Funny Divers, Hurghada (Ägypten) 2011

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Die Organisation über das Internet hat gut geklappt. Ahmet, offensichtlich einer der Chefs der Funny Divers, hat schnell geantwortet, auch wenn er nicht immer alle Fragen beantwortet hat. Nach mehrmaligen Nachhaken wurden dann doch alle Fragen geklärt. Der Check in verlief etwas ungewöhnlich. Sichern sich die meisten Tauchbasen generell doch ab bis zum Gehtnichtmehr, wollte man bei den Funny Divers noch nicht einmal die Zertifikate sehen - geschweige denn ein ärztliches Attest. Die 25 Euro für die Tauchtauglichkeit-Bescheinigung hätte ich mir also eigentlich ersparen können. Aber okay, ist ja auch für die eigene Sicherheit. Ansonsten gab es wie vor einer OP wieder jede Menge zu unterschreiben (das man auch ja frei von irgendwelchen Krankheiten ist). Hier wurde völlig auf die Aussagen des Kunden vertraut. Auch auf das so beliebte "Vortauchen" (Abchecken, ob denn das Ausblasen der Tauchmaske noch klappt usw.) komplett verzichtet. Das sollte mich nicht weiter stören. Aber offensichtlich kann hier jeder tauchen, der meint es zu können. Ich bin auch nicht für den totalen Kontrollwahn der auf manchen Tauchbasen herrscht, aber zu locker sollte es dann vielleicht auch nicht abgehen.

Zu meiner Zeit war bei den Funny Divers nicht viel los. Außer einem anderen deutschen Taucher hatte sich keiner angemeldet. Das Boot der Funny Divers wurde deshalb mit anderen Tauchbasen gechartert, was auch nicht weiter schlimm war, denn Platz gab es eigentlich genug. Bis auf einen Tag, da haben es die Organisatoren mit Schnorchlern und Schnuppertauchern echt ein wenig übertrieben. Die Tauchplätze wurden je nach Wetterlage ausgewählt. Da in der Zeit ein starker Wind herrschte, war die Auswahl natürlich begrenzt. So war es auch nicht weiter schlimm, dass die meisten Tauchplätze angesteuert wurden, die von mir schon mal Jahre zuvor besucht wurden. Auf dem Boot der Funny Divers herrschte zu meiner Zeit keine Hektik. Da habe ich schon ganz andere Sachen erlebt, wo die Taucher geradezu ins Wasser getrieben wurden, da die Masse sonst den Zeitplan durcheinandergebracht hätte. Auf dem Boot waren überwiegend osteuropäische Gäste (noch ist Polen nicht verloren), die aber meistens ihren eigenen Guide hatten. Holländer und Deutsche tauchten meist zusammen, das klappte prima.

Die Crew auf dem Boot war super drauf. Aber ehrlich gesagt kenne ich das auch von anderen Booten so, da gab es noch nie etwas zu meckern. Die gesamte Mannschaft versucht es einen recht zu machen, war zuvorkommend und hilfsbereit. Und zur Krönung gab es zum Mittag immer ein Essen.Ich wundere mich immer wieder, wie es die Ägypter schaffen, auf engsten Raum so etwas zu schaffen. Die Verpflegung ist natürlich auch wichtig, denn scheiß Essen führt bekanntlich zu schlechter Laune.

Schlechte Laune habe ich nur bekommen, als ich mit ansehen musste, wie polnische Tauch-Guides ihre ungeübten Begleiter in Korallen schwimmen ließen. Diese brachen dann ab und sanken in einer riesigen Staubwolke zu Boden. Atemregler macht Probleme? Wird ja wohl nicht so schlimm sein. Kann man ja trotzdem mit tauchen. Nach 10 Minuten griff ein polnischer Taucher wegen null Luftzufuhr panisch nach einem Oktopus. Da gibt es für mich nur einen Scheibenwischer. Leider musste ich mir das Theater 10 Tage lang anschauen. Gerne würde ich etwas anderes über unsere osteuropäischen Nachbarn berichten, aber alle Vorurteile wurden hier erneut bestätigt. Unkontrolliert, unorganisiert und mit wenig Hirn ausgestattet werden sie ins Rote Meer gelassen.

Um sein Equipment musste sich bei den Funny Divers niemand kümmern. Für die Trocknung und Reinigung hatten der Tachclub einen eigenen Equipment-Boy (Rambo). Das war eine echte Entlastung. Von den meisten Tauchbasen in Ägypten kenne ich es nur so, dass jeder sein eigenes Zeug auch noch selbst waschen und aufhängen muss. Ein echt toller Service. Die Box war am Morgen auch schon fertig auf den Wagen verstaut.

Fazit: Mir haben die 10 Tage tauchen bei den Funny Divers Spaß gemacht. Genervt hat leider sehr die polnische Tauchbasis, die permanent in Massen Schnuppertaucher und Schnorchler im Schlepptau hatte. Bei den Tauchern frage ich mich, ob sie ihre Zertifikation auf dem Polenmarkt erstanden haben oder tatsächlich zu blöd zum Tauchen sind. Die polnischen Guides eine einzige Katastrophe. Auf dessen Gewissen gehen etliche Korallen.

Eine weitere gute Tauchbasis:  Aquanaut Blue Heaven, Hurghada (Ägypten) 2008.

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Hendrik Lorenz

*1970 in Braunschweig.
Technischer Redakteur, Offsetdrucker und professionelles Arschloch.

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