Berliner Mauerweg Etappe 11: Gesundbrunnen - Märkisches Viertel

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    Die letzte Etappe des Mauerweges war kurz und schmerzlos. Einstieg U-Bahnhof Bernauer Straße. Nächste Station der bei den Hipstern so beliebte Mauerpark im Trendy-Bezirk Prenzlauer Berg. Ein hässliches Gelände gegenüber dem Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, besser auch bekannt als ehemaliger Sportpalast von Erich Mielke und seinem BFC. Dahinter gleich die Max-Schmeling-Halle die vom Namen nach, einen besseren Standort verdient hätte. Von dort aus ging es eigentlich nur noch geradeaus. Direkt an den Gleisen der S1 entlang Richtung Nord-West.

    Zu sehen gab es nicht mehr viel, zumindest nichts Spektakuläres. Unter der Brücke Bornholmer Straße waren an den Streben viele Schuhe befestigt. Hier kann spekuliert werden, über welche Art und Weise die zusammen gebundenen Paare dort platziert wurden. Kurz vor der S-Bahn-Station Wollankstraße wurde der Mauerweg über die Steegerstraße umgeleitet. Mit dem Mauerweg hatte das bis zum S-Bahnhof Wollankstraße nicht mehr viel zu tun. Auch an der Wollankstraße wurde der Mauerweg auf westlicher Seite umgeleitet – warum eigentlich? Der ehemalige Todesstreifen auf östlicher Seite war durchaus begehbar.

    Der Weg führte vorbei am Friedhof Pankow und machte dann wieder einen merkwürdigen Umweg. Immerhin konnte man dabei die mittlerweile verlassene Botschaftsvilla der Republik Sambia bewundern. Ab der S-Bahn-Station Wilhelmsruh führte der Mauerweg vorbei an dem Pankowpark, den Produktionshallen von Stadler Deutschland bis in das Märkische Viertel. An der S-Bahnstation Wilhelmsruh haben auch schon die ersten Bauarbeiten für die Wiedereröffnung der Heidekrautbahn begonnen, die ab 2023 Richtung Norden Pendler in den Berliner Speckgürtel befördern soll. Nach einem Knick Richtung Osten endete der Mauerweg am Einstieg Wilhelmsruher Damm. 160 Kilometer Mauerweg – ich habe fertig.

    Fazit: Muss man einmal den Mauerweg in seinem Leben gegangen sein? Sicherlich nicht. Interessant ist es aber trotzdem. Auf den 160 Kilometern habe ich Gegenden in Berlin kennengelernt, wie ich sie niemals gedacht habe vorzufinden. Gerade die Außengrenzen sind unfassbar schön. Es ist schade, dass die Mauer großflächig sehr schnell abgerissen wurde. Heute braucht man sehr viel Fantasie, um sich die damaligen Zustände vorstellen zu können. Mittlerweile sind auch viele Bereiche des Mauerwegs nicht mehr begehbar. Im ehemaligen Todesstreifen wurde schon etlicher Wohnraum angebaut. Deswegen gibt es auch viele Umleitungen, die weitab vom eigentlichen Mauerweg liegen. In den nächsten Jahren wird das sicherlich noch extremer, da die Stadt gerade in den Außenbereichen stark wächst und auf kurz oder lang einige Brandenburger Bezirke in Berlin eingemeindet werden. Der Mauerweg wird einfach aus Platzmangel irgendwann komplett verschwinden. Geht den Mauerweg in Berlin, solange es ihn noch gibt.

     

     

    Hendrik Lorenz

    *1970 in Braunschweig.
    Technischer Redakteur, Offsetdrucker und professionelles Arschloch.

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    Interessant ist, dass dieser Bericht bereits 10 Jahre her ist, und an der Informationspolitik hat si...
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