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Schon lange wer er geplant, der Besuch der Heilstätten in Beelitz in Brandenburg. Irgendwie hat es aber nie geklappt. Doch eine Programmänderung im Seminar „Ganz unten“ der Berliner Unterwelten änderte das unerwartet. Mit dem Zug ging es also in zum mittlerweile recht beliebten Ausflugsziel. Der kleine Bahnhof der Beelitzer Heilstätten längst verschlossen und vernagelt. Dahinter waren schon die verfallenen Gebäude zu erkennen. Der erste Weg führte zum Kesselhaus, dass eine faszinierende Architektur aufzuweisen hat. Um dieses imposante Gebäude kümmert sich mittlerweile auch ein Förderverein der den guten Zustand erklärt. Um das Kesselhaus herum nur Verfall. Ein paar hundert Meter Richtung Norden befindet sich der größte Teil der Anlage. Auch wenn fast alles total kaputt ist, lässt sich gut erahnen, wie schön diese Heilstätten Beelitz einmal gewesen sein mussten. Ein wahrer Ort der Erholung. Mittlerweile befinden sich Zäune um die meisten Gebäude um eine weitere Zerstörung durch Vandalismus zu verhindern. Es finden aber immer wieder Leute den Weg in die Beelitzer Heilstätten, auch wenn diese teilweise durch Wachschutz gesichert sind.



Mittlerweile sind aber endlich einmal Investoren gefunden wurden, die einige der verfallenen Gebäude denkmalschutzgerecht sanieren und auch mit einem vernünftigen Konzept ausstatten. So wird das alte Küchenhaus zu einer Event-Brauerei umgebaut und Ateliers für Künstler sollen geschaffen werden. Auch die Chirurgie wird wiederhergestellt. In einigen Gebäuden werden heute Führungen und Fototouren angeboten. Unter anderen auch im Wohnpavillion B1, besser auch als „Whitney Houston Haus“ bekannt. Das Haus ist ein riesiger Komplex und beherbergte einst 186 Betten. Schon der erste Schritt in den Speisesaal ließ einen erstaunen. Herunter blätternde Farbe, eingeschlagene Fensterscheiben, heruntergefallener Putz. Wenn hier nicht bald etwas getan wird, bedeutet das für das Haus bald das Ende.

Die Heilstätten Beelitz wurden bis 1994 vom sowjetischen Militär genutzt, hatten aber unter anderen auch prominente Gäste wie der Gefreite Adolf Hitler im Jahre 1916 oder der letzte Staatspräsident der deutschen demokratischen Republik, Erich Honecker im Jahre 1990. Damals waren die Heilstätten Beelitz noch etwas besser in Schuss. Nach 1994 sah sich der eigentliche Besitzer die Landesversicherungsanstalt nicht in der Lage, die einstige größte Heilstätte der Welt in Schuss zu halten. Die Heilstätten Beelitz wurden so zum Ausflugsziel für Hobbyfotografen und dienten Filmproduktionen als Kulisse. Auch der Serienmörder Wolfgang Schmidt beginn im Jahre 1991 in den Beelitzer Heilstätten einen Doppelmord. Mittlerweile wurde über das Gelände auch ein in den letzten Jahren so beliebt gewordener Baumkronenpfad errichtet. Für 14 Euro kann hier jeder einen Blick über die Ruinen der Heilstätten Beelitz erhaschen.

Fazit: Die Beelitzer Heilstätten sind wohl in dem heutigen Zustand einer der größten Lost Places der Welt. Kein Wunder das sie immer wieder Leute anziehen. Es ist ein Super Ausflugsziel wo man sich einen ganzen Tag gut aufhalten kann. Die Beelitzer Heilstätten sind so geschichtsträchtig wie auch unheimlich und absolut sehenswert.

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Der dritte Tag des Seminars startete am hässlichen U-Bahnhof Siemensdamm, eine echte Geschmacksverirrung der 1970er Jahre. Schon überirdisch wirkte der ganze Platz etwas komisch, besonders die extrem hohen (und ebenso hässlichen) auffälligen Lüftungsschächte. Hinter einer Metalltür in der Bahnhofsverkleidung befindet sich auf der Mittelplattform des Bahnhofs eine Zivilschutzanlage mit Platz für mehrere tausend Menschen. Die Anlage ist heute noch zugestellt mit mehrstöckigen Metallbetten und wurde tatsächlich noch bis Mitte der 1990er Jahre gewartet. Dann wurde das Projekt mehr oder weniger aufgegeben und dümpelt vor sich hin. In den Räumen sind noch Materialien wie Klopapier und hunderte von Plastikbechern vorhanden. Die Technik ist mittlerweile überholt. Überhaupt hätte das gesamte Bauwerk auch keinen Volltreffer einer Atombombe auf Berlin Stand gehalten. Die Anlage konnte Menschen für maximal 14 Tage Schutz bieten. Insgesamt ist der Schutzraum ganz interessant aber auch nicht umwerfend.

Nach dem Atombunker in der U-Bahnstation Siemensdamm ging es in den Osten der Stadt. Auf einem Gelände der Deutschen Bahn nahe des Ostkreuzes, haben einige Mitarbeiter des Unternehmens ein kleines Museum zusammengestellt. In dieser Sammlung gab es alles rund um die Stromversorgung der S-Bahn ausgestellt. An dieser Stelle waren aber meine elektrotechnischen Kenntnisse zu gering um bei mir Begeisterung hervorzurufen. Für mich waren fast alle Exponate von der Funktion her Bücher mit sieben Siegeln.

Besser war der Schutzraum des U-Bahnhofs Moritzstraße in Berlin-Kreuzberg. Im zweiten Weltkrieg wurden einige Bauvorleistungen der U-Bahnen als Schutzräume zweckentfremdet. So wurden die Vorarbeiten für einen geplanten Umsteigebahnhof der U8 umgebaut. Hier ist noch allerhand originales zu bestaunen. Von schweren Luftschutztüren bis hin zu alten Belüftungsgeräten. Gut auch noch zu erkennen, Spuren einer Zwischendecke um noch mehr Schutzsuchende in die Anlage zu bekommen. Die Zwischendecke wurde damals aus Holz eingezogen und ist heute nicht mehr im Original vorhanden. Der gesamte Luftschutzraum geht über viele Etagen und im halbdunklen ist die Orientierung gar nicht mal so einfach. Eine echt beeindruckende Anlage die einen guten Einblick der damaligen Zustände vermitteln konnte.

Mit der U8 ging es dann weiter Richtung Jannowitzbrücke. Auf der auf der Seite des Bezirkes Mitte befindet sich nahe der Spree ein Verbindungstunnel von der U5 zur U8. Geplant war hier einst auch einmal ein U-Bahnhof der aber nie realisiert wurde. Im zweiten Weltkrieg wurde der Rohbau des U-Bahnhofes als echter Bunker ausgebaut. Der Bunker wurde so umgesetzt, das neben der Anlage noch ein Gleis zur Nutzung erhalten blieb das heute noch für Überstellungsfahrten ohne Beförderungsfälle von der BVG genutzt wird. Die Anlage war ein Pilotprojekt und lief unter den Namen „Mutter-Kind-Bunker“. Es sollte Frauen mit Kindern Schutz geben die tagsüber in der Rüstungsproduktion arbeiteten. Das Projekt bewährte sich aber nicht und der Bunker wurde damit für alle Privatpersonen freigegeben. Das gesamte Bauwerk ist 385 Meter lang und verfügt über 150 kleine Räume. Die Anlage befindet sich in einem guten Zustand und ist ein imposantes Werk eines düsteren, kaum noch vorstellbaren Kapitels des letzten Jahrhunderts.

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