Reisebericht Cabarete (Dominikanische Republik) 2022

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Reisebericht Dominikanische Republik

Ein Wiedersehen nach vielen Jahren. Fast genau vor 15 Jahren besuchte ich die Dominikanische Republik zum ersten Mal. Damals ging die Reise allerdings auf die Halbinsel Samana im Osten der Republik. Ein unvergessliches Erlebnis, da zu diesem Zeitpunkt und wohl bis heute noch kaum Tourismus vorhanden war (Reisebericht Las Terrenas 2007). Leere mit Palmen gesäumte Strände und türkises Wasser mit hohen Wellen. Dazu noch der Tropensturm "Olga", der leider die halbe Insel verwüstete. Einer meiner besten Reisen bis heute. Die erneute Reise in die Dominikanische Republik ist allerdings eher den Umständen geschuldet, denn die Fake-Pandemie hat viele Länder dazu veranlasst, Menschen ohne Giftspritze teils komplett vom Tourismus auszuschließen. Die Dominikanische Republik nicht. Hier kann jeder ohne irgendwelche Drangsalierungen einreisen. Zu danken ist das dem Präsidenten der Republik der schlau ist und den Tourismus nicht vor die Hunde gehen lässt. Jeder Tourist ist vom Staat gegen eine COVID Infektion abgesichert. Im Falle des Falles trägt der Staat alle Umbuchungs- und Behandlungskosten.

Gerne hätte ich mich wieder auf der Halbinsel Samana eingebucht. Jedoch gab es in meiner Budgetklasse kaum Angebote und die stundenlange Anreise mit einem Minibus über kaum asphaltierte Straßen waren nach einem langen Flug doch eher abschreckend. Also buchte ich Cabarete an der Nordküste, nur wenige Minuten Autofahrt vom Flughafen entfernt. Diese Siedlung, die es vor den 1980er-Jahren eigentlich noch gar nicht gab, ist heute ein weltbekanntes Wassersportzentrum. Gerade Surfer und Kiteboarder lockt der Strand von Cabarete an, denn es weht stets ein frisches Lüftchen in der Bucht.

Gebucht wurde (leider) wieder pauschal, weil sich in gewissen Ländern individuell geplante Reisen finanziell sich nicht lohnen. Das erste Mal ein Abflug über den sagenumwobenen Chaosflughafen BER. Doch das große Desaster blieb aus. In 5 Minuten war der Koffer aufgegeben und durch die Sicherheitskontrolle ging es auch im üblichen Zeitrahmen. Abflug nach Zürich mit Swiss pünktlich von Zürich aus weiter mit der Charterlinie "Edelweiß", ein Mitglied der SWISS-Gruppe. Ich habe ja so meine diversen Erfahrungen mit diesen Touristenbombern, aber diesmal war ich doch sehr positiv überrascht. Bis auf die extrem eng bestuhlte Holzklasse und den kostenpflichtigen alkoholischen Getränken gab es bei Edelweiß nichts zu beanstanden. Da habe ich schon in anderen Charterfliegern mehr Geiz und Ärgerliches erlebt. Am Flughafen Puerto Plata habe eines schnell festgestellt: Optisch hat sich nach 15 Jahren Abstinenz von diesem Flughafen nichts geändert. Aber trotz des üblichen Chaos bei Einreise in Drittweltländern liefen Gepäckausgabe und Passkontrolle reibungslos. Neu war nur die digitale Einreisekarte, wo eigentlich jeder eintragen konnte, was er wollte und keinen interessiert es. Bis nach Caberete brauchte der technisch angeschlagene Bus 45 Minuten. Eine sehr kurze Anreise, wenn ich mich an die 5-Stunden-Fahrt nach Samana vor 15 Jahren zurückerinnere. Ein schneller Check-in im Hotel, ein Rundumblick: Passt. Ich bekomme genau das, für was ich bezahlt habe. Zum Hotel Viva Wyndham Tangerine gibt es hier einen Bericht. Nun, im Vorfeld war schon klar, das die Gegend um Pourto Plata nicht zu vergleichen ist mit meinem letzten Aufenthalt in Samana (Reisebericht Las Terrenas 2007).

Das Meer ist aufgewühlt und weit weg vom tiefen Blau, das so viele Hochglanzprospekte ziert. Nachmittags bestimmen Surfer und Kiteboarder das gesamte Strandbild. Cabarete Beach ist eine Ansammlung von Holzhütten, in denen Restaurants und Bars ihr zu Hause haben. Die Preise dieser Etablissements lassen einen die Ohren schlackern. Spaghetti Bolognese 9 Euro, Pizza Napoli 14 Euro und ein billiges einheimisches Bier: 7 Euro. Ich unterstütze ja gerne, aber irgendwann ist auch eine Schmerzgrenze erreicht. Zu jeder Bestellung wird dann (bei einigen wenigen) auch noch ganz kackfrech eine sogenannte "Gouvernement Taxes" draufgeschlagen und eigenhändig Trinkgeld berechnet. Unfassbar. Solche Preise kenne ich aus Manhattan, aber für ein Drittweltland ist das schon ein starkes Stück. Cabarete selbst ist ein trostloses Dritteweltkaff. Laut, dreckig und unattraktiv. Es ist das Nötigste vorhanden wie einige Supermärkte, Banken und Geldautomaten. Das war es dann auch schon. Positiv an Cabarete ist zu erwähnen, das dieser Ort fast nuttenfrei ist. So wird der Gang auf der Straße oder am Strand nicht zum Spießrutenlaufen. Ja, viel geht in Cabarete definitiv nicht ab. Wem am Strand irgendwann die Decke auf dem Kopf fällt, dem bieten sich Ausflüge in die nähere Umgebung oder über die ganze Insel an. Hier empfiehlt es sich im Vorfeld im Internet zu recherchieren und nicht auf die Angebote der Reiseleitung einzugehen. An dieser Stelle kann ich Aligatortours empfehlen. Wer gerne mal am Strand reiten möchte, dem sei die Ranch von Ute Mann und auch Rugama Tours empfohlen.

Fazit: Wer nicht Surfen will und auch nicht Kiten, sondern nur an einem reinen, stressfreien Badeurlaub interessiert ist, der sollte Cabarete meiden. Es gibt naturbelassenere, weitaus schönere Reiseziele in der Dominikanischen Republik. Mit einen kleinen Aufpreis lässt sich mehr aus dem Urlaub herausholen. Mir hat der Aufenthalt in der Dominikanischen Republik trotzdem wieder gut gefallen. Eine Wiederholung in Cabarete halte ich persönlich für eher unwahrscheinlich. In den letzten 15 Jahren hat sich in der Dominikanischen Republik viel geändert. Die Lebensqualität der Einwohner ist gestiegen, allerdings damit auch die Preise. Der schlechte Kurs des Euros tut sein übriges und macht aus der Dominikanischen Republik derzeit ein teures Reiseziel.

Hendrik Lorenz

*1970 in Braunschweig.
Technischer Redakteur, Offsetdrucker und professionelles Arschloch.

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