgezeichneten Film „Schindlers Liste“. Viele Stellen der Stadt an der Weichsel dienten als Drehort für diesen Film. Aus diesem Grund waren dann auch die ersten Stationen das heute völlig unbekannte KZ Plaszow, die alte Schindlerfabrik und Kazimierz, der ehemalige jüdische Stadtteil Krakaus indem Ghettoszenen gedreht wurden. Das ehemalige KZ Plaszow in Krakau ist heute eigentlich nicht mehr existent. Das Lager wurde auf zwei verwüsteten jüdischen Friedhöfen errichtet. Nach der Auflösung des Lagers ließen die Polen im wahrsten Sinne des Wortes Gras über die Sache wachsen. Heute sind kaum noch Spuren von dem Camp zu finden. Allenfalls ein paar Ruinen und Bunker erinnern noch an die ehemalige Funktion des riesigen Terrains. An einigen Stellen wurden Gedenksteine aufgestellt. Heute wird das Gelände zum Joggen und Gassi gehen genutzt. Die vielen Feuerstellen mit Leergut zeugen von nächtlichen Gelagen.

Die Villa von Amon Göth, dem Schlächter von Plaszow, steht auch noch. Das Gebäude, das eher einem gutbürgerlichen Wohnhaus gleicht, befand sich außerhalb des Camps und nicht wie im Film dargestellt auf einer Anhöhe. Ob Amon Göth vom Balkon aus tatsächlich auf die Insassen geschossen hat, darf stark bezweifelt werden. Zur Rückseite des Hauses befindet sich eine Erhebung die eine Einsicht in das Lager verhindert hätte. Ob diese Anhöhe schon vor 70 Jahren dort war, entzieht sich meiner Kenntnis. Es wird angenommen, dass Amon Göth vom sogenannten „Grauen Haus“ (ehemaliges Haus der jüdischen Beerdigungsbrüderschaft, umfunktioniert als Haftraum und Folterkammer der SS) in Lagernähe geschossen hat. Das graue Haus steht heute noch unweit des vom Göth Haus am Eingang des Geländes. Das Haus des österreichischen Massenmörders wird derzeit nach stetigem Verfall aufwendig saniert. Hinter dem ehemaligen Camp befindet sich ein stillgelegter Steinbruch. Hier wurden die Lagerszenen aus dem Film gedreht. Noch heute befinden sich Überreste der Kulissen in dem Steinbruch. Ein Teil der Zäune und der Weg aus jüdischen Grabsteinen sind von den Filmbauten noch erhalten. Nach 25 Jahren hat sich die Natur alles wieder zurückerobert. Der gesamte Steinbruch ist verwildert und als Drehort eigentlich nicht mehr wieder zu erkennen.

Vom Lager Plaszow sind es in etwa 15 Minuten zu Fuß bis zur alten Schindlerfabrik. Das Gebäude ist gut erhalten und war bis vor ein paar Jahren tatsächlich noch Produktionsstätte. Heute befindet sich in der Schindlerfabrik ein zeitgeschichtliches Museum. Die Touristen stehen bis auf die Straße Schlange. Die Innenaufnahmen im Film wurden aber nicht in diesem Gebäude gedreht. Ein paar Kilometer weiter, nach Überquerung der Weichselbrücke, der nächste legendäre Drehort: Kazimierz. Der heutige Trendbezirk war Anfang der 90er Jahre durch seine Verwahrlosung der ideale Drehort für das Schwarz-Weiß Drama. Der Filmtourismus verhalf den abgerockten Viertel zum neuen Wohlstand. Ein Rundgang durch das Viertel erinnerte an viele Szenen. Das ursprüngliche Ghetto befand im Stadtteil Podgorze, auf der anderen Seite der Weichsel. Dort erinnern nur noch Gedenktafeln und Fragmente der Ghettomauer an das Elendsviertel.

Oskar Schindlers Haus befand sich nördlich des jüdischen Viertels Kazimierz. Heute erinnert nichts mehr an den ehemaligen Wohnort des Unternehmers. In Kazimierz wurde in den letzten Jahren viel saniert. Nur noch selten erinnern Gebäude daran, wie heruntergekommen das einstige jüdische Viertel einmal war. Mittlerweile ist in dem Viertel eine große Ansammlung von Restaurants und Bars zu finden. Menschenmassen wälzen sich durch die Straßen und Gassen. Überall kutschieren  Elektrowagen Touristen durch die Gegend. Krakau scheint aus allen Nähten zu platzen. Noch Schlimmer ist es an der Wawelburg und in der Altstadt. Letzteres habe ich aufgrund des enormen Ansturms auf einen zweiten Besuch verschoben. Trotzdem die Touristen wie Heuschrecken in die Stadt einfallen, sind die Preise stabil günstig geblieben. Ein Essen ist mit Getränken für unter 10 Euro zu haben. Das sind quasi Kantinenpreise.

Fazit: Auch wenn ich letztendlich die Altstadt von Krakau ausfallen lassen musste, hat sich der kurze Besuch in Krakau gelohnt. Mit dem Geschichtsprogramm und Kazimirz war der Tag auch komplett ausgefüllt. Es war super spannend die Orte der Geschehnisse aufzusuchen und Drehorte wieder zu erkennen. Bei über 30 Grad war der ganztägige Fußmarsch teilweise aber eine echte Tortur. Versäumtes wird in einer Zeit nachgeholt in der die Stadt nicht so stark mit Touristen überlaufen ist (Winter).

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Hafenanlagen in StettinGerade einmal 147 Km von Berlin entfernt befindet sich die Stadt Stettin in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Früher die drittgrößte Stadt Deutschlands und heute die siebtgrößte Stadt Polens. Stettin befindet sich seit vielen Jahren im Umbruch und hat eine lebhafte Vergangenheit. Reichtum, Pest, Belagerung, Eroberung und die fast vollständige Zerstörung im zweiten Weltkrieg. Heute ist die 400.000 Einwohner zählende Stadt Stettin nahezu in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht. Von der Altstadt ist so wenig übriggeblieben, dass diese in nur kurzer Zeit erkundet werden kann. In den letzten Jahren wurde in Stettin viel gebaut und renoviert. Auch heute sind an vielen Ecken Baustellen zu erkennen. Gefördert werden viele derzeitige Bauprojekte mit Geldern der EU.

Stettiner HafenanlagenAuch in Stettin lohnt sich natürlich der Blick hinter den schön erneuerten Fassaden. In der polnischen Hafenstadt hat der sozialistisch-realistische Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg gnadenlos zugeschlagen. Heute sind die meisten dieser Gebäude aber renoviert und wirken dadurch längst nicht mehr so deprimierend und trist. Zwischen all der Sowjetarchitektur befinden sich hin und wieder noch Gebäude aus der Gründerzeit. Teilweise sind diese in einen bedauernswerten Zustand. Einen Investor zu finden ist offensichtlich nicht immer einfach. Auf der östlichen Seite der Oder befindet sich das große Hafengelände mit teilweise renovierten Gebäuden aber auch mit vielen heruntergekommenen historischen Hallen. Das gesamte Areal ist leider abgesperrt und lässt sich nicht ohne weiteres erkunden. In der Hafenanlage von Stettin befinden sich auch einige Relikte aus dem zweiten Weltkrieg in Form von Bunkeranlagen, die heute als Lagerhallen dienen. Von einem Umschlagsplatz für Tabak und Alkohol aus den 1980er ist nur noch das Ufo ähnliche Eingangsgebäude erhalten. Der Rest wurde inzwischen abgerissen.

Reste einer vergangenen ZeitSehr interessant ist auch der Bereich um Drzetowo-Grabowo. Große Hafenanlagen mit teils verfallenen Bauten. Bei Dunkelheit sollte sich hier niemand aufhalten denn das Viertel genießt nicht den besten Ruf. Bei schönem Wetter lohnt sich ein Besuch der Uferpromenade von Stettin. Diese wird derzeit auch abschnittsweise ausgebaut. Direkt an der Oder befinden sich etliche gute Einkehrmöglichkeiten die sich gerade bei schönem Wetter großer Beliebtheit erfreuen.

Der Stettiner HafenDie Preise sind in Stettin sensationell. Nicht nur gute Hotels sind in Stettin günstig, sondern auch die kulinarische Versorgung. Auch in exklusiven Restaurants werden für ein Essen mit Getränken oft nicht mehr als 10 Euro fällig.
ÖPNV existiert in Stettin in Form eines recht gut ausgebauten Tram-Netzes. Aber auch Busse verkehren in der Stadt Stettin. Eine Fahrt kostet 3 polnische Zlotty, ein Tagesticket 12 polnische Zlotty. Fahrscheinautomaten sind in den Trams verbaut. Der Fahrkartenautomat spricht diverse Sprachen selbstverständlich auch deutsch. Erreichen lässt sich Stettin von Berlin aus bequem und günstig mit einen der vielen Fernbussen, mit der Bahn (derzeit keine Direktverbindung) oder am schnellsten mit dem Auto über die verwaiste A11.

Fazit: Für einen Tagesausflug ist Stettin bestens geeignet. Eine Übernachtung ist aufgrund der fehlenden Highlights in dieser Stadt nicht unbedingt notwendig. Alleine wegen der niedrigen Preise in Stettin kann ich die Stadt für einen Besuch empfehlen.

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