Bist Du in Not in Berlin? Erwarte keine Hilfe

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2003: Telefon machte sich selbstständig. Ich wählte versehentlich 110. Habe aufgelegt. 10 Sekunden später rief jemand an und fragte, ob wirklich alles okay ist. Vorbildlich.

2007: Ein blutüberströmter verwirrter Mann U-Bahnhof Seestraße. 10 Minuten später war jemand da. Gute Leistung an einer Silvesternacht (112).

2008: frei laufender bissiger Hund im Schillerpark. Eine junge Frau wurde gebissen. 20 Minuten in der Warteschleife (110). 3 Stunden später waren dann Beamte vor Ort. Besitzer längst vom Acker und musste bis zur Haustür verfolgt werden.

2011: Dubliner Straße in Wedding. Wohnung neben mir brennt. Sofort durchgekommen (112). 10 Minuten, bis die Feuerwehr da war.

2011: Dubliner Straße in Wedding. 3 Migrantenfrauen verprügeln auf der Straße einen Trans-Mann. Sofort durchgekommen (110). Polizei kam in 10 Minuten mit zwei Wagen.

2013: Eichhorster Weg. Eine kreischende und aggressive afrikanische Frau wirft die Habseligkeiten des im Rinnstein sitzenden Mannes aus dem 6. Stock über den Balkon. Sofort durchgekommen (110), nach 3 Minuten waren zwei Streifenwagen vor Ort.

2018: Eichhorster Weg. Türkische Hochzeitsfeier am einen Sonntagmorgen. Sofort durchgekommen (110), nach 15 Minuten war der Spuk vorbei.

2019: Hilflose Person auf dem Bürgersteig. Kein Durchkommen bei der Polizei (110).

2020: WHD Ecke Dannewalder Weg, PKW bockt Fußgänger auf. Kein Durchkommen bei der Feuerwehr und auch nicht bei der Polizei. Nach 20 Minuten hat es ein anderer Zeuge dann doch geschafft. Man kann nur froh sein, dass der Mann nicht schwer verletzt war.

2022: Eichhorster Weg, Leichengeruch im Foyer. Kein Durchkommen bei 110 auch nicht nach 20 Minuten.

Kurios: 2020 Einbruch in meinen Keller. Ich habe mich an das Bürgertelefon gewendet um den Notruf zu entlasten. Der Typ am Telefon sagte doch glatt ich solle 110 wählen!!

Fazit: Wer in Berlin in Not ist oder Hilfe braucht, ist oft auf sich alleine gestellt. Dass man überhaupt bei einer Notrufnummer in einer Warteschleife landet, ist ein Armutszeugnis und erinnert eher an einem 3. Weltland. Der Zustand der Notrufnummern spiegelt allerdings genau den Allgemeinzustand der Hauptstadt wieder.

Hendrik Lorenz

*1970 in Braunschweig.
Technischer Redakteur, Offsetdrucker und professionelles Arschloch.

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Kommentare

Mansour gefällt ein Kommentar bei Kotte & Zeller - Eine unendliche Bestellung
Interessant ist, dass dieser Bericht bereits 10 Jahre her ist, und an der Informationspolitik hat si...
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Ich war letzte Woche, Anfang Juni, dort Übernachten. Ziemlich unruhig dort. Kann man nur am WE besuc...
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Machen kann man immer viel, nur muss man dazu auch seine Komfortzone verlassen und auch Gegenwind ve...
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Das ist doch schrecklich.kann man da garnichts machen.ich gucke direkt auf das hotel und möchte mir ...
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Bernhard gefällt ein Kommentar bei Gefangen im eigenen Land
Zum Thema Übersterblichkeit kann man sich hier selber ein Bild machen: https://www.destatis.de/DE/Th...
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