Berlin-Wilhelmsruh - Gutbürgerlich im Industriecharme

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    berlin wilhelmsruh

    Ein weiterer kleiner Ortsteil von Berlin, den kaum einer kennt und der auch dementsprechend immer wieder unterschätzt wird. Als ostzonaler Teil Berlins grenzte Berlin-Wilhelmsruh einst am westlichen Bezirk Berlin-Reinickendorf. An der Kopenhagener Straße war vor der Wende Schluss. Heute erfreut sich Berlin-Wilhelmsruh wie auch weitere Ortsteile des Bezirks Pankow großer Beliebtheit bei jungen, oft auch alternativ lebenden Familien. Die gerade mal 8000 Einwohner zählende Gemeinschaft zwischen Reinickendorf, Rosenthal und dem Märkischen Viertel ist eine wahre Oase des Wohnens ohne große Highlights. Dementsprechend ist hier authentischen Lebens fernab jeglichen Tourismus zu finden. Dennoch gibt es etliches Historisches in Berlin-Wilhelmsruh zu entdecken. Da wäre als Erstes das riesige Gelände des heutigen Pankow-Parks. Zu DDR-Zeiten VEB Bergmann-Borsig. Vor der Wende hatte dieses Gebiet eine besondere Lage direkt an Berliner Mauer. Es befand sich in einem Dreieck zwischen Reinickendorf und dem Märkischen Viertel. Der Todesstreifen umzog den kompletten Industriepark. Noch heute sind Teile der Hinterlandmauer auf dem Gelände zu finden. Sie dienten dazu, die Bevölkerung von Berlin-Wilhelmsruh davon abzuhalten, das Werk zu betreten oder einzusehen. Das Werk Bergmann-Borsig war nach der Wende schnell Geschichte. Heute befinden sich Unternehmen wie General Electrics oder Stadler Deutschland sowie viele weitere kleinere Industrie und Event-Unternehmen auf dem Areal des ehemaligen VEB. Viele Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz. Die meisten sind restauriert und bewirtschaftet. Einige auf dem Gelände stehende Hallen sind weiterhin dem Verfall ausgesetzt, da sich kein Investor findet. Andere unter Denkmalsschutz stehende Industriegebäude wurden inzwischen entlang der S-Bahn Trasse abgerissen. Auf dem Gelände des Pankow-Parks betreibt die Band "Rammstein" einen Shop in einer eigens dafür restaurierten alten Industriehalle. Die Heidekrautbahn wird derzeit reaktiviert und verbindet ab der S-Bahn Station Wilhelmsruh in den nächsten Jahren den Ortsteil mit der nördlichen Brandenburger Provinz. Die Bahn durchquert den Pankow-Park. Der Grund gehört der NEB (Niederbarnimer Eisenbahn) und ist bis heute eingezäunt. Die Reaktivierung der Heidekrautbahn erweckt allerdings den Unmut einiger Anwohner, die sich 60 Jahre nach der Stilllegung der Strecke am ehemaligen Gleisverlauf ein Häuschen hochgezogen haben. Am Haupteingang des Pankow-Parks an der Lessingstraße befindet sich eine große Kita. Nur wenige wissen, dass dies einst die Baracken für Zwangsarbeiter im Dritten Reich waren. Auf der anderen Straßenseite gab es die gleichen Baracken. Jedoch sind diese heute verschwunden und es befindet sich an der Stelle ein Parkplatz. Eine versteckte Gedenktafel auf dem Gelände der Kita erinnert heute an die Zwangsarbeiter, die in den Jahren zwischen 1940 und 1945 auf den Bergmann Elektrizitätswerken unter unmenschlichen Bedingungen ums Leben kamen. Der Ortsteil an sich besticht noch mit seinem dörflichen Charme. Zwischen den vielen Neubauten sind immer wieder schmucke Häuser aus der Gründerzeit zu finden. Die meisten DDR-Plattenbauten sind heute saniert und nicht mehr so schlimm anzusehen. Am ehemaligen Grenzübergang Kopenhagener Straße bzw. der S-Bahnstation Wilhelmsruh befindet sich das frühere Umspannwerk Wilhelmsruh. Ein aus Backstein im Stile der neuen Sachlichkeit erbautes Gebäude, das heute noch architektonisch einzigartig ist.

    bvg wilhelmsruh

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    Hendrik Lorenz

    *1970 in Braunschweig.
    Technischer Redakteur, Offsetdrucker und professionelles Arschloch.

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    Ich war letzte Woche, Anfang Juni, dort Übernachten. Ziemlich unruhig dort. Kann man nur am WE besuc...
    Joomla Artikel vor 3 Monaten
    Machen kann man immer viel, nur muss man dazu auch seine Komfortzone verlassen und auch Gegenwind ve...
    Joomla Artikel vor 4 Monaten
    Das ist doch schrecklich.kann man da garnichts machen.ich gucke direkt auf das hotel und möchte mir ...
    Joomla Artikel vor 4 Monaten
    Bernhard posted a comment in Gefangen im eigenen Land
    Zum Thema Übersterblichkeit kann man sich hier selber ein Bild machen: https://www.destatis.de/DE/Th...
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    Hendrik Lorenz posted a comment in Gefangen im eigenen Land
    Ich kann mich an den Kommentar erinnern. Dieser ist wohl leider der Reinigung der letzten Spam-Attac...
    Joomla Artikel vor 7 Monaten

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    Unternehmungen

    • Devils Town

      Wenn die Städte Serbiens noch ein wenig trist und Post-Kommunistisch anmuten, so ändert sich das sofort, nachdem die Stadtgrenze erreicht ist und die Provinz begint. Eine komplett unberührte, unerschlossene und faszinierende Natur.

    • Lake Naivasha

      Touristenfrei, ich bin dabei. Weit weg vom du-ich-ficki Trubel an der Küste ist ein schöner See zu finden. Mitten in der Pampa tummeln sich Marabu, Pelikane, Ibisse und natürlich Flusspferde.

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      Die fast 100 Kilometer lange Halbinsel teilen sich Russland und Litauen. Vieles erinnert an eine Nordseeinsel und vieles erinnert auch an die deutsche Vergangenheit dieses Ostsee Archipel.

    • Shimba Hills

      Nicht zu vergleichen mit einen der vielen Nationalparks, das Naturschutzgebiet Schimba Hills hat aber trotzdem viel zu bieten.

    • Der Invalidenfriedhof

      Der Invalidenfriedhof in Berlin befindet sich mitten in der Stadt am Mauerweg. Beim Durchqueren wissen die meisten gar nicht, das sie am Grab eines der größten Kriegsverbrecher vorbeilaufen.

    • Brooklyn Brewery

      Eine der 4000 aktiven Brauereien in den USA ist die Brooklyn Brewery in Williamsburg. Das Unternehmen bietet eine gute Brauereiführung an, die aber ein wenig zu sehr auf die Kohle der Besucher abzielt.

      Kuba

      Karibischer Kommunismus.

      Seit den 1960er-Jahren hat sich nicht viel auf der Insel Kuba geändert. Es geht nur stückweise voran. Immerhin gibt es Ende der 2010er-Jahren schon Internet, wenn auch nur auf Zeit begrenzt.

      Dominikanische Republik

      Der karibische Traum.

      Die Dominikanische Republik hat nicht den besten Ruf, gilt sie doch eher als Part- und ficki-ficki Hochburg betagter älterer weißer Herren. Doch die Halbinsel Samana wird diesen Ruf nicht gerecht.

      Russland

      Der letzte Abenteuerurlaub.

      Russland ist für viele auch heute noch keine Reise wert. Ich wagte den Schritt und tauchte ein in eine wunderbare Welt mit super Menschen.

      Städtereisen

      • New York City

        Mit dem Glück des Glücklichen noch schnell mit einen Direktflug von Berlin nach New York City - Kurz danach war AirBerlin pleite. Die Stadt, die einen an jeder Ecke an einem Film erinnert. Es lohnt sich.

      • Riga/Kuldiga

        Der baltische Staat ist heute schon lange kein Geheimtipp mehr. Allerdings ist Tourismus ausschließlich auf Riga konzentriert. Interessant wird es aber erst außerhalb der Metropolen Lettlands.

      • Prag

        Seit 30 Jahren erlebt die Stadt Prag jetzt einen ungebrochenen Touristenansturm aus aller Welt. Wird die richtige Jahreszeit gewählt, lässt sich die Stadt aber sehr entspannt erkunden.

      • Bukarest

        Die siebtgrößte Stadt der Europäischen Union ist Bukarest. Die Stadt im südlichen Rumänien besticht durch seine postkommunistische Architektur und seinen noch günstigen Lebenskosten.

      • Niš

        Im südlichen Serbien, quasi zwischen Sofia und dem Kosovo, liegt die Stadt Niš. Trotzdem die meisten noch nie etwas von dieser Stadt gehört haben, hat sie besonders im Umfeld sehr viel zu bieten.

      • Krakau

        Eine der interessantesten Städte Polens ist Krakau. Tief im Osten hat die Stadt sehr viel Geschichte zu bieten. Auf den Spuren von Oskar Schindler.