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Eine Unterkunft im Harz zu bekommen ist außerhalb der Ferienzeit sehr einfach. Hier hat dann jeder eher die Qual der Wahl, denn noch immer übertreffen die Anzahl der Herbergen der eigentlichen Nachfrage im Harz. Da der letzte Aufenthalt im Ost Harz war, sollte dieses Mal der krisengeschüttelte West Harz besucht werden. Das Bergdorf Hohegeiß erhielt den Zuschlag.
Rund um Hohegeiß gibt es viele Möglichkeiten etwas zu unternehmen. Allerdings ist dann schon etwas Flexibilität erforderlich, denn wie in vielen Feriengegenden der Republik, gibt es auch im Harz kaum eine Infrastruktur. Mobilität ist also in dieser Gegend schon sehr wichtig, wenn bewegungsfeindliche Ansätze vorhanden sind.

Hohegeiß im Harz bietet dem Gast nicht sonderlich viele Attraktionen. Dafür findet aber jeder stressgeplagte Großstadtmensch seine Ruhe. Kurpark oder Brockenblick, auf die Füße treten sich die Touristen in Hohegeiß auf jeden Fall nicht. Die Ortschaft Hohegeiß selbst ist ziemlich trostlos. Viele freie Ferien- oder Mietwohnungen und leer stehende Geschäfte prägen das Bild. Blühende Landschaften bzw. Touristengegenden sehen wahrhaftig anders aus - auch in der Nebensaison. Hier und da gibt es noch einige Kneipen und ein paar Souvenirläden. Das war es dann aber auch schon was Hohegeiß zu bieten hat.
Zu DDR-Zeiten lag Hohegeiß direkt an der Zonengrenze. Heute ist kaum mehr etwas von der ehemaligen innerdeutschen Grenze zu sehen. Übrig geblieben ist nur ein Gedenkstein an Helmut Kleinert, der 1963 beim Überschreiten der Demarkationslinie erschossen wurde.

Auf dem Kolonnenweg, wo einst die DDR-Grenztruppen patrouillierten, wandern nun Menschen durch das niedersächsische Mittelgebirge. Nach Braunlage sind es von Hohegeiß 12 Kilometer. Von dort aus besteht die Option entweder zu Fuß oder mit der Seilbahn (12 Euro Tal – Berg – Tal), den zweitgrößten Berg des Harzes zu erklimmen. Auf der Spitze des Wurmbergs gibt es bei guter Sicht einen schönen Ausblick auf dem im Osten liegenden Brocken. Ansonsten weht nur ein kalter Wind. Einkehroptionen sind vorhanden. Die Skisprungschanze auf dem größten Berg Niedersachsens scheint noch gelegentlich genutzt zu werden. Erst 2011 gab es eine größere Veranstaltung auf dem Wurmberg. Davon zeugten noch Plakate an der Schanze.
Auf dem Wurmberg in Braunlage gibt es mehr als nur eine Saison. Während im Winter alles auf Ski, Snowboard und Rodeln ausgelegt ist, finden Wanderer und Mountainbiker im Sommer am Wurmberg viele interessante Freizeitaktivitäten. Trotz der anhaltenden frühlingshaften Temperaturen, gab es auf dem Wurmberg Ende März noch viele schneebedeckte Flächen.

Wochenende Sonnenschein - auf dem Wurmberg ist nur wenig los. Gleiches galt für den Ort Braunlage selbst. Die großen Menschenmassen werden im Harz mittlerweile nur noch über Feiertage erwartet. Wer in Hohegeiß sein Quartier bezogen hat und etwas unternehmen möchte ohne zu fahren, kann zu Fuß auch allerhand Ziele ansteuern. Für Geschichtsinteressierte wäre sicherlich das Sorger Grenzmuseum eine gute Option. Erreichen lässt sich diese Einrichtung von Hohegeiß aus nach ungefähr 4,5 Kilometer Fußmarsch über den ehemaligen Kolonnenweg. Wo früher die Fahrzeuge der NVA jagt auf potenzielle Republikflüchtige machten, können nun lange Wanderungen unternommen werden. Der Todesstreifen ist teilweise noch gut sichtbar. An einigen Stellen hat sich die Natur aber schon ihr Gebiet wieder zurück erobert. Der Weg zum Grenzmuseum ist in gut einer Stunde zu schaffen. Auf dem gepflasterten Kolonnenweg besteht, bedingt durch die schlechte Bebauung, ständig die Gefahr mit dem Fuß umzuknicken. Besser laufen lässt es sich im Grünstreifen in der Mitte des asphaltierten Weges. Der Weg nach Sorge ist bedeutend einfacher. Es geht die meiste Zeit bergab. Für den Rückweg sollte etwas mehr Zeit und Kondition eingeplant werden. Vor den Sorger Grenzanlagen befindet sich der sogenannte „Ring der Erinnerung“ der mit aufgereihten Bäumen an die deutsche Teilung erinnert.

Vom „Ring der Erinnerung“ aus sind es dann noch einige Meter bis zu den Resten der Sorger Grenzanlagen. Zu sehen gibt es dort nicht mehr viel. Ein kleiner Grenzturm, ein Metallgitterzaun und einige Informationstafeln die über die ehemaligen Sicherungsanlagen aufklären. 1 Kilometer weiter gibt es noch ein Grenzsignal und Sicherungszaun mit angeschlossener Hundelaufanlage.

An einigen Grundstücken in Hohegeiß wurde der Metallgitterzaun der DDR-Grenzanlagen als Zaun zweckentfremdet. Wer den direkten Weg nach Hohegeiß zurück nimmt, kann sich von den Strapazen kurz nach Ortseingang an dem „Grenz-Imbiss“ mit einem kalten Getränk belohnen. Hier wird die innerdeutsche Staatsgrenze auf ein paar Quadratmeter wiederbelebt.

Genauso leblos wie Hohegeiß präsentierte sich auch St. Andreasberg. Das schon gewohnte Bild: Verrammelt, verlassen oder zu verkaufen. Kaum ein Mensch ist auf den Straßen von St. Andreasberg anzutreffen. Restaurants scheinen größtenteils auch erst Monate später zu eröffnen. An der Rodelbahn und dem Sessellift verirrten sich rund ein Dutzend Menschen – wahrscheinlich auch nur des guten Wetters wegen. Bei so viel Action war es dann doch besser, zum Ausgangspunkt zurück zu kehren und dort etwas zu unternehmen.

„Dicken Tannen“ hieß das Ziel. Ein Gebiet im Wolfsbachtal, wo angeblich die ältesten Fichten Norddeutschlands zu finden sind. Der Weg dorthin ist bis zum Hotelrestaurant Wolfsbachmühle mit dem Auto zu erreichen. Danach geht es nur noch mit dem Rad oder zu Fuß am Wolfsbach weiter. Nach 850 Meter führt eine Brücke über den Wolfsbach direkt in den Wald, der durch die vielen überwucherten umgestürzten Bäume schon fast urwaldähnlichen Charakter angenommen hat. Um die wenigen „Dicken Tannen“ zu finden, muss durch ein unwegsames und teilweise aus Sicherheitsgründen gesperrtes Gelände gewandert werden. Insgesamt ein interessantes Ausflugsziel bei dem allerdings auch etwas Klettereinsatz erforderlich ist.

Fazit: Für ein paar Tage ist der Harz auch weiterhin ein attraktives Reiseziel für knappe Kassen. Wer seine Ruhe haben will ist hier, gerade in der Nebensaison, gut aufgehoben. Die große Party geht aber nicht ab - die Zeit ist quasi Anfang der 90er Jahre stehen geblieben und auch das Rentner-Image ist noch lange nicht aus allen Bereichen des Harzes verschwunden. Zu viel sollte niemand von Unterkünften und Einrichtungen haben.

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