Der Blockwart um die Ecke

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nervigenachbarn 2

Heute war ein merkwürdiger Tag. Ich fand an meiner Wohnungstür eine freudige Botschaft (Paket ist angekommen) und eine weitere recht komische Nachricht in Form eines gefalteten DIN A4 Bogens (siehe Scan oben). Ein "Nachbar" fühlt sich von mir angeblich in seiner Nachtruhe gestört. Der "Nachbar" droht mir in dem Schreiben mit der Hausverwaltung, sollte die nächtliche Ruhestörung nicht unterbunden werden. Angeblich hätte der Hausmeister auch schon mit mir gesprochen. Merkwürdig. Ich wohne seit 8 Jahren in dieser Wohnung und habe noch nie einen Hausmeister kennenlernen dürfen, geschweige denn habe ich jemals ein Gespräch mit einem Hausmeister geführt. Auch kann ich mich nicht an eine nächtliche Party mit Musikeinlage erinnern. Der TV ist immer recht leise geschaltet, wenn er denn mal läuft. Meinen letzten Hörtest beim HNO hab ich im Übrigen mit Bravour bestanden. Nun denn. Ja, es trifft zu, dass ich zu den Bewohnern des Wohnhochhauses gehöre, die nicht um 22 Uhr ins Bett gehen, sondern noch über einen normalen Biorhythmus verfügen. Da kann es schon mal etwas später werden und damit verbunden sind auch sicherlich gewisse Geräusche, die auf Leben hindeuten, vorhanden. Pissen, scheißen, spülen, telefonieren usw. Hin und wieder fällt auch mal etwas herunter. So ist das nun mal, wenn man mit 40 Parteien in einem Haus lebt und alle Mieter unterschiedliche Lebensweisen haben. Die in dem Schreiben bemängelten "dünnen Wände" kann ich ebenfalls nicht ganz nachvollziehen, denn nach über 10 Jahren in einem Altbau in Berlin-Wedding weiß ich, was wirklich "dünne Wände" sind. Auffällig in diesem Wohnhochhaus mit 11 Stockwerken sind allerdings die Lärmquellen. Auch ich höre hin und wieder, wenn der Nachbar über mir seine Frau aufs Maul haut (obwohl, die Wohnung gar nicht direkt über mir liegt) oder wenn jemand ein Loch in die Wand bohrt. Gerade bei Letzteren ist die Lokalisierung der Lärmquelle in einem Hochhaus extrem schwierig. Von der Lautstärke her wird die Lärmquelle direkt unter sich vermutet, doch diese befindet sich oft Etagen tiefer. Nun, wer könnte dieser anonyme "Zettelschreiber" sein? Auf meiner Etage befindet sich nur eine Familie, die der deutschen Sprache mächtig ist. Hier fände ich es schon schade, dass man als Nachbar nicht das Gespräch sucht, sondern lieber anonym Drohzettelchen verfasst. Aber das passt zum heutigen Zeitgeist. Anstatt kurz miteinander sachlich zu reden, wird lieber Inkognito gedroht. Ich sehe mich in keiner Weise schuldig und werde auch weiterhin nichts an meiner Lebensweise ändern. Wer ein psychisches Problem hat und eventuell dabei noch in Kombination mit einem leichten Schlaf, den sei generell keine Wohnung angeraten, unter dessen Dach sich weitere 39 Mietparteien befinden. Eine "Unterhaltung" mit der Hausverwaltung sehe ich relativ gelassen entgegen und freue mich darauf.

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Hendrik Lorenz

*1970 in Braunschweig.
Technischer Redakteur, Offsetdrucker und professionelles Arschloch.

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Das ist doch schrecklich.kann man da garnichts machen.ich gucke direkt auf das hotel und möchte mir ...
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Hendrik Lorenz hat den Artikel Gefangen im eigenen Land kommentiert
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