Die Tauchausrüstung ist schon gepackt - das Rote Meer kann kommen

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Nur noch wenige Tage, dann geht es mal wieder nach Ägypten. In der Hoffnung, dass sich die momentane brisante Sicherheitslage nicht während des Aufenthaltes noch verschlechtert. Es fliegen zwar keine Steine mehr und es ziehen wohl auch keine brandschatzenden und plündernden Horden durch die Straßen, doch die meisten Menschen in Ägypten sind mit der momentanen Situation nach der Revolution nicht zufrieden. Mit anderen Worten: Die Lage kann sich schnell wieder ändern. Dennoch gebe ich dem Ägyptischen Volk mein Vertrauen. Ich kann mir schwer vorstellen, dass die Ägypter die Einnahmequelle Tourismus leichtsinnig aufs Spiel setzen.

Bis jetzt sind die Leute, nach etlichen Anschlägen oder Hai-Attacken immer wieder gekommen. Menschen vergessen eben schnell. Doch auf Dauer würde es irgendwann das völlige Aus bedeuten. Dann sind sich auch die Russen, die so schnell vor nicht zurückschrecken und vieles gewohnt sind, auch zu schade für Ägypten. Doch warum immer wieder Ägypten? Es ist wie mit dem Fußball. Wenn das eigene Team mal wieder im heimischen Stadion verloren hat, schwört man sich auch immer wieder "das war das letzte Mal das ich auf dem Platz bin". Doch zwei Wochen später gibt es ein Déjà-vu mit der Bratwurst in der rechten und dem Bier in der linken Hand. So ähnlich ist es auch mit dem Land der Pharaonen. Seit 1990, meinem ersten Besuch, zieht es mich immer wieder in dieses staubige Land. Es ist das gut verträgliche Klima, die 365 wolkenlose Tage und das Rote Meer, das mit seinem Fischreichtum auf einen wartet. Und wo sonst ist es noch möglich um 23 Uhr bei 30 Grad draußen sitzen zu können ohne aber dabei zu schwitzen? Die mit knapp 4 Stunden relativ kurze Anreise steht außer Konkurrenz mit Flügen über den Atlantik. Der einzige Wermutstropfen: Die jahrelange Schlamperei der ägyptischen Regierung den Tourismus kontrolliert ablaufen zu lassen. Das ganze Land sah in den Urlaubern nur eine einzige Geldmaschine, die es gehört anzuwerfen und bis aufs Letzte auszupressen. Niemand kümmerte sich um die damit verbundenen Umweltprobleme - insbesondere die, die Taucher hinterlassen. Zu Dumpingpreisen werden Tauchscheine von teils illegalen Basen angeboten - jeder darf sich auch mal für ein Foto in die Korallen setzen oder der Riesenschildkröte an den Beinen ziehen. Sehr gut zeigt das die Reportage "Die letzten Tage im Paradies". Naja - mal sehen, was von dem Paradies im Jahre 2011 noch so übriggeblieben ist. Demnächst mehr vom Roten Meer.

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Hendrik Lorenz

*1970 in Braunschweig.
Technischer Redakteur, Offsetdrucker und professionelles Arschloch.

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Joomla Artikel vor 4 Monaten
Machen kann man immer viel, nur muss man dazu auch seine Komfortzone verlassen und auch Gegenwind ve...
Joomla Artikel vor 5 Monaten
Das ist doch schrecklich.kann man da garnichts machen.ich gucke direkt auf das hotel und möchte mir ...
Joomla Artikel vor 5 Monaten
Bernhard hat den Artikel Gefangen im eigenen Land kommentiert
Zum Thema Übersterblichkeit kann man sich hier selber ein Bild machen: https://www.destatis.de/DE/Th...
Joomla Artikel vor 8 Monaten
Hendrik Lorenz hat den Artikel Gefangen im eigenen Land kommentiert
Ich kann mich an den Kommentar erinnern. Dieser ist wohl leider der Reinigung der letzten Spam-Attac...
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