- Details
- Hendrik Lorenz
- Afrika
- Kategorie: Kenia
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Aus Sicherheitsgründen erfolgten Hotelbuchungen bislang meist über bekannte Buchungsportale. Dieses Mal fiel die Entscheidung jedoch bewusst auf eine private Unterkunft. Die Suche über soziale Netzwerke brachte zahlreiche interessante Angebote hervor, die preislich oft deutlich attraktiver waren als die bekannten Hotelplattformen. Der Buchungsprozess gestaltete sich wesentlich aufwendiger. Statt einer schnellen Online-Reservierung waren mehrere E-Mails und Telefonate erforderlich, bis schließlich alle Details geklärt waren. Die größte Herausforderung stellte die Bezahlung dar. Viele private Vermieter setzten auf digitale Bezahlsysteme, die insbesondere in Afrika weit verbreitet waren. Eine einfache Zahlung per Kreditkarte war daher nicht möglich. Da der Vermieter auf einer Anzahlung bestand, schied eine klassische Banküberweisung aus. Letztlich blieb nur eine Überweisung per Western Union auf ein M-Pesa-Konto. Eine praktikable, allerdings nicht gerade günstige Lösung. Der Restbetrag wurde anschließend bar bei der Ankunft bezahlt, was ein gewisses Vertrauensverhältnis voraussetzte. Die Wahl fiel auf ein einfaches Apartment mit Pool, rund fünf Kilometer südlich von Ukunda. Die UnFterkunft lag mitten in einer einfachen Wohngegend, etwa zwei Kilometer vom Strand entfernt. Der erste Eindruck wirkte zunächst ungewohnt. Hohe Mauern und ein elektrischer Sicherheitszaun erinnerten eher an eine Gefängnisanlage als an eine Ferienunterkunft. Hinter dem Eingangstor präsentierte sich jedoch ein völlig anderes Bild. Ein gepflegter tropischer Garten umgab sechs kleine Ferienhäuser, die sich harmonisch in das Gelände einfügten und eine angenehme Atmosphäre vermittelten. Die Unterkunft selbst war schlicht eingerichtet, bot jedoch alles, was für einen Selbstversorger notwendig war. Zur Ausstattung gehörten eine kleine Küche, ein Wohnbereich mit Fernseher, ein Schlafzimmer sowie ein Badezimmer. Kostenloses WLAN stand in der gesamten Ferienanlage zur Verfügung und funktionierte während des Urlaubs zuverlässig. Zur Ferienwohnung gehörten außerdem eine eigene Terrasse, ein Waschbecken zum Reinigen von Kleidung hinter dem Haus sowie ein kleiner, angenehm warmer Swimmingpool, der täglich gereinigt wurde. Direkt am Pool befand sich ein überdachter Gemeinschaftsbereich mit einem großen Fernseher, an dem regelmäßig gemeinsam Fußball geschaut wurde. Falls Getränke oder Dinge des täglichen Bedarfs fehlten, konnten diese direkt auf dem Gelände erworben werden. Mit rund 38 Quadratmetern bot die Unterkunft ausreichend Platz für ein oder zwei Personen. Die Reinigung erfolgte alle paar Tage, Bettwäsche wurde auf Wunsch sogar täglich gewechselt. Der hohe Sicherheitszaun hielt die meisten Affen zuverlässig fern. Gelegentlich gelangte dennoch eine grüne Meerkatze auf das Grundstück. Meist suchten die Tiere nach kurzer Zeit wieder das Weite. Lediglich eines Morgens wartete ein besonders neugieriger Besucher direkt vor der Haustür und schien genau zu wissen, wo sich möglicherweise etwas Essbares finden ließ. Türen und Fenster sollten deshalb grundsätzlich geschlossen bleiben. Insbesondere nachts. Ein Affe innerhalb der Unterkunft kann in kürzester Zeit erhebliche Schäden verursachen. Das Personal erwies sich während der gesamten Zeit als ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Zusätzliche Wünsche wurden, soweit möglich, jederzeit erfüllt. In ruhigeren Stunden verbrachten die Angestellten einen Großteil ihrer Zeit vor dem Fernseher oder gönnten sich eine kleine Pause. Dieses Verhalten passte gut zur oft gelassenen afrikanischen Lebensart. Während des Aufenthalts kam es mehrfach zu Stromausfällen. Der längste dauerte rund 16 Stunden. Da die Unterkunft über keinen Notstromgenerator verfügte, mussten diese Unterbrechungen hingenommen werden. Zur Sicherheit war das Domizil mit mehreren Überwachungskameras ausgestattet. Ob die Aufzeichnungen dauerhaft gespeichert wurden, ließ sich nicht überprüfen. Gelegentlich trafen sich Freunde und Bekannte des Besitzers in der Anlage, um gemeinsam fernzusehen oder den Abend bei einem Getränk ausklingen zu lassen. Trotz dieser Besuche blieb die Atmosphäre jederzeit ruhig und angenehm. Lediglich an zwei Tagen war die Anlage vollständig ausgelastet, überwiegend mit einheimischen Gästen. Entsprechend wurde es deutlich lebhafter und auch etwas lauter. Erwähnenswert waren schließlich noch die durchaus amüsanten Poolregeln, deren Einhaltung offensichtlich eher als unverbindliche Empfehlung verstanden wurde:

Ich möchte diese lustigen Regelungen noch gerne um folgende ergänzen:

Die Entscheidung, dieses Mal auf ein klassisches Buchungsportal zu verzichten und die Unterkunft direkt beim Vermieter zu buchen, erwies sich trotz des höheren organisatorischen Aufwands als richtig. Die Langai Villas (Apartments) überzeugten mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Rund 580 Euro für einen ganzen Monat während der Hochsaison im Dezember sind kaum zu unterbieten. Hinzu kamen eine gepflegte Anlage, ein freundliches Team und eine angenehm entspannte Atmosphäre. Der einzige wirkliche Nachteil war die Lage. Die Unterkunft befand sich mitten in einer einfachen Wohngegend, mehrere Kilometer von der nächsten Infrastruktur entfernt. Nach Einbruch der Dunkelheit sollten sich insbesondere ausländische Besucher („Mzungus“) besser nicht mehr zu Fuß außerhalb der Anlage bewegen. Auch der rund zwei Kilometer entfernte Strand erforderte einen längeren Fußmarsch über einen unbefestigten Weg, der bei tropischer Hitze schnell anstrengend werden konnte. Für preisbewusste Reisende mit geringen Ansprüchen an Luxus, die kein Problem mit etwas Bewegung und einer ruhigen Lage haben, stellen die Langai Villas (Apartments) jedoch eine klare Empfehlung dar.