Urban Gardening - Hochbeete zwischen Hochhäusern

    (0 Votes)

    Hochbeet Märkisches Viertel berlin

    Im Zuge der Neugestaltung der Außenanlagen im Märkischen Viertel Berlin hat die GESOBAU nun auch zwischen ihren tristen Hochhäusern Bereiche für das sogenannte "Urbaning Gardening" errichtet. Wieder ein überflüssiger Anglizismus in der deutschen Sprache der platt mit "städtischen Gärtnern" übersetzt werden kann. Der Trend kommt aus dem New York der 1980er-Jahre, wo viele Menschen brachliegende Grundstücke in Beschlag nahmen und diese eigenständig begrünten, um der depressiven Betonwüste ein wenig zu entfliehen. Mehr oder weniger legal. Wie so oft schwappte der Trend auch über den Teich nach Deutschland und ist jetzt auch im Märkischen Viertel von Berlin angekommen. Seit Beginn der Bauarbeiten 2020 sind in den letzten Wochen die ersten Bereiche des "städtischen Gärtnerns" für die Wohnhausgruppen WHG909, WHG910 und WHG912 freigegeben wurden. Eine entsprechende Information darüber fand ich allerdings erst relativ spät. Zu meiner Überraschung wurde mir auf Anfrage mitgeteilt, das sich in den ersten drei freigegebenen Abschnitten noch kaum jemand angemeldet hatte. Ich buchte mich also in das Projekt ein und konnte am nächsten Tag gleich den Schlüssel abholen. Ich hatte also freie Auswahl zwischen allen drei Bereichen. Leider befinden sich zwei der Areale genau zwischen den Hochhäusern. Nicht nur das 1000 Augen auf einen schauen, auch die Sonne lässt sich dort kaum blicken. Das Gelände am Wilhelmsruher Damm ist jedoch anders. Weit weg von lästigen Blicken und sonnendurchflutet. Ideal. Die Abschnitte sind eingezäunt und die Anbauflächen befinden sich in Hochbeeten unterschiedlicher Größe. Um erst einmal zu signalisieren, dass ein Beet "besetzt" ist, kaufte ich einige Pflanzen im gleich gegenüberliegenden Gartencenter. Einen Himbeer- und Brombeerstrauch, dazu noch einen kleinen Kirschbaum. Da der Sommer so gut vorbei ist, macht es jetzt leider keinen Sinn mehr, irgendetwas auszusäen, was nicht winterhart ist. Jetzt heißt es: geduldig auf das nächste Frühjahr warten. Da wird dann sicherlich auch der große Sturm der Mieter auf die Blumenkübel stattfinden.

    Fazit: Einen Bereich für Mieter anzulegen, in denen es möglich ist, auf kleiner Fläche alles anzupflanzen, was das Herz begehrt, ist eine feine Sache. Und das auch noch kostenlos. Jedoch bin ich mir sicher, dass es bald viel Ärger um die Hochbeete geben wird. Der Zaun um die Beete ist nicht allzu hoch und das Märkische Viertel ist bekannt für extrem asoziales und zerstörerisches Klientel. Ich sehe jetzt schon verwüstete Flächen, alles rausgerissen oder gestohlen, überall hingepisst und hingeschissen. Es ist auch eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sich einer der üblichen Verdächtigen dort seine  Kanabisplantage hochzieht. Ich werde wieder berichten.

    Hendrik Lorenz

    *1970 in Braunschweig.
    Technischer Redakteur, Offsetdrucker und professionelles Arschloch.

    Suche

    Kommentare

    Mansour gefällt ein Kommentar bei Kotte & Zeller - Eine unendliche Bestellung
    Interessant ist, dass dieser Bericht bereits 10 Jahre her ist, und an der Informationspolitik hat si...
    In einem Artikel
    Ich war letzte Woche, Anfang Juni, dort Übernachten. Ziemlich unruhig dort. Kann man nur am WE besuc...
    In einem Artikel
    Machen kann man immer viel, nur muss man dazu auch seine Komfortzone verlassen und auch Gegenwind ve...
    In einem Artikel
    Das ist doch schrecklich.kann man da garnichts machen.ich gucke direkt auf das hotel und möchte mir ...
    In einem Artikel
    Bernhard gefällt ein Kommentar bei Gefangen im eigenen Land
    Zum Thema Übersterblichkeit kann man sich hier selber ein Bild machen: https://www.destatis.de/DE/Th...
    In einem Artikel

    Kenia

    Natur, Tiere und Strand.

    Der afrikanische Kontinent besitzt viele Länder mit den unterschiedlichsten Kulturen und der faszinierendsten Flora und Fauna. Jedoch sind nicht alle Länder so einfach touristisch zu erkunden wie Kenia.

    Goslar

    Wo die Welt noch in Ordnung ist.

    Wer im Braunschweiger Raum aufgewachsen ist, dem dürfte die Gegend um die mittelalterliche Stadt Goslar wohl bekannt sein. Zu DDR-Zeiten war der Westharz, der sich direkt hinter der Kaiserpfalzstadt emporhebt, immer eine beliebte Anlaufstelle. Nach der Wende brach der Tourismus ein und nimmt nun wieder langsam Fahrt auf.

    Mauritius

    Insel der vielen Enttäuschungen.

    Wer von der Insel Mauritius hört, denkt zuerst an kilometerweite weiße Sandstrände, Palmen und exotische Tiere. Einige Dinge treffen sogar zu, aber viele Dinge sind in Wahrheit doch völlig anders. Mauritius ist vor allen Dingen immer noch eines: Afrika.

    Unternehmungen

    • Devils Town

      Wenn die Städte Serbiens noch ein wenig trist und Post-Kommunistisch anmuten, so ändert sich das sofort, nachdem die Stadtgrenze erreicht ist und die Provinz begint. Eine komplett unberührte, unerschlossene und faszinierende Natur.

    • Lake Naivasha

      Touristenfrei, ich bin dabei. Weit weg vom du-ich-ficki Trubel an der Küste ist ein schöner See zu finden. Mitten in der Pampa tummeln sich Marabu, Pelikane, Ibisse und natürlich Flusspferde.

    • Kurische Nehrung

      Die fast 100 Kilometer lange Halbinsel teilen sich Russland und Litauen. Vieles erinnert an eine Nordseeinsel und vieles erinnert auch an die deutsche Vergangenheit dieses Ostsee Archipel.

    • Shimba Hills

      Nicht zu vergleichen mit einen der vielen Nationalparks, das Naturschutzgebiet Schimba Hills hat aber trotzdem viel zu bieten.

    • Der Invalidenfriedhof

      Der Invalidenfriedhof in Berlin befindet sich mitten in der Stadt am Mauerweg. Beim Durchqueren wissen die meisten gar nicht, das sie am Grab eines der größten Kriegsverbrecher vorbeilaufen.

    • Brooklyn Brewery

      Eine der 4000 aktiven Brauereien in den USA ist die Brooklyn Brewery in Williamsburg. Das Unternehmen bietet eine gute Brauereiführung an, die aber ein wenig zu sehr auf die Kohle der Besucher abzielt.

      Kuba

      Karibischer Kommunismus.

      Seit den 1960er-Jahren hat sich nicht viel auf der Insel Kuba geändert. Es geht nur stückweise voran. Immerhin gibt es Ende der 2010er-Jahren schon Internet, wenn auch nur auf Zeit begrenzt.

      Dominikanische Republik

      Der karibische Traum.

      Die Dominikanische Republik hat nicht den besten Ruf, gilt sie doch eher als Part- und ficki-ficki Hochburg betagter älterer weißer Herren. Doch die Halbinsel Samana wird diesen Ruf nicht gerecht.

      Russland

      Der letzte Abenteuerurlaub.

      Russland ist für viele auch heute noch keine Reise wert. Ich wagte den Schritt und tauchte ein in eine wunderbare Welt mit super Menschen.

      Städtereisen

      • New York City

        Mit dem Glück des Glücklichen noch schnell mit einen Direktflug von Berlin nach New York City - Kurz danach war AirBerlin pleite. Die Stadt, die einen an jeder Ecke an einem Film erinnert. Es lohnt sich.

      • Riga/Kuldiga

        Der baltische Staat ist heute schon lange kein Geheimtipp mehr. Allerdings ist Tourismus ausschließlich auf Riga konzentriert. Interessant wird es aber erst außerhalb der Metropolen Lettlands.

      • Prag

        Seit 30 Jahren erlebt die Stadt Prag jetzt einen ungebrochenen Touristenansturm aus aller Welt. Wird die richtige Jahreszeit gewählt, lässt sich die Stadt aber sehr entspannt erkunden.

      • Bukarest

        Die siebtgrößte Stadt der Europäischen Union ist Bukarest. Die Stadt im südlichen Rumänien besticht durch seine postkommunistische Architektur und seinen noch günstigen Lebenskosten.

      • Niš

        Im südlichen Serbien, quasi zwischen Sofia und dem Kosovo, liegt die Stadt Niš. Trotzdem die meisten noch nie etwas von dieser Stadt gehört haben, hat sie besonders im Umfeld sehr viel zu bieten.

      • Krakau

        Eine der interessantesten Städte Polens ist Krakau. Tief im Osten hat die Stadt sehr viel Geschichte zu bieten. Auf den Spuren von Oskar Schindler.