Alptraum Deutsche Bahn Teil 4

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Das war mal wieder schön am Wochenende mit unserer preiswerten und zuverlässigen Deutschen Bahn. Es ging in den Osten, direkt ins Paradies. So heißt der Bahnhof von Jena. Auf Gleis 2 im unteren Geschoss des Berliner Hauptbahnhofes angekommen ließ es sich schon erahnen: Es wird mal wieder richtig kuschelig im ICE. Schulklassen und Reisegruppen mit Gepäck in Ausmaß einer Auswanderung. Dann eine Durchsage. 5 Minuten Verspätung und eine Änderung der Reihenfolge der Wagons. Da wusste ich schon, dass dies nur im Chaos enden kann. Die Hälfte der Fahrgäste bekam die Ansage nicht mit und die andere Hälfte war nicht in der Lage anders herum zu denken. Das Vergnügen hatte ich schon einmal vor ein paar Jahren (siehe auch Artikel "Panik im ICE 279 nach Interlaken"). Zu guter Letzt war es auch noch ein Zug der an einem Haltepunkt auch noch geteilt wird. Damit kam auch niemand klar. Die Leute schubsten und drängelten. Alle hatten offensichtlich Angst nicht mehr befördert zu werden. Die Gänge verstopft mit Koffern. Kein Durchkommen mehr. Hilflose Personen die verzweifelt nach ihren Sitzplätzen suchten. Lange Schlangen vor den Türen. Was die Deutsche Bahn aber vergaß mitzuteilen, es wurde noch ein Zug angekoppelt, dass bekam allerdings so gut wie niemand mit. Bis die Leute aus dem völlig verstopften ersten Zug den Weg in den Zweiten ICE fanden, dauerte es dementsprechend. So ging es dann mit geschmeidigen 20 Minuten Verspätung endlich mal los, nicht ohne einen kleinen Zwischenhalt mitten in der Pampa. Einfach mal so. Zu guter Letzt saß ich auch noch in einem Abteil indem irgend so ein Vollpfosten permanent mit einer Tüte knisterte und dabei ekelhaft schmatzte. Da war der Tag dann endgültig schon mal gelaufen. Der Blick aus dem Fenster munterte auch nicht auf sondern verursachte eher Depressionen. Niemandsland, zerfallene Häuser, verlassene Gleise und kaputte Wagons. Mit geschmeidigen 30 Minuten Verspätung war das Fahrziel erreicht. Die Wut über die Verspätung ließ sich nur noch mit einem großen Schluck aus der Pulle bekämpfen.

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Hendrik Lorenz

*1970 in Braunschweig.
Technischer Redakteur, Offsetdrucker und professionelles Arschloch.

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Ich war letzte Woche, Anfang Juni, dort Übernachten. Ziemlich unruhig dort. Kann man nur am WE besuc...
Joomla Artikel vor 4 Monaten
Machen kann man immer viel, nur muss man dazu auch seine Komfortzone verlassen und auch Gegenwind ve...
Joomla Artikel vor 5 Monaten
Das ist doch schrecklich.kann man da garnichts machen.ich gucke direkt auf das hotel und möchte mir ...
Joomla Artikel vor 5 Monaten
Bernhard hat den Artikel Gefangen im eigenen Land kommentiert
Zum Thema Übersterblichkeit kann man sich hier selber ein Bild machen: https://www.destatis.de/DE/Th...
Joomla Artikel vor 8 Monaten
Hendrik Lorenz hat den Artikel Gefangen im eigenen Land kommentiert
Ich kann mich an den Kommentar erinnern. Dieser ist wohl leider der Reinigung der letzten Spam-Attac...
Joomla Artikel vor 8 Monaten