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Fourteen Falls KeniaWir fliegen überall hin – so oder so ähnlich lautete einmal ein Slogan von Turkish Airlines. Und tatsächlich, sie fliegen sogar regelmäßig nach Nairobi oder Mombasa. Von Berlin aus gibt es nur wenige Angebote anderer Airlines nach Kenia und wenn, dann zu einem doch weit schlechteren Kurs. Und das Beste an der Sache: Durch die letzte Verspätung im vergangenen April gab es den Flug bei Turkish Airlines kostenlos. Einziger Wermutstropfen: die lange Wartezeit in Istanbul. Auch bei dieser Reise war bei dem Unternehmen leider keine Verbindung wirklich pünktlich. Wie auch beim letzten Mal wurden eifrig Kreise über Istanbul geflogen, da der Flughafen Atatürk komplett überlastet ist. Abhilfe soll der neue Flughafen „İstanbul Yeni Havalimanı“ bringen, der Ende Oktober eröffnen soll. Erdogans Prestige Objekt soll einmal der größte Flughafen der Welt werden und 200 Millionen Passagiere jährlich abfertigen. Wir werden sehen.

Nachdem es beim letzten Mal in Mombasa am Flughafen so zügig voranging, war es in Nairobi leider das totale Gegenteil. Bis der letzte Passagier aus dem Flugzeug war, dauerte es schon fast eine Stunde. Sie sind überallDann noch lange bei der Passkontrolle in der Schlange stehen und anschließend ewig auf den Koffer warten, der sich irgendwo auf den vielen laufenden Bändern befand, dessen Fluganzeige nicht funktionierte. Auch beim Evisum war es anders als beim letzten Mal. Trotz des Evisums musste in Nairobi noch Zettel ausgefüllt werden, der den gleichen Inhalt hatte wie im elektronischen Visum. Was für ein Schwachsinn. Schlussendlich habe ich irgendwas draufgekritzelt kontrolliert hat das eh niemand. Bis ich dann endlich den Flughafen Nairobi verlassen konnte waren sage und schreibe 1:45 Minuten von der Uhr gerissen.

In Nairobi um 4 Uhr in der Früh war es alles andere als warm. Knackige 17 Grad erwarteten mich. Für die Äquatornähe doch ganz schön wenig. Ende September aber auf 1668 Meter Höhe nichts Ungewöhnliches. Die Fahrt nach Thika dauerte mit dem Auto, trotz freier Straßen, die es tagsüber in und um Nairobi eher selten zu sehen gibt, noch ca. 1,5 Stunden. Das Ziel lag mitten in der Pampa, keine Touristen Luxusherberge, ein einfaches Haus mit angeschlossener Hühnerfarm. Nicht jedermanns Sache, für mich war es völlig okay. Von hier aus ließ sich prima die Umgebung erkunden. Viele interessante Dinge gibt es zu sehen, und das völlig touristenfrei. Thika Town an sich ist ein trostloses Pflaster. Es gleicht jeder anderen Stadt dieser Größe in diesem Land. Staub, Chaos und viele Menschen prägen das Stadtbild. Eine grüne Oase findet sich im Thika Park.

Dort befinden sich die Chania Falls, ein Wasserfall, der sogar sauberes Wasser führt und in dem es möglich ist zu schwimmen oder zu angeln. Angeschlossen ist hier das schöne Blue Post Hotel. Hinter dem Hotel befindet sich ein weiter Park, in dem es möglich ist, Führungen durch den am Fluss befindlichen Busch zu machen. Einheimische Zahlen hierfür 100 KES, Gäste des Landes 300 KES. Die Führung am Fluss entlang dauert ca. 45 Minuten. Eine Investition, die sich lohnt. Zu sehen gibt es eine schöne und üppige Vegetation, freilaufende Pferde, Affen und mit Glück auch an der Flussgabelung Nilpferde. An den Chania Falls lässt es sich gut einen ganzen Tag aushalten. Wer hier vorbeikommt, sollte nicht verpassen einen Stopp einzulegen.

Die Gegend um Thika ist nicht sonderlich mit Highlights geprägt. Eine weitere vielleicht lohnenswerte natürliche Sehenswürdigkeit sind die Fourteen Falls, 20 Kilometer nördlich von Thika gelegen. Vielleicht deshalb, weil es darauf ankommt, wie sehr der Athi-Galana-River gerade verschmutzt ist. Siehe hier auch den Bericht Fourteen Falls.

Unweit der Wasserfälle befindet sich der Mount Kilimambogo. Dieser 1445 Meter hohe Berg wird auch gerne von Einheimischen zum Wandern benutzt. Offiziell wird das Gebiet Ol Donyo Sabuk Nationalpark genannt. Tiere gibt es aber nicht zu sehen. Der ganze Spaß soll dann aber 2600 KES für Touristen kosten. Der totale Eintrittswahnsinn. Nur zum Wandern? Dieses Erlebnis habe ich mir dann nicht gegeben.

60 Kilometer von Thika entfernt befindet sich der Nairobi Nationalpark. Eigentlich keine Entfernung, doch bei den chaotischen Verkehrsverhältnissen um und in Nairobi kann sich diese Strecke schon mal ziehen. Für die 60 Kilometer sollten schon mindestens 2 Stunden eingeplant werden. Einen detaillierten Bericht zum Nairobi Nationalpark könnt Ihr hier lesen.

Eine weitere Ausflugsmöglichkeit von Thika aus ist der Nationalpark Abadare und quasi gleich daneben Lake Naivasha und der Nationalpark Hells Gate. Alle Ziele sind nur mit dem Auto zu erreichen und von Thika ungefähr 100 Km entfernt. Über den Hells Gate Nationalpark gibt es hier noch einen Bericht. Auch Lake Naivasha ist an dieser Stelle näher beschrieben.

Nach einer Woche Aufenthalt in Thika ging es von Nairobi aus über die neu gebaute Eisenbahnstrecke nach Mombasa. Die Fahrt dauert mit dem Zug gut 4,5 Stunden und kostet in der Economy Klasse 1000 KES und in der 1. Klasse 3000 KES. Buchen lässt sich das Ticket bequem über das Internet. Das Ticket muss man sich allerdings vor Ort am Bahnhof ausdrucken. Der neue Terminus Nairobi wurde komischerweise nur nicht im Zentrum gebaut, sondern im Nirgendwo, zwischen Flughafen Jomo Kenyatta und Nationalpark Nairobi gepflanzt. Das futuristisch anmutende Gebäude hat auf den ersten Blick nur wenig mit einem Bahnhof gemein. Eher ist hier der Vergleich mit einem Flughafen treffender. Sicherheitskontrollen, Sprengstoffkontrollen, Ausweiskontrollen und durchleuchten des Gepäcks. Auch das Einsteigen erfolgt über Schleusen wie im Flughafen. Ein Aufenthalt auf dem Bahnsteig ergibt sich erst gar nicht. Durch die eingleisige Strecke und die geringe Verfügbarkeit an Zügen und Waggons existieren derzeit nur zwei Verbindungen am Tag zwischen Nairobi und Mombasa. Die Waggons scheinen generalüberholt, aber mindestens 15 Jahre alt zu sein. In den Abteilen gibt es zweier und dreier Sitzreihen. Im Zug gibt es Service wie im Flugzeug. Die Preise sind moderat. Die durchschnittliche Geschwindigkeit des Zuges beträgt gerade mal 100 km/h. Langsam genug, um die Natur zu genießen. Vorbei am Nairobi Nationalpark, Chyulu Hills Nationalpark, Tsavo East und Tsavo West. Giraffen, Büffel, Elefanten, Antilopen, Nashörner und Affen säumten den Weg. Die Zugfahrt hat sich absolut gelohnt. Sie ist eine gute Alternative zum Flugzeug oder Bus. In Mombasa angekommen erfolgte die Weiterfahrt mit einem Matatu direkt nach Ukunda. Das Matatu lieferte uns für 700 KES bis vor die Haustür.

Diani BeachZunächst sah es vom Wetter her in Ukunda aus, als wenn es die nächsten Tage durchregnet. Doch ist es am Morgen auch noch so bewölkt, ab 10 Uhr brennt der Planet wolkenfrei vom Himmel. Anfang Oktober ist es in Diani Beach noch übersichtlich, die Saison hat erst begonnen. In den bekannten Bars an der Beach Road geht es noch gelassen zu und es gibt sogar kaltes Bier. Hochkonjunktur hat Anfang Oktober aber schon das horizontale Gewerbe in Diani Beach. Flittchen, wohin auch man nur sieht. Ansonsten hat sich in dem halben Jahr Abwesenheit von Diani nicht viel verändert. Wer mehr über Diani wissen möchte, schaut am besten in meinen letzten Reisebericht vom April 2018. Abgestiegen bin ich diesmal in Diani im Bright Star Resort, ein preisgünstiges Hotel, nicht weit weg vom öffentlichen Strand.

Zurück nach Nairobi ging es dann mit dem Flugzeug. Von Ukunda aus gibt es diverse Airlines, zum Beispiel JamboJet oder Silverstone, die täglich eine Verbindung nach Nairobi Wilson anbieten. Tickets können günstig ab 3000 KES Oneway im Internet gebucht werden. Hier aber dringend die Gepäckbedingungen beachten. Es werden zwar 20 Kilo befördert, jedoch wird das Handgepäck in den 20 Kilogramm mit eingerechnet. Jedes Gepäckstück wird gewogen und dann wird man noch einmal zur Kasse gebeten. In meinem Fall waren das noch einmal 3000 KES. Also Vorsicht ist geboten. Die Flugzeit nach Nairobi beträgt eine Stunde. Kurios: Nach dem Service legen sich die Flugbegleiter erst einmal in die letzte Reihe zum Schlafen. Am Airport Nairobi Wilson kann sich jeder sein Gepäck von einem Bollerwagen holen. Die Fahrt in das Jambo Homestay dauerte mit einem Taxi knapp 45 Minuten. Was ein Homestay ist, erfahrt Ihr unter diesen Link. Zurück ging es am frühen Morgen. Hier empfiehlt es sich immer ein Taxi vorzubestellen. Der Flughafen Nairobi Joomo Kenyatta hat auch seine Eigenheiten. Wer mit dem Taxi anreist muss als Fahrgast an der Eingangsschranke aussteigen, durch eine Sicherheitskontrolle gehen, und danach wieder einsteigen. Der Fahrer muss sich aber keine Kontrolle unterziehen – findet den Fehler. Der Flughafen selbst ist ziemlich in die Jahre gekommen und an einigen Terminals ganz schön abgerockt. Immerhin waren die Preise relativ human und die Abfertigung und damit verbundenen Abreise aus dem Land pünktlich. Ankunft in Tegel pünktlich und diesmal auch mit Gepäck.

Fazit: Auch dieses Mal hat mir die Reise nach Kenia gut gefallen. Insbesondere die Unterbringung bei den Einheimischen war spannend, auch wenn es nicht sonderlich bequem war, teilweise ohne Strom und fließend Wasser zu leben. Sehr bewundernswert wie sich viele mit dieser Situation immer wieder arrangieren. Der Nairobi Nationalpark war toll, ebenfalls Lake Naivasha und die Zugfahrt durch Kenia bleiben mir lange in Erinnerung. An der Südküste war es wieder sehr erholsam. Kenianische Ziegen schmecken nach wie vor köstlich, ebenfalls der frische Fisch aus See und Meer. Nicht vermissen werde ich allerdings den Lärm auf den Straßen und die ewig laute Musik.

 

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Fourteen Falls KeniaDie Fourteen Falls befinden sich ca. 20 Kilometer von Thika Town entfernt. Die Anreise geht bequem mit dem Matatu oder Auto. Über einen schmalen Weg gelangt man zum Eingang der Wasserfälle. Auch hier wird der Nicht Einheimische zur Kasse gebeten und das gewohnt ziemlich kräftig. Einheimische bezahlen 100 KES, Besucher anderer Länder unfassbare 1500 KES. Eine Investition, die sich im nach hinein als Fehler entpuppte. Die Fourteen Falls sind zwar sehr beeindruckend, doch durch die unglaubliche Verschmutzung des Flusses gerät das Naturschauspiel völlig in den Hintergrund. Meterhoch türmt sich der Schaum der Drecksbrühe, es stinkt nach Pisse und Scheiße. Wer hier ins Wasser springt, hat wohl nicht mehr lange zu leben. Es scheint, als würde hier die gesamte Kanalisation aus den Slums von Nairobi vorbeifließen. Auch an den Ufern türmt sich der Müll. In den Büschen teilweise sogar meterhoch. Ein extrem trauriger Anblick. Da wirkt das Schild „Keep The Park Clean“ am Eingang gerade zu zynisch. Am Ufer der Wasserfälle entlang warten überall sogenannte „Führer“, die einen ihre unnötigen Dienste aufdrängen. Dies geschieht in einer unfassbar dreisten Art. So wurde tatsächlich versucht, für ein kleines Gelände, dessen Erkundung problemlos jeder selber durchführen kann, 4000 KES zu abzuziehen. Da vergeht einen echt alles, wenn man zuvor schon mit unverschämten 1500 KES Eintritt abgezockt wurde. Wer ein wenig durch den Busch Richtung Brücke geht, wird ein etwas milde gestimmt. Hier tummeln sich etliche Flusspferde im Wasser. Wie diese in dem total verdreckten Fluss überleben können, bleibt für mich ein Rätsel. Den Tieren sollte man sich allerdings nur behutsam nähern. In regelmäßigen Abständen greifen diese possierlichen Säugetiere grundlos Menschen an und reißen sie in kleine Stücke. Um den verdreckten Fluss herum sind noch ägyptische Enten und diverse Vögel zu beobachten.

Fazit: Die Fourteen Falls könnten wunderschön sein. Die massive Verschmutzung des Flusses macht alles kaputt. Es wird ein unverschämter Eintritt kassiert aber nichts, rein gar nichts für die Umwelt getan. Braune Brühe inmitten einer Müllhalde. Dazwischen Vollidioten die Touristen, die massiv Geld ins Land bringen, noch einmal versuchen auszupressen. Nein. Für diesen Ort kann ich keinerlei Empfehlung aussprechen.

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