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Blick auf GropiusstadtNach ein paar Tagen Pause wegen der extremen Hitzewelle war dann endlich die nächste Etappe Berliner Mauerweg an der Reihe. Einstieg klar, wieder da wo das letzte Mal unterbrochen wurde, in Lichterfelde-Süd. Wetter diesmal perfekt für einen längeren Weg. Kurvenreich war er diesmal wieder, leider mit etlichen Umwegen wegen der Unzugänglichkeit des eigentlichen Berliner Mauerwegs. Vorbei ging es an unendlichen Maisfeldern mit Blick auf das Brandenburger Ackerland. Der Weg war allerdings teilweise so schlecht, das die Gefahr eines Bänderrisses drohte. Insgesamt war diese mit 20 Kilometer langen Etappe auch erneut nicht spannend aber von der Natur her sehr schön. Immerhin habe ich seit langen mal wieder einen Specht aus nächster Nähe sehen können. Kurz vor Gropiusstadt, bekannt als ehemaliger Wohnort der berühmtesten Drogenabhängigen Christiane F., endete Etappe 7 am Buckower Damm.

 

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Als ich 2002 direkt von der Hochschule zum Sozialamt durchgereicht wurde war ich in Berlin, frisch aus der niedersächsischen Leine Kloake kommend, auf Wohnungssuche. Mein sozialer Status schloss gutbürgerliche Wohngegenden schon mal aus. Zehlendorf, Steglitz, Charlottenburg & Co waren undenkbar. Auch die schicken Trendbezirke wie Friedrichshain, Kreuzberg oder Prenzlauer Berg, dessen Bewohner mit ihren hippen 70er Jahre Retrolook bei mir Augenkrebs hervorriefen, kamen nicht in Frage. Angebote gab es zu dieser Zeit aber noch zu Hauf im national befreiten Ostteil der Stadt oder eben in den sozialen Brennpunkten Berlins. Schon Anfang der 2000er Jahre war es üblich, dass sich Medien gerne einen Stadtteil der noch jungen Hauptstadt herauspickten, um auf diesen jahrelang rumzuhacken. Das Wort „Wedding“ viel in dieser Zeit sehr oft in Zusammenhang mit Dreck, Kriminalität und Überfremdung. Noch hatte ich keinerlei Berührungspunkte zu diesem Stadtteil Berlins. Das sollte sich bald ändern.

U-Bahnhof Rehberge im WeddingWohnungen wurden Anfang der 2000er Jahre noch klassisch in der Tageszeitung ausgeschrieben, die großen Immobilienanbieter im Internet gab es noch nicht. „Wohnen in der neuen Mitte“ - so titelte seriös eine Überschrift. Auch der Preis stimmte - 300 Euro warm für 50 Quadratmeter. Also nichts wie hin. Als ich aus der U-Bahn Station Rehberge emporstieg stellte ich schnell fest: Mit „Mitte“ hat diese Gegend herzlich wenig zu tun. Die Müllerstraße schien mich mit ihrer Lautstärke, den vielen Döner - und Ramschbuden schier zu erschlagen. Das war er also, der böse Wedding von dem alle sprachen. Von der Müllerstraße bog ich in die Dubliner Straße ab in der sich die ausgeschriebene Wohnung befand. Hier sah es aber plötzlich ganz anders aus. Friedlich, nostalgisch und auch ganz hübsch. Dubliner Straße berlin-WeddingAuch von der lärmigen Müllerstraße war kaum etwas zu hören. „Die Wohnungen sind hier fast nicht zu vermieten. Wir müssen schon am Rande der Unwirtschaftlichkeit verpachten“ stöhnte der Verwalter. Der Anblick der Wohnung ein Schock. Ranzig und versifft. Meine Schuhe blieben auf den Holzdielen kleben. Der Verwalter bemerkte meine sich in Grenzen haltende Begeisterung. „Nebenan ist auch frei, schauen Sie sich diese Wohnung doch noch an“. Gesagt getan. Hier sah es schon besser aus. Mit etwas Eigeninitiative ließ sich aus der Altbauwohnung mit Fenster zur Straße etwas machen. Der Deal war abgeschlossen. Mit lästigen Mitbewerbern um diese Wohnung musste ich mich nicht herumschlagen. Es gab sie zu dieser Zeit einfach nicht. Nun war ich also angekommen, ganz unten. Endstation Wedding.

LeopoldplatzDie ersten Wochen verbrachte ich damit mich mit meinem neuen Kiez und Stadtteil auseinander zu setzen. Schnell stellte ich fest, dass der eigentliche Wedding mit seinen ursprünglichen Grenzen gar nicht mal so schlecht ist. Viel Grün, viel erhaltene Bauwerke aus der Gründerzeit, bezahlbare Mieten und eine hervorragende Infrastruktur. Doch irgendwie wurden die Grenzen des Stadtteils Wedding in der Öffentlichkeit nicht anerkannt. Die vielen schlechten Nachrichten aus dem „Wedding“ kamen geografisch gesehen hauptsächlich aus dem Stadtteil Gesundbrunnen. Warum die Medien immer wieder den Stadtteil Gesundbrunnen im Zusammenhang mit dem Wedding brachten (und es heute noch tun), bleibt für mich ein Rätsel. SchillerparkWird die Karte betrachtet, so gibt es eindeutig zwei unterschiedliche Stadtteile und keinen gemeinsamen Stadtteil Gesundbrunnen und Wedding. Für mich war immer klar: Gesundbrunnen ist nicht Wedding - oder eben umgekehrt. Warum Stadtteile ernennen  um sie später in allen Bereichen des Lebens zu vermischen? Kündigte sich bei mir einmal Besuch von außerhalb Berlins an, kam schnell die Frage in welchem Stadtteil ich denn wohne. Sagte ich dann „Wedding“, kamen Antworten wie „Oh je, ich überlege mir doch noch mal“ oder „Boah, das ist ja voll übel, du bist ja echt im Ghetto gelandet“. Bundesweit ist der der Ruf des Berliner Stadtteils Wedding durch falsche geografische Berichterstattung seitens der Medien ruiniert.

MüllerstraßeDer große Schandfleck von Berlin-Wedding ist für mich bis heute noch die Müllerstraße einschließlich Leopoldplatz. Allenfalls an diesen Orten ist ein (optischer) Vergleich zum Stadtteil Gesundbrunnen zulässig. Auch der Ausländeranteil ist in Berlin-Wedding weitaus geringer von den Straftaten mal ganz abgesehen. Ich habe 10 Jahre in Berlin-Wedding gewohnt und habe in dieser Zeit allenfalls Ereignisse erlebt, die in jeder Großstadt der Republik vorkommen. Eine Schießerei vor einem kroatischen Restaurant, der Schillerpark Bomber und der Mord in einem Döner Laden. Das waren die einzigen nennenswerten Negativereignisse an die ich mich erinnern kann. 2012 verließ ich den Wedding schweren Herzens. Grund dafür war eine berufliche Veränderung und der stetige Abwärtstrend des Wohnhauses. Am Ende konnte ich die Namen am Klingelschild meines Hauses kaum noch aussprechen ohne zu spucken. Mit Änderung des Mieterklientel nahm auch die Vermüllung zu - nicht nur in meinem Haus. Berlin-WeddingAuch wenn die meisten Menschen die in Berlin-Wedding wohnen nicht aus der gesellschaftlichen Oberschicht kommen und ihnen nicht die Sonne aus dem Arsch scheint, habe ich mich dort sehr wohl gefühlt.

Heute wohne ich weiter im Norden der Stadt, im Märkischen Viertel. Ein Ortsteil mit ebenso einem problematischen Ruf. Doch hier grenzen die Medien klar ab. Umliegende Stadtteile wie Wittenau werden bei Negativmeldungen komischer Weise nicht in einem Atemzug genannt. Warum eigentlich nicht?

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Meine Heimat mein Verein.

Es gibt nicht viele Fußballclubs in Deutschland, die trotz ihren bescheiden sportlichen Leistung dennoch Kult-Status genießen. Kuriose Ereignisse reihen sich neben großen Erfolgen und bitteren Niederlagen. Deutscher Meister in der 1. Bundesliga, die erste Trikotwerbung im Sport, Jägermeister, der Fall Lutz Eigendorf, Abstieg trotz eines positiven Torverhältnisses, 5 Trainer in einer Saison und die beste Bratwurst der Liga....mach mit, lass Dich infizieren und werde auch Eintracht-Fan...der echten und einzigen Eintracht im Profi-Fußball. Klicky?

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