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Da die Stadt Niš relativ übersichtlich war, entschloss ich mich kurzfristig ein wenig das Umland zu erkunden. Doch ohne Mietwagen und serbische Sprachkenntnisse war auf eigene Faust nicht viel möglich. Über die Agentur ShowMe lassen sich aber diverse Unternehmungen in Niš direkt oder näherer Umgebung buchen. Die Agentur stellt einen Führer der mit einem Pauschalbeitrag (Preis je nach Unternehmung) bezahlt wird. Bis zu 6 Personen können an einer Tour teilnehmen. Ich entschied mich für eine Tour nach Devils Town, 120 Kilometer südlich von Niš. Da an diesem Tag kein Führer vom Unternehmen zur Verfügung stand, wurde mir von der Agentur ShowMe ein privater Guide vermittelt. Das gab dem Ganzen einen sehr familiären Charakter. Der Guide holte mich dann auch pünktlich um neun Uhr vor meinem Hotel ab.

Devils Town (Serbien)Die Fahrt nach Devils Town (Đavolja varoš) dauerte mit dem Auto von Niš aus ca. 1,5 Stunden. Der Weg dorthin führte durch triste Dörfer und durch sehr schöne Landschaften. Begegnungen mit Bauern, die ihre Bewirtschaftung noch mit Kutsche und Esel betreiben, waren keine Seltenheit. Eine Zeitreise in die Vergangenheit. Die Straßen waren teilweise in einem schlechten Zustand und die Beschilderung nur in serbisch-kroatisch. Ohne Karte oder Navigationsgerät sollte hier niemand unterwegs sein. 12 Kilometer vor dem Nationalpark führt eine kleine abseits gelegene Straße zu dem Naturdenkmal. Auf der Strecke ist besondere Vorsicht geboten. Viele Tiere, wie zum Beispiel Schildkröten, überqueren gerne die Fahrbahn.

Devials Town (Serbien)Der Eintritt in den Naturpark Devils Town, um den es etliche Mythen und Sagen gibt, kostet 2,50 Euro. Ein Wanderweg führt zu dem 15 Meter hohen Naturdenkmal aus Stein. Es geht durch einen dichten Wald vorbei an kleinen Wasserfällen und diversen Wasserläufen die, je nachdem ob es gerade geregnet hat oder nicht, in ihrer Größe unterschiedlich ausgeprägt sind. Auf den Wanderweg sind Begegnungen mit in dem Wald lebenden Lebewesen keine Seltenheit. Spinnen, Schlangen oder Echsen können den Weg kreuzen. Zur Aussichtsplattform führen Treppen aus Holz. Die Treppen und auch die Aussichtsplattform selbst waren in keinen besonders guten Zustand. Sich an dem Geländer anzulehnen kann fatale Folgen mit sich ziehen. Auf der Plattform selbst gab es eine schöne Aussicht in die Berge und auf die imposanten Erdpyramiden von Devils Town. Der Weg zurück führt vorbei an eine kleine Kapelle. Hier besteht die Möglichkeit eine kleine Spende zu hinterlassen, eine Kerze anzuzünden oder ein Glücksbringer zu erwerben.

Von Devils Town aus ging es zum Mittagessen in den nahe gelegenen Luftkurort Prolom Banja, der auch für sein heilendes Wasser bei den Serben bekannt ist. Das Restaurant Etno Krčma befindet sich in einer umgebauten Wassermühle. Ein wirklich sehr schöner Platz. Leider passte die Qualität des Essens nicht zum Ambiente. Die Erste Runde mussten wir zurück gehen lassen, da das bestellte Hühnerfleisch von innen noch ganz rosa war. Die zweite Runde war dann besser, geschmacklich aber immer noch nicht sonderlich berauschend. Der Hunger trieb es letztendlich rein.

Eigenermaßen gestärkt ging zur Heilwasserquelle in Prolom Banja und dann auf Serpentinen wieder zurück Richtung Niš. Den nächsten Halt gab es in Pločnik. 60 Kilometer vor Niš befindet sich dort eine Archäologische Fundstelle. 1927 wurde der Platz bei Bahnarbeiten entdeckt. Pločnik ist eine Siedlung die auf das Jahr 5400 bis 4500 v. Chr. geschätzt wird. Nach vielen Jahren Ausgrabungen hat das Serbische Nationalmuseum die Siedung mit Fundstücken und Rekonstruktionen wiederhergestellt. Der Greenkeeper der Anlage war so freundlich uns eine Führung über das Gelände und durch die kleine Ausstellung zu geben.

Den letzten Stopp vor Abschluss des Ausfluges gab es in einem kleinen Dorf. Dort kehrten wir auf den Hof der Familie meines Guides ein und kosteten selbstgebrannten Rakija und Fruchtlikör. Der Rakija – mit Verlaub – brachte mich leider fast zum kotzen. Ich weiß gar nicht wie man so etwas überhaupt trinken kann. Meine Pflichtverköstigung auf dem Balkan war damit getan. Nach einem kurzen Blick auf die Schweinezucht ging es auch wieder nach Niš zurück und ich wurde vor dem Hotel abgesetzt. Ein 10 Stündiger Ausflug war zu Ende.

Fazit: Der Ausflug nach Devils Town hat sich absolut gelohnt. Alles war gut organisiert. Die Natur Serbiens hat mich überwältigt. So viel hatte ich mir von dem Ausflug gar nicht versprochen. Gekrönt wurde der Tag dann auch noch mit schönem Wetter. Es war sehr interessant mit einer ganz normalen serbischen Familie unterwegs zu sein. Sie haben sich mit allem sehr viel Mühe gegeben. Ich würde jederzeit wieder eine solche Tour buchen.

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Als ich das letzte Mal auf dem Balkan war, hieß das Land noch Jugoslawien. Das war 1987 im heutigen Kroatien. Danach kam der Jugoslawienkrieg und erst mal viele Jahre gar nichts. Doch in den letzten Jahren sind langsam aber sicher immer wieder neue Verbindungen zur Balkaninsel entstanden. Zeit, sich dem ehemaligen Reich Titos wieder etwas näher zu widmen.

Niš. Was ist das eigentlich? Den meisten wird dieser Name kein Begriff sein. Doch es ist die drittgrößte Stadt Serbiens und diese Siedlung ist sogar geschichtsträchtig. Einst von den Römern erobert, wurde Konstantin der Große in Niš geboren. Nach den Römern kamen die Bulgaren. Niš hat also eine breit gefächerte Geschichte die sich in der Stadt auch dementsprechend wiederspiegelt. Trotz Nato Bombardierung hat Niš den Balkan Konflikt gut überstanden. Und so gibt es in der Stadt mit 260.000 Einwohner einiges zu entdecken.

Flughafen Nis (Serbien)Seit 2016 steuert Ryanair den Provinzflughafen von Niš an. Von Berlin aus zweimal die Woche. Donnerstag und Sonntag. Perfekt für ein verlängertes Wochenende. Nur hat das Ganze wieder einen Haken: Flughafen Schönefeld. Der ehemalige Ostflughafen ist schon seit Jahren ein ewiges Ärgernis. Allein die schlechte Anbindung an Honeckers Landeplatz verlängert eine Reise bis zu 1,5 Stunden. Und als hätte ich es nicht geahnt, auch dieses Mal war Schönefeld ein einziger Aufreger. In Terminal D lief gar nichts mehr. An der Sicherheitskontrolle eine Schlange, die so lang war, dass sie sich durch das ganze Gebäude zog. Entnervte Passagiere die versuchten sich durch die Absperrbänder zu mogeln. Überforderte Flughafenangestellte und Chaos pur. Nach knapp einer Stunde hatte ich das Desaster hinter mir. Der Flug nach Niš war mit 1:40 Minuten kurz und schmerzlos. Der Flughafen Niš „Konstantin der Große“ hatte mit Größe wenig zu tun. Klein, abgerockt aber funktionsfähig. Geld tauschen ist am Flughafen möglich. Dort wird der gleiche Kurs ausgegeben wie in der Stadt selbst auch. Der Schalter der Bank befindet sich außen am Flughafengebäude neben dem Kiosk.

Das Beste am Airport Niš: Das Rollfeld ist gerade einmal 4 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Es gibt mehrere Möglichkeiten in die Stadt zu gelangen. Die schnellste Möglichkeit ist das Taxi. Schon am Eingang werden die Passagiere von etlichen Taxifahrern umworben. Eine Fahrt bis in die Stadt sollte nicht mehr als 5 Euro kosten. Noch billiger geht es mit dem Bus 34A. Die Haltestelle befindet sich etwas unauffällig am Eingang des Flughafengebäudes auf der linken Seite. Der Bus fährt bis zum Zentralen Omnibusbahnhof von Niš. Von dort aus sind es nur noch ein paar Meter zur Festung. Eine Fahrt mit dem Bus kostet 50 Cent. Es gibt natürlich noch diverse private Transportunternehmen die auch über das Internet buchbar sind.

Der Fußweg zum Hotel gestaltete sich nicht ganz so einfach. Die Straßenkarte war zwar mit lateinischen Straßennamen ausgestattet, jedoch waren alle Straßenschilder in Niš auf serbisch-kyrillisch. Das Ganze wurde also zu einem großen Ratespiel, was allerdings letztendlich nicht so wild war. Das Hotel befand sich 10 Gehminuten unweit der Festung Niš. Mit einem Preis von 18 Euro pro Nacht war die Unterkunft erstaunlich preiswert. Nach oben hin gibt es natürlich auch in Niš keine Grenzen.

Der erste Rundgang  in Niš führte über den King Milan Square und  vorbei an der Festung bis zum Markt auf der Duke Dinic. Dort herrschte zur vorgerückter Stunde noch reges Treiben.  Der erste Eindruck des Stadtbildes erinnerteNis Stadt mich etwas an Rumänien. Viel Substanz die langsam verfällt. Auch hier fehlt es an allen Ecken und Enden an Investoren. Historische Gebäude neben architektonischen Entgleisungen aus Zeiten des Sozialismus der 70er und 80er Jahre. Auf den Straßen von Niš reihen sich Spätkaufs neben serbischen Grillbuden. Im Stadtkern sind etliche Restaurants und Bars zu finden, die sehr schön und gemütlich eingerichtet sind. Leider ist in den meisten Einkehrmöglichkeiten in Niš das Rauchen erlaubt und wird auch von den Gästen angenommen.

Fressbuden in NisDas Preisniveau ist in Niš sehr gering. Für einen halben Liter serbisches Bier werden nicht mehr als 1,50 Euro fällig. Verhältnismäßig teuer ist nur McDonalds. Dafür muss niemand dort lange Schlange stehen. Preisgünstigeres Essen gibt es auf der Straße. Wer die serbischen Grillspezialitäten nicht probiert hat, hat wirklich etwas verpasst. Eine riesige Portion Hackfleisch im Brot mit Salat schlägt gerade einmal mit 1,40 Euro zu Buche.

Der historische Kern von Niš (wenn es denn so genannt werden kann) ist sehr übersichtlich.  Es lohnt sich aber auch in Niš einfach mal ziellos durch die Straßen zu schlendern. Neben vielen freilebenden Hunden gibt es allerhand kurioses in der Stadt zu entdecken. Interessant ist zum Beispiel auch der Historische Friedhof an der Branka Radičevića. Seit 1971 werden hier keine Toten mehr beerdigt. Fortan ist der Friedhof dem Verfall preisgegeben. Mittlerweile ist der Historische Friedhof in Niš von Hunden der Stadt okkupiert wurden. Je tiefer in das Friedhofsgebiet eingedrungen wird, desto mehr Hunde fangen an zu bellen. Die überwucherten und teils schon eingestürzten Gräber vermitteln gerade zur düsteren Tageszeit einen hohen Gruselfaktor.

Die Festung von Niš war bei Regen ziemlich verwaist. Nur einige Schulklassen tummelten sich auf dem weitläufigen Areal. Die Anlage ist gut in Schuss, die vielen Farbschmierereien den Mauern waren aber sehr unschön. Auf dem Gelände befinden sich neben einem Museum noch etliche (Raucher) Etablissements. Die Festung von Niš ist sehr interessant, lässt aber ein echtes Highlight vermissen.

Fressbuden in NisSpannender ist es 500 Meter hinter der Festung. Dort befindet sich das ehemalige Konzentrationslager Crveni Krst. Auf Deutsch heißt das zynischer weise „Rotes Kreuz“ was zunächst namentlich wohl niemand mit einem KZ in Verbindung bringen würde. Auch das Lager Crveni Krst befindet sich in einem guten Zustand. Vielleicht ist es etwas geschmacklos das sich gerade im ehemaligen Wachhaus des Konzentrationslagers (noch mit original Hakenkreuz und SS-Runen verziert) die heutige Kasse befindet. Der Eintritt kostet 1,50 Dinar, ungefähr 1,20 Euro. Erstaunlicherweise war ich zu meiner Besuchszeit der einzige Gast auf diesem Gelände. Die Dokumentation im dreistöckigen Hauptgebäude war sehr interessant. Die kleinen Zellen unter dem Dach vermittelten einen ziemlich guten Eindruck über die Bedingungen in diesem ehemaligen Konzentrationslager. 30.000 Häftlinge wurden in der Zeit zwischen 1941 und 1944 in diesem Lager inhaftiert. 12.000 wurden unweit davon ermordet. Auch wenn dieses KZ zu den kleinen und unbekannten Vernichtungslagern gehört, lohnt sich ein Besuch definitiv.

Und da es noch nicht gruselig genug war, stand als nächstes der Ćele Kula (Schädelturm) auf dem Programm. Dieses Monument befindet sich etwas weiter außerhalb der Stadt und wurde Anfang des 19. Jahrhunderts von den Osmanen errichtet. Das Fundament dieses Bauwerks besteht aus Schädeln und Knochen aufständischer Serben und diente vor den Toren der Stadt als Abschreckung. Um den Turm wurde später ein Gebäude gebaut um das Denkmal vor Schädeldiebstahl und Vandalismus zu schützen. Nach so viel Tot, Schmerz und Leid sollte zum Abschluss des Tages noch etwas anderes auf dem Programm stehen.

Um einen Blick auf die Stadt Niš zu bekommen, lohnt sich der Besuch des Čegar Hill. Dieses Denkmal befindet sich 6 Kilometer von Niš entfernt. Leider war die Aussichtsplattform vom Čegar Hill geschlossen und das schlechte Wetter ließ nur einen äußerst bescheidenen Ausblick über die Stadt zu. Ein paar Kilometer höher, auf der Spitze des Berges, ist die Aussicht (bei gutem Wetter) noch besser. Dort gibt es auch etliche Grillplätze sowie auch ein Wirtshaus. Am besten ist diese Stelle mit dem Auto zu erreichen.

Fazit: Der Tag in Niš hat mir trotz des dauerhaften schlechten Wetters gut gefallen. Es gibt in Niš allerhand zu entdecken. Ein oder zwei Tage reichen für Niš auch völlig. Die Stadt ist nicht sonderlich schön, hat aber trotzdem seinen Reiz. Die Preise sind unschlagbar und das Essen und Trinken gut. Wer nicht zu hohe Erwartungen hat, dem kann ich einen Ausflug nach Niš nur empfehlen. Unbedingt auch einen Ausflug außerhalb der Stadt machen. Hier ist die Natur noch völlig unberührt. Sie dazu auch: Reisebericht Devils Town / Prolom Banja / Pločnik (Serbien).

Fakten:

Geld: 1 Euro = 122 Serbische Dinar (Stand Mai 2017) tauschen überall möglich.
Flughafentransfer Stadt oder zum Flughafen: Taxi maximal 5 Euro, Bus 34A bis zum Zentralen Omnibusbahnhof 50 Cent.
Hotels: Ab 18 Euro aufwärts je nach Lage und Komfort.
WLAN: In fast allen Bars und Restaurants vorhanden

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