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Bahnhof GörlitzOft ist sie nicht im Gespräch, die östlichste Stadt Deutschlands. Aber wenn, dann immer im Zusammenhang mit der imposanten Architektur. Grund genug die Stadt an der Neiße einen Beuch abzustatten. Die Deutsche Bahn hat die Verbindung nach Cottbus bzw. Görlitz schon längst abgegeben. So verkehrt komplett die Ostdeutsche Eisenbahn auf dieser Strecke. Bis nach Cottbus fuhr ein gerammelt voller Doppelstock Zug. Über eine Stunde Papiertüten Geraschel und Kindergeschrei. Von Cottbus aus ging es dann mit einem Schienenbus weiter nach Görlitz. Vorbei an verfallenen Häusern und Industriebrachen. Ein wahrhaftig deprimierender Anblick. Spannende Zwischenhalte wie Weißwasser oder Horka förderten die geografische Bildung. Entlang der Strecke waren alle Haltestellen auch in Obersorbisch, eine anerkannte Minderheitensprache in Deutschland, ausgeschrieben. Mit einer Fahrzeit von 2:40 Stunden für gerade einmal 200 Kilometer war es eine lange Reise. Der Bahnhof Görlitz überraschte durch seine Größe. Bei einer Stadt mit 55.000 Einwohnern hätte ich das nicht unbedingt erwartet. Auch dass die Stadt über eine Straßenbahn verfügt, hat mich etwas verwundert. Görlitz GründerjahrbautenAuf dem Weg in die Altstadt ging es vorbei an prunkvoll sanierte Bauten aus der Gründerzeit. Zwischen all den restaurierten Gebäuden befinden sich immer wieder Stilbrüche in Form von unsanierten und vernagelten Häusern. Anhand dieses Zustands ist das Aussehen von Görlitz kurz nach der Wende gut nachvollziehbar. Um erstaunlicher ist es zu sehen, was sich in den letzten 25 Jahren in Görlitz alles zum Positiven verändert hat. Leider konnte sich bis heute nicht für alle sanierungsbedürftigen Objekte ein Investor finden. Der Zerfall geht an einigen Stellen ungebremst weiter. Auf den Weg in die Altstadt ändert sich auch die Architektur. Von Gründerjahr zu Barock bis hin zum Mittelalter. In Görlitz reiht sich ein architektonisches Highlight an das Nächste. Eine Mischung aus Prag, Breslau und Krakau. Um sich allem intensiv zu widmen werden Tage benötigt, so groß ist die Auswahl an Sehenswertes. Gemessen an der Einwohnerzahl wirkt die Stadt deutlich größer. Sie lässt sich zwar gut zu Fuß erkunden, zieht sich aber dennoch mehr als erwartet. Viele Touristen waren an diesem Herbsttag nicht zu sehen. Die meistens Besucher kamen wohl aus dem benachbarten Polen. Viele Restaurants und Gaststätten auf der westlichen Seite der Neiße waren gänzlich in polnischer Hand oder hatten polnisches Personal. Verfall in GörlitzAuch Görlitz hat seit der Wende mit dauerhafter Abwanderung zu kämpfen. So verlor die Stadt seit der Wende über 22.000 Einwohner durch die prekäre wirtschaftliche Lage und den damit verbundenen Geburtenrückgang. Die strukturschwache Lausitz wird auch in Zukunft Ursache weiterer Abwanderung der Bevölkerung sein. Allenfalls der Tourismus boomt. Bei den ausländischen Gästen ist die Stadt Görlitz aber noch relativ unbekannt.

Obermarkt und Untermarkt bilden das historische Zentrum der Stadt. Ganz in der Nähe der Nikolaizwinger und die St. Peter und Paul Kirche. Hinter der Kirche geht es bergab zur Altstadtbrücke. Diese wurde 2004 als reine Fußgängerbrücke eröffnet und verbindet den westlichen Teil Görlitz mit dem östlichen Teil, der heute zu Polen gehört und den Namen Zgorzelec trägt. Viele Tagesbesucher gehen hier von Ost nach West und umgekehrt. Die deutschen Besucher nutzen dabei gerne die Gelegenheit zum preiswerten Einkauf von Zigaretten oder Alkohol. Durch die gesamte Altstadt ziehen sich Hotels, Cafés und Restaurants. Von Touristenmassen überschwemmt ist Görlitz aber nicht. Außerhalb der Altstadt gibt es auch noch viel zu entdecken. So schmücken etliche Seitenstraßen frisch renovierte Altbauten. Ein planloses schlendern durch die Straßen ist absolut sehenswert. BlAltstadt GörlitzHin und wieder sind auch noch Überreste eines lange untergegangenen Staates zu erkennen. So erinnert an der Uferstraße das alte VEB Kondensatorenwerk noch eindrucksvoll an diese Zeit. Weitere Industrieruinen befinden sich über die gesamte Stadt verstreut. Auch außerhalb des Zentrums von Görlitz bieten sich genug Unternehmungsmöglichkeiten (Tierpark, Weinberghaus Neißeviadukt u.v.m.). Die Landskron Brau-Manufaktur bietet an mehreren Tagen in der Woche unterschiedliche Führungen durch ein imposantes Industriedenkmal an. Und wer Glück hat, kann eventuell einen Film Dreh miterleben. Die Stadt Görlitz ist ein beliebter Produktionsort der Filmindustrie.

Fazit: Um Görlitz zu entdecken sollte genug Zeit investiert werden. Ein Tagesbesuch reicht für die Stadt mit dem enormen Aufkommen an Sehenswürdigkeiten nicht aus. Görlitz verzeichnet derzeit ein steigendes Besucheraufkommen, ist aber vom Massentourismus anderer Städte noch sehr weit weg. Die vom Krieg unzerstörte Stadt bietet Architektur durch unterschiedliche Zeitepochen und gibt einen Überblick, wie viele deutsche Städte vor dem Krieg einmal ausgesehen haben müssen. Das Ganze kann auch noch bequem mit einer Einkaufstour in Polen kombiniert werden. Görlitz ist definitiv eine Reise wert auch wenn die Stadt ab 22 Uhr wie ausgestorben wirkt.

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Kulmbach ist überregional bekannt für seine Braukunst. Das es mich in die knapp 26.000 Einwohner zählende Kleinstadt einmal verschlägt, hätte ich wohl auch nicht für möglich gehalten. Vielleicht hat mich bisher auch die strapaziöse Anreise immer gehindert. Von Berlin aus mit der Bahn nach Bayern zu fahren ist eine große Katastrophe. Auch 22 Jahre nach der deutschen Einheit hört die Hochgeschwindigkeit am Leipziger Hauptbahnhof auf. Von dort an geht es im Schneckentempo mit einem Zug, der für Geschwindigkeiten mit weit über 300 k/mh ausgelegt ist, durch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Für eine Strecke von gerade einmal 360 Kilometer benötigt der ICE satte 4 Stunden. Eine Frechheit, denn es wird der gleiche Fahrpreis abkassiert. Man bedenke: Hannover – Berlin werden in 1,5 Stunden bewältigt. Da entschädigt auch die schöne Fahrt durch den Thüringer Wald nur wenig, wenn einem am Ende der Arsch vom Sitzen wehtut und zum Ganzen auch noch 20 Minuten Verspätung addiert werden müssen. Für Reisen ins Frankenland von Berlin aus empfiehlt sich dann doch eher das Auto.

Doch zurück zu Kulmbach in Oberfranken. Das kleine bayrische Nest, nahe der ehemaligen Zonengrenze, ist überregional trotzdem vielen ein Begriff. Natürlich wird die Stadt immer wieder mit den berühmten Bieren in Verbindung gebracht. Auch Thomas Gottschalk ist ein Sohn dieser Stadt und präsentierte zusammen mit Iris Berben, Senta Berger oder Günther Jauch in den 90er Jahren an Wochenenden im TV „Die lange Kulmbacher Filmnacht“.
I

n der letzten Juniwoche 2012 gab es auch schon die ersten Vorbereitungen für die Kulmbacher Bierwoche, das jährlich Anfang Juli in der Innenstadt beginnt. Neun Tage lang gibt ein großes Programm. Hierfür wurde auch ein spezielles Festbier, das etwas stärker ist und nicht unbedingt jedem schmecken wird, gebraut. Die Stadt Kulmbach an sich ist schnell erkundet. Der alte Stadtkern unterhalb der großen Plassenburg ist recht übersichtlich und besticht durch seine zahlreichen gut erhaltenen Fachwerkhäusern. Das Highlight dieser Stadt ist natürlich die auf 200 Metern über der Stadt ragende Plassenburg. Für diese Burganlage lohnt sich ein Stopp in Kulmbach auf jeden Fall. Der Aufstieg ist in ca. 15 Minuten zu Fuß geschafft. Für Lauffaule gibt es aber auch den sogenannten „Plassenburg Express“, der den Besucher direkt aus der Stadt in den unteren Burgfried befördert. Die Anlage hat eine Geschichte die im 12. Jahrhundert beginnt. Bis ins 16. Jahrhundert wurde die Burganlage immer wieder überbaut, so das heute verschiedene architektonische Epochen zu bewundern sind. Die gesamte Burg ist in einen bemerkenswerten guten Zustand. In der Burg befinden sich heute gastronomische Einrichtungen und ein Museum. Vor Jahren gab es in der gesamten Anlage jährlich noch ein mittelalterliches Fest, dessen Betrieb aber irgendwann von Staate Bayern untersagt wurde. Es ist also möglich einen interessanten und langen Nachmittag auf der Plassenburg zu verbringen. Zum Abstieg empfiehlt sich ein Nebenweg, der über viele schöne verwinkelte Gassen in die Stadt führt. Kulmbach ist noch nicht eines der typischen bayrischen Städte. Hier legen die Einwohner aber auch noch großen Wert als Franken bezeichnet zu werden. Auch wenn das Ortschild von Kulmbach die Gäste noch mit einem herzlichen bayrischen „Grüß Gott“ willkommen heißt.

Fazit: Wer einmal in der Nähe verweilt oder an Kulmbach vorbeikommt, der sollte ruhig einmal sich ein paar Minuten für die kleine Stadt nehmen. Für einen kompletten Tag, bietet die Stadt allerdings etwas zu wenig – es sein denn, man interessiert sich für das große Bierfest und eventuell einer Brauereibesichtigung.


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