Contact

mail@gemini-theme.com
+ 001 0231 123 32

Follow

Info

All demo content is for sample purposes only, intended to represent a live site. Please use the RocketLauncher to install an equivalent of the demo, all images will be replaced with sample images.

Benutzerbewertung: 0 / 5

Jeder kennt sie. Die bequemen Vergleichsportale wie Check24, Verivox, Trivago oder sonstiges. Anstatt 100-mal das Gleiche auf verschiedenen Seiten einzugeben, lockt die zeitsparende Datenbank. Alle Anbieter werben damit, nur geprüfte Anbieter für ihr jeweiliges Produkt auszuwählen. Doch ist das wirklich so? Nein. Die Qualitätsprüfung ist offensichtlich nicht immer sorgfältig. Bewusst oder kalkuliert? Als Vermittler sprechen sich die Vergleichsportale von allem frei, denn den Vertrag schließt ja jeder mit dem Anbieter - der wiederum einen Abolus an dem Vermittler bezahlt. Ein gutes Geschäft. Ein Fall bei TRIVAGO zeigt die Gefahr für die Verbraucher. Nach eigenen Angaben durchsucht TRIVAGO rund 250 Buchungsseiten. Darunter namenhafte Anbieter wie Expedia, Booking.com oder auch HRS. Aber auch kleinere und unbekannte Unternehmen hat TRIVAGO in seinem Angebot. Mehrere Jahre nutze ich TRIVAGO und habe bei allen Anbietern nur gute Erfahrungen gemacht die TRIVAGO vorgeschlagen hat. Damit hat sich natürlich ein gewisses Vertrauen aufgebaut. Aber es kann auch mal ganz anders laufen. Doch der Reihe nach.

Eine neue Reise stand an und wie immer wurde erst einmal die TRIVAGO-Maschine angeworfen. Nach Lettland sollte es gehen. Es gab zahlreiche gute Angebote. Ich buchte ein Hotel für zwei Nächte zu einen guten, wenn auch nicht extrem günstigen Preis. Die Buchung erfolgte über eine von TRIVAGO für mich zum ersten Mal angebotetende Webseite mit dem Namen HotelQuickly. Der Anbieter HotelQuickly verlangte zwar Vorauskasse, dass ist aber nicht unbedingt etwas Ungewöhnliches und hatte bisher keine Nachteile gebracht. Meine Kreditkarte wurde nach einiger Zeit dementsprechend belastet. Da die Reise noch ein paar Monate in der Zukunft lag, war für mich die Sache erst einmal erledigt. 3 Wochen vor der Reise meldete sich das HotelQuickly bei mir und teilte mit, dass das von mir gebuchte Hotel in dem von mir gebuchten Zeitraum wegen einer anstehenden Renovierung nicht zu Verfügung steht, ich aber in das Schwesterhotel umgebucht werde, wenn ich dies wünsche. Für mich war das so okay und ich bestätigte die Umbuchung. Die Anreise in dem Hotel erfolgte. Man fand mich auch in dem Buchungssystem des Hotels, doch dann die Überraschung: Das Unternehmen HotelQuickly hatte meine Buchung drei Tage zuvor storniert. Meine Überraschung war groß, denn es gab keinen Grund zu stornieren. Bezahlt hatte ich ja schon (dummerweise). So stand ich erst einmal ohne Hotel da. Der Anbieter HotelQuickly war nicht zu erreichen. Nur mit einem motivierten Hotelangestellten des von mir eigentlich gebuchten Hotels, konnte doch noch ein Kontakt hergestellt werden. Leider ergab das gespräch kein Ergebnis. Es blieb mir nichts anders übrig, als noch einmal ein Hotel zu buchen und auch noch mal zu bezahlen. Zum Glück gab es noch genug freie Zimmer. Das hätte auch anders enden können. Bei TRIVAGO versuchte man zunächst den von mir gemeldeten Vorfall mit HotelQuickly zu relativieren. Ruderte dann aber schnell zurück und versprach sich um den Fall zu kümmern. Tatsächlich meldete man sich später und bestätigte Probleme mit dem Anbieter HotelQuickly. Das Unternehmen HotelQuickly hätte, so wörtlich:

Wir haben leider erfahren, dass Hotelquickly Lieferantenprobleme hatte.

Lieferprobleme? Äpfel, Birnen oder Bananen? Diese Antwort von TRIVAGO in Bezug zu Hotelquickly war doch mehr als merkwürdig. Eine kleine Recherche im Internet über den Anbieter Hotelquickly brachte dann doch recht schnell erschreckende Informationen. Seit dem 14. November 2018 gab es in diversen Foren und auf der Facebook-Seite massive Beschwerden über den Gleichen Vorfall, den ich erlebt habe:

hotelquickly

Bei näherer Betrachtung des Internetauftritts des (betrügerischen) Unternehmens fällt schnell die unprofessionelle Darstellung auf. Besonders die Facebook-Seite ist allarmierend: Immer schöne gekaufte Fotos mit potenziellen Reisezielen aber null Inhalt oder Kommunikation mit Kunden. So gibt sich kein wirklich seriöses oder wirklich existierendes Unternehmen. Mittlerweile sind unter den hübschen Stockfotos immer mehr massive Beschwerden zu lesen. TRIVAGO ist derzeit bemüht, den Fall aufzuklären. Davon verspreche ich mir aber nicht viel. Mein Fehler war, dass ich vorab das Unternehmen Hotelquickly nicht gecheckt habe. Ich hielt es, wegen der positiven Erfahrung mit TRIVAGO in der Vergangenheit, nicht für nötig. Denn Sie selbst bestätigen mir:

Ich kann Ihnen versichern, dass alle Buchungsseiten, die auf trivago zu finden sind, vorab gründlich auf Ihre Vertrauenswürdigkeit überprüft werden.

Nun, wie wir deutlich sehen, ist die gründliche Prüfung bei TRIVAGO wohl doch nicht so gründlich. Wahrscheinlich ist für TRIVAGO Pay-per-Click doch mehr verlockend als die Prüfung von Anbietern. Mein Geld kann ich wohl abschreiben. Ebenso die Mehrkosten der Doppelbuchung.

Am 10. Dezember 2018 veröffentlichte die britische Internetzeitung "The Independent" über den Fall HotelQuickly und die betroffenen Hotelsuchmaschinen TRIVAGO und TripAdvisor folgenden Artikel:

HotelQuickly cancels bookings and says no cash refunds

-------------------------------------------------------------------

Der Artikel spiegelt ungefähr das wieder, was die meisten erlebt haben. Mir wurde aber noch nicht einmal, wie im Artikel beschrieben, ein Gutschein angeboten. Ich habe nie eine Antwort von Hotelquickly bekommen. Die Übersetzung des Artikels lautet ungefähr wie folgt:

Tausende von Urlaubern scheinen wohl ihr Geld abschreiben zu können. Warum? Sie buchten über die Hotelsuchmaschinen TripAdvisor und Trivago, die diese dann an eine in Asien ansässige Agentur namens HotelQuickly weiter vermittelte. Viele Leser haben sich mittlerweile mit The Independent in Verbindung gesetzt, weil sie das Gefühl haben abgezockt wurden zu sein. Der Ablauf war bei allen Geschädigten immer der Gleiche. Nach vollständiger Bezahlung einer Buchung wurde die Reservierung vom Anbieter kurz vor der Anreise storniert. Eine Erstattung gab es nicht und es wurde immer nur eine Gutschrift angeboten um den Kunden zu beruhigen.

Roy Bamber buchte vier Nächte in Prag. Er wollte dort mit Freunden Geburtstag feiern. Drei Tage vor Abflug kam dann diese Nachricht von HotelQuickly: „Das Hotel wurde vom Anbieter storniert.“

Roy Bamber weiter: „Wir mussten das Hotel erneut bezahlen. Seitdem bietet HotelQuickly uns immer wieder nur einen Gutschein an statt unser Geld zurückzuerstatten.“

Les Davis: „Es sieht so aus, als ob HotelQuickly entweder betrügt oder pleite ist. Ich bin mir nicht sicher wie viele Leute durch dieses Unternehmen ihr Geld verloren haben. Ich hatte über TripAdvisor zwei Nächte in Bryce Canyon (USA) im kommenden Mai gebucht. HotelQuickly hat die Buchung umgehend bestätigt. Dummerweise habe ich die Buchung mit meiner Debitkarte bezahlt."

Herr Davis und viele andere Leser haben später eine E-Mail erhalten, die mit "Grüße von HotelQuickly!" begann. In der Nachricht stand, das jede Buchung von ihren Lieferanten (was oder wer das auch ist) ohne deren Wissen storniert wurde. Mittlerweile wird der Firma HotelQuickly selbst vorgeworfen, die Buchungen storniert oder im Vorfeld gar nicht erst durchgeführt zu haben. Weiter ist in der HotelQuickly E-Mail zu lesen:

„In Bezug auf Ihre Rückforderung können wir die Erstattung derzeit leider nicht durchführen, da eine Erstattung auf Ihre Karte aufgrund eines Problems mit unserem System nicht möglich ist. Wir haben jedoch eine vollständige Rückerstattung in Form eines Gutscheins durchgeführt. Der Gutschein steht Ihnen für jede neue Buchung zur Verfügung. Der Gutschein kann außerdem jederzeit verlängert werden. Dies ist leider die einzige Rückerstattungsmethode, die uns derzeit zur Verfügung steht."

Christopher Cotton: „Wenn Sie versuchen den angebotenen Gutschein zu einzulösen, gibt es entweder keine Hotels oder es kommt die Meldung, das der Gutschein zuvor schon verwendet wurde. Es ist also ein wertloser Gutschein."

Einige Geschädigte nutzten die sozialen Netzwerke, um ihre Wut gegenüber den Unternehmen HotelQuickly zum Ausdruck zu bringen.

John Tweedie twitterte: „@TripAdvisor, warum betreiben Sie immer noch Ihre Webseite, obwohl sie offensichtlich eine Menge Leute betrogen haben? Meine Frau wollte um 6 Uhr morgens nach Fuerteventura fliegen. Heute haben wir eine Stornierungs E-Mail erhalten. Das Geld ist weg!“

Xiaoqing Pi: „Ich wurde auch von TripAdvisor, ein Unternehmen, dem ich seit Jahren vertraute, an diesen betrügerischen Anbieter vermittelt. Die gleiche Geschichte von der plötzlichen Stornierung. Die gestrandeten Gäste bekamen keine Erstattung. Das Hotel sagte, dass sie noch nie eine Buchung von HotelQuickly erhalten oder je von diesem Unternehmen gehört haben. Die Hotelgäste, die reserviert hatten, mussten erneut buchen und damit noch einmal bezahlen. Meistens zu einem höheren Preis.“



Simon Leger fragte Trivago: "HotelQuickly betrügt ihre Kunden, storniert alle Buchungen vor Anreise und stellt wertlose Gutscheine als Ersatz aus. Können Sie den Betroffenen helfen, um das Problem zu lösen?"

Trivago: „Es ist nicht klar, ob für britische Kunden, die mit Kreditkarte bezahlt haben, Artikel 75 des Verbraucherkreditgesetzes gilt, wenn die Zahlung über einen weiteren Vermittler erfolgt, so wie es bei HotelQuickly der Fall war. Da das Unternehmen seinen Sitz außerhalb der Europäischen Union hat, ist es für britische Kunden wahrscheinlich unmöglich, eine Rückerstattung zu erhalten.

"

The Independent kontaktierte TripAdvisor, Trivago sowie HotelQuickly. TripAdvisor teilte mit, es habe HotelQuickly von seiner Vermittlung mittlerweile ausgeschlossen und zeigte sich sehr bestürzt darüber, in welche Schwierigkeiten einige ihrer Kunden durch die Buchungen geraten sind. Kunden mit aktueller Buchung sollten sich direkt an das von ihnen reservierte Hotel wenden, um zu prüfen, ob die Reservierung noch gültig ist. TripAdvisor empfiehlt Kunden, deren Zahlung bereits durchgeführt wurde, ihren Kreditkartenanbieter zu kontaktieren, um eventuell die Belastung zurückbuchen zu lassen. Alle bei denen noch kein Geld abgebucht wurde sollten HotelQuickly die Einzugsermächtigung entziehen. 

Trivago teilte mit, HotelQuickly ebenfalls aus ihrem Angebot genommen zu haben. Außerdem hätten sie angeblich ein Hilfecenter für die Geschädigten eingerichtet.

Trivago: "HotelQuickly hat uns versichert alles ausstehenden Beträge an die Kunden zurück zu zahlen. Außerdem versprach HotelQuickly den geprellten Verbrauchern einen Rabatt von 5-15% auf die nächste Buchung zu gewähren. Wir mussten leider feststellen, dass HotelQucikly das Versprechen nicht gehalten hat. Wir warten weiter auf eine Erklärung seitens von HotelQucikly."

Die Zeitung Straits Times in Singapur versuchte ebenfalls HotelQuickly zu kontaktieren. Erhielten jedoch keine Antwort. Die Muttergesellschaft von HotelQuickly ist Rising Sun Merchant Services mit Sitz in Singapur. Das Unternehmen hat weitere Niederlassungen in Hongkong und Bangkok. Die meisten Buchungen bei HotelQuickly erfolgten nicht direkt bei den Hotels, sondern bei weiteren Subunternehmen. Dies steht im Widerspruch zu dem, was die HotelQuickly den Kunden auf ihrer Website verspricht:

„Sobald eine Buchung in der App oder auf der Website vorgenommen wird, sendet unser System automatisch eine E-Mail an die Reservierungsabteilung des Hotels. Unser Team ruft auch die Rezeption des Hotels an, um die Reservierung in einigen Fällen persönlich zu bestätigen."

HotelQuickly wurde ursprünglich gegründet, um die erfolgreiche Firma Hotel Tonight zu kopieren. Das in Athen ansässige Online-Reisebüro Tripsta wurde allerdings mittlerweile geschlossen. Das Unternehmen war von Preisvergleichs-Websites abhängig und bot zu niedrige Tarife an. Letztendlich konnten sie ihre Angebote nicht finanzieren. Die von The Independent erhaltenen Beschreibungen der HotelQuickly-Aktivitäten belegen Ähnlichkeiten mit sogenannten "Bust-Outs", bei denen Reisebüros Zahlungen für Flugtickets im Voraus kassieren, diese allerdings niemals an die Fluggesellschaft weiterleiten.

-------------------------------------------------------------------

So weit der Bericht von The Independents.

UPDATE: Ich habe inzwischen mein Geld von meiner Bank zurückerstattet bekommen. Bei meiner Bank ist es möglich, 13 Monate nach Zahlung das Geld zurückzuholen. Wie das bei anderen Banken ist, weiß ich nicht. Es lohnt sich also, mit einem Sachbearbeiter Eurer Bank zu sprechen und das Problem zu erläutern. Auch lange nach Zahlung ist oft eine Rückbuchung möglich. HotelQuickly hat jetzt noch die Möglichkeit das Gegenteil zu beweisen. Das dürfte in diesem Fall allerdings unmöglich sein.

Fazit: Ich werde TRIVAGO sicherlich trotzdem noch einmal benutzen, allerdings bei Anbietern, mit denen ich noch keine Erfahrung habe, nicht der TRIVAGO Prüfung vertrauen, sondern selbst vorher recherchieren. Von irgendwelchen Vorauszahlungen werde ich ebenfalls Abstand nehmen und nur noch im Hotel bezahlen. Weiterhin werde ich wohl eher wieder auf die Großen und Bekannten der Branche setzen. Das ist schade, weil ich auch gerne kleinere, weniger bekannte Unternehmen unterstützen würde.

Kommentar (12) Aufrufe: 2194

Benutzerbewertung: 0 / 5

Wöchentlich grüßt das Murmeltier. Jede Woche in Form eines Newsletters von Herrn Gerd Appenzeller. Dort begrüßt mich Herr Appenzeller sogar mit persönlicher Anrede. Herr Appenzeller vom Tagesspiegel hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Reinickendorfer Bevölkerung stets auf dem Laufenden zu halten. Mit Baujahr 1943 sollte Herr Appenzeller aber eigentlich schon längst in Rente sein. Ob die geringe Altersvorsorge oder die Langeweile Herrn Appenzeller weiterhin an den Redakteursstuhl kleben lässt, sei mal dahingestellt.  Zugegeben, oft ist dieser Newsletter sehr interessant und ich lese ihn auch gerne. Doch der letzte Serienbrief von Herrn Appenzeller aus Hermsdorf irritierte doch ein wenig. Er prangerte dort private Blogs an, die seiner Meinung nach sogenannte Fake News verbreiten. Was der ältere nette Herr dort so schrieb, ist es wert ein wenig unter die Lupe genommen zu werden. 

In praktisch allen Berliner Bezirken gibt es Blogs, auf denen sich Menschen über das Internet zu alltäglichen Dingen austauschen und informieren. Man sieht Fotos schöner Landschaften, liest in der Rubrik Gesucht/Gefunden, was jemand zu verkaufen oder verschenken hat, was ein anderer braucht. Veranstaltungen vom Kitabasar bis zum Trödelverkauf werden angekündigt. Die Blogs sind richtig gute Nachbarschaftsportale

Richtig erkannt! Allerdings haben Dinge wie Gesucht/Gefunden nur wenig mit einem klassischen Blog zu tun. Und Facebook-Seiten mit Interessengemeinschaften sind ebenfalls kein Blog genauso wenig wie irgendwelche Nachbarschaftsportale.

Aber seit einigen Monaten spüre ich bei einigen eine Veränderung der Thematik und der Tonlage. Manche Beiträge werden polemischer, das Vokabular lässt auf AfD-Nähe der Verfasser schließen. Das ist nicht mein Stil, aber im Rahmen der demokratischen Auseinandersetzung  hinzunehmen.

Ist ja interessant, dass nach vielen Jahren auch endlich mal registriert wird, dass die Stimmung in diesem Land nicht besonders gut ist. Manche brauchen eben etwas länger, um zu kapieren. Erschreckend ist allerdings die Aussage, dass jeder, der nicht die Meinung des Schreibers vertritt, ein potentieller AFD-Sympathisant ist. Sollten Journalisten nicht neutral sein? In welche politische Richtung der Autor tendiert ist hier offensichtlich.

Problematisch wird es, wenn Behauptungen und Zuschreibungen auftauchen, für die es keine Belege gibt. Wer nicht „deutsch“ aussieht, ist ein „Merkelmann“, also ein Flüchtling oder Zufluchtsuchender. Zukünftige Bewohner einer Unterkunft im Märkischen Viertel sind „Merkelgäste“. Ein auf frischer Tat von der Polizei ertappter junger Mann erhält das Etikett, man sehe ja schon, woher der komme. Wenn gegen solche Pauschalurteile argumentiert wird, verschwinden diese anderen Meinungen schnell…

Einerseits moniert hier der Schreiber die angeblichen Vorurteile einiger Leute gegenüber anders aussehende Menschen, andererseits ist es für ihn völlig okay, Menschen mit anderen Meinungen als seiner eigenen, eine AFD-Nähe zu unterstellen.

Und es gibt immer wieder Vermutungen über Straftaten, von denen die Presse aus mysteriösen Gründen nicht berichte.

Das Presse und Medien immer noch viele Dinge verheimlichen oder relativieren, weil es die Regierung so wünscht, ist den Menschen in den letzten drei Jahren nicht ganz entgangen. Und Fake News gibt es auch in den sogenannten Qualitätsmedien. Daher orientieren sich immer mehr Leute an alternative Medien wie Blogs, weil diese eben mittlerweile vertrauensvoller wirken. Gerade wenn es um Verbrechen oder politische Dinge geht.

Dass ich als Journalist das nicht nur lesen, sondern dringend darauf reagieren sollte, wurde mir bei diesem Userkommentar klar: „Nur mal so zur Info: Gestern Abend wurde der Kiosk in der Titiseestraße überfallen… und kurz darauf wohl auch die Hem-Tankstelle am Zabel-Krüger-Damm…auch nur komisch, dass nirgends eine Zeile darüber zu lesen ist.

Das ist für einen Journalisten einer recht unbedeutenden, aber immerhin auflagenstarken Berliner Zeitung natürlich großer Mist. Amateure sind schneller. Die Erklärung ist einfach:

Ich stutzte. Ja, warum war darüber nichts zu lesen? Zu spät für den Redaktionsschluss?  Ich schaute im Polizeibericht. Da stand auch nichts. Merkwürdig. Ich rief bei der Pressestelle der Polizei an – und erfuhr, dass längst nicht alle gravierenden Straftaten auch im Polizeibericht auftauchen – es seien einfach zu viele, auch im Tatsegment Raubüberfälle.[…] Den Überfall auf den Kiosk in der Titiseestraße hat es tatsächlich gegeben, wie meine Nachfrage ergab, natürlich hatte die Polizei dazu einen Bericht, er war nur nicht veröffentlicht worden […]"

Der Tagesspiegel orientiert sich also ausschließlich an Polizeiberichten. Interessante Arbeitsweise. Nun, wem die Polizeibehörde unterstellt ist weiß jeder. Es weiß auch jeder, das alle Polizeiberichte gefiltert werden, so wie es die Regierung eben gerne hat. Dazu kommt das völlige Chaos, was in dieser Behörde herrscht.

Von einem Überfall auf eine Tankstelle weiß die Polizei nichts. Weder auf die Tankstelle am Zabel-Krüger-Damm, noch auf eine andere Hem-Tankstelle an der Berliner Straße, noch auf eine dritte. Man kann davon ausgehen, dass es ihn nicht gab, denn dass überfallenes und beraubtes Personal einer Tankstelle nicht die Polizei ruft, ist unwahrscheinlich.

Ach so. Wenn die Polizei von nichts weiß, kann ja auch nichts passiert sein.

Ohne dass ich damit Misstrauen gegenüber der Pressearbeit der Polizei ausdrücken will (ich habe keinen Grund dazu), empfinde ich es als unbefriedigend, dass die Polizeipressestelle für mich eine Vorauswahl dessen trifft, was berichtenswert sein könnte.

Wie wäre es mit eigener Recherche? Informanten suchen, nachfragen, nerven. Mal selbst alle Tankstellen rund um den Zabel-Krüger-Damm befragt? Wohl eher nicht. Es ist ja auch einfacher einen Polizeibericht zu übernehmen und diesen als Wahrheit zu verkaufen und alle anderen Meldungen dann als Fake News zu denunzieren. So geht Journalismus 2018.

Wenn Sie selber von schwerwiegenden Straftaten hören, schicken Sie mir bitte eine Mail – ich werde mit Hilfe der Pressestelle der Polizei versuchen, den Sachverhalt aufzuklären, und ich werde darüber berichten.

Unfassbar. Jetzt soll die Bevölkerung die Arbeit der Journalisten übernehmen, anstatt diese sich selber bemüht zu recherchieren. Die Zusammenarbeit mit der Polizei ist die Zusammenarbeit mit dem Staat. Besonders mit deren Presseabteilung. Unabhängiger und freier Journalismus sieht anders aus.

Und wenn Sie selber in einem der Blogs hier im Bezirk aktiv sind – denken Sie bitte vorher darüber nach, ob Sie ein Gerücht, über das man am Stammtisch unter Freunden immer folgenlos reden kann, auch an einen Kreis von weit über 1000 Empfängern eines solchen Nachrichtenkanals weiterleiten sollte.

Hier werden Blogs zu dummen Stammtischgerede diffamiert. Ein Journalist fordert den Bürger auf, seine Arbeit zu übernehmen. Kein Wunder, das Zeitungen kurz vor dem Abgrund stehen. In diesem Beispiel zeigt sich ganz deutlich, das eine Tageszeitung nur ein Sprachrohr der Regierung ist. Copy & Paste von der Pressestelle der Polizei. Das wird auch noch offen und ungeniert zugegeben.

Hier zeigt sich deutlich der journalistische Offenbarungseid. Wer schon als Journalist in der Bevölkerung darum betteln muss, mit Informationen beliefert zu werden, weil man selbst sich offensichtlich nicht in der Lage sieht, sich diese zu besorgen, sollte besser ganz schnell seinen Job an den Nagel hängen. Sich mit fremden Federn schmücken unter den Deckmantel "ich regele das für sie" - sehr fragwürdig.

Update 25.07.23018: Der letzte Newsletter von Herrn Appenzeller ist offensichtlich nicht bei allen Lesern gut angekommen. Heute wurde ein neuer Newsletter verschickt. In diesem Newsletter reagierte Herr Appenzeller auf gewisse Reaktionen seines letzten Pamphlets sehr dünnhäutig. Er beschwerte sich erneut über angeblich AFD-Nahe Beiträge auf dieser Seite und verriet dieses Mal auch den Namen der Plattform. Mit der AFD hat Herr Appenzeller scheinbar wirklich ein Problem. Dabei tut er gerade so, als ob sich diese Partei im vergangenen Jahr in den Bundestag geputscht hat. Aber in diesem Punkt ist Herr Appenzeller ja kein Einzelfall und befindet sich in bester Gesellschaft. Die Facebook-Gruppe, dessen Mitglied Herr Appenzeller übrigens auch war, hat ihn mit einigen anderen Mitgliedern zusammen rausgeschmissen. Zurecht. Und wieder klagt Herr Appenzeller über Fake News. Die Plattform verkündete unter anderem:

Liebe Mitglieder, leider mussten wir feststellen, dass es in dieser Gruppe ein paar Maulwürfe gab, die Inhalte und Infos in dieser Gruppe nach draußen getragen und in einer völlig falschen Sichtweise dargestellt haben (Wir seien alles Nazis, Brauner Sumpf, Völkisches Denken, Bewusste Verbreitung von Fake News, Hassmails und Hetzerischen Posts).

Herr Appenzeller reagierte darauf:

Es ging um die Gruppe „Mein Reinickendorf“, deren Mitgliedern ich weder unterstellt habe, dass sie Nazis seien, noch ein brauner Sumpf. Aber so etwas zu behaupten, auch das gehört eben zur Systematik der Fake News…

In diesem Punkt hat Herr Appenzeller recht. So etwas hat er niemanden in seinem Newsletter direkt unterstellt. Aber in der Antwort der Gruppe unterstellt ihm diese ja auch nicht, dass genau er diese Aussage getätigt hat. Mal sehen ob die Reinickendorfer Fake News in eine nächste Runde gehen.

Quelle: Tagesspiegel

Autor: Gerd Appenzeller

Kommentar (0) Aufrufe: 1202

Meine Heimat mein Verein.

Es gibt nicht viele Fußballclubs in Deutschland, die trotz ihren bescheiden sportlichen Leistung dennoch Kult-Status genießen. Kuriose Ereignisse reihen sich neben großen Erfolgen und bitteren Niederlagen. Deutscher Meister in der 1. Bundesliga, die erste Trikotwerbung im Sport, Jägermeister, der Fall Lutz Eigendorf, Abstieg trotz eines positiven Torverhältnisses, 5 Trainer in einer Saison und die beste Bratwurst der Liga....mach mit, lass Dich infizieren und werde auch Eintracht-Fan...der echten und einzigen Eintracht im Profi-Fußball. Klicky?

Nächste Tour