- Details
- Hendrik Lorenz
- Süd/Mittel/Nordamerika
- Kategorie: Dom.-Rep.
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Das Hotel Aligio Beach Resort lag direkt an einer der meistbefahrenen Straßen von Las Terrenas. Die weitläufige Anlage präsentierte sich damals dennoch als gepflegte tropische Oase mit zahlreichen Palmen und üppiger Vegetation. Die Zimmer waren auf zweistöckige Bungalows verteilt und verfügten jeweils über einen Balkon oder eine Terrasse. Den Unterkünften war allerdings anzusehen, dass ihre besten Jahre bereits hinter ihnen lagen. Besonders in den Badezimmern machten sich deutliche Abnutzungserscheinungen bemerkbar. Auch die Bauweise erwies sich bei starken Regenfällen als wenig durchdacht. Immer wieder drang Wasser ins Zimmer ein. Aufgrund des tropischen Klimas besaßen die Unterkünfte keine verglasten Fenster, sondern lediglich hölzerne Jalousien. Dadurch gelangten sämtliche Geräusche von außen nahezu ungefiltert ins Innere. Die Einrichtung war einfach, aber funktional und entsprach der damaligen Preisklasse. Die vorhandene Klimaanlage konnte den offenen Baustil nur bedingt ausgleichen und erwies sich während des Aufenthalts im Dezember ohnehin als entbehrlich.
Für das leibliche Wohl sorgte ein Buffet mit drei Mahlzeiten täglich. Auswahl und Menge waren vollkommen ausreichend, sodass weder Hunger noch Durst aufkamen. Getränke standen bis in die Nacht an der Poolbar kostenlos zur Verfügung. Diese Bar fiel allerdings recht klein aus. Bei voller Auslastung des Hotels dürfte es dort schnell eng geworden sein. Etwas gewöhnungsbedürftig war die Ausgabe sämtlicher Getränke in kleinen 0,2-Liter-Plastikbechern. Das verlieh der Bar eher den Charakter eines Fußballstadions als den einer Hotelanlage. Aufgrund der geringen Bechergröße waren regelmäßige Nachschubgänge unvermeidlich. Welchen Sinn dieses Konzept verfolgte, blieb letztlich ein Rätsel.
Eine Minibar gehörte nicht zur Zimmerausstattung. Für den kleinen Durst in der Nacht standen daher lediglich ungekühlte Getränke zur Verfügung. WLAN wurde zwar angeboten, war damals jedoch kostenpflichtig. Wer lediglich E-Mails abrufen wollte, konnte gelegentlich den Internetterminal an der Rezeption nutzen. Viel Geduld war dabei allerdings Pflicht, denn die Geschwindigkeit erinnerte eher an ein altes 56k-Modem.
Zur Unterhaltung verfügten die Zimmer über einen Fernseher mit rund 50 Programmen, darunter auch ein deutschsprachiger Sender. Ein großzügiger Safe konnte für 25 Euro für zwei Wochen gemietet werden. Nicht unbedingt ein Schnäpchen. Zur Anlage gehörten außerdem zwei kleine, sehr gepflegte Pools. Liegen, Auflagen und Handtücher standen den Gästen kostenlos zur Verfügung. Der hoteleigene Strand verdiente diese Bezeichnung dagegen kaum. Aufgrund der unmittelbar angrenzenden Straße eignete er sich praktisch nicht zum Baden oder Entspannen. Wirklich ins Gewicht fiel das allerdings nicht. Bereits rund 100 Meter östlich des Hotels begannen kilometerlange, weitgehend menschenleere Sandstrände, die deutlich attraktiver waren.
Auch Animation gehörte zum Angebot des Hotels. Ein französisches Team mit drei jungen Mitarbeiterinnen organisierte täglich das übliche Unterhaltungsprogramm. Wer daran Gefallen fand, kam auf seine Kosten. Wer lieber seine Ruhe bevorzugte, konnte den Angeboten problemlos aus dem Weg gehen. Das Hotelpersonal hinterließ durchweg einen freundlichen und hilfsbereiten Eindruck. Trinkgelder wurden dankbar angenommen. Auf Tischen oder Zimmern abgelegte Beträge blieben grundsätzlich unberührt. Mit Englisch ließ sich vieles regeln, Spanischkenntnisse erwiesen sich jedoch als klarer Vorteil.
Das Hotel Aligio Beach Resort eignete sich vor allem für aktive, unkomplizierte und preisbewusste Urlauber, die ihren Urlaub nicht ausschließlich am Buffet oder an der Hotelbar verbringen wollten. Wer dagegen luxuriösen Komfort oder ein gehobenes All-inclusive-Angebot erwartete, war in einer anderen Unterkunft besser aufgehoben. Trotz kleiner Schwächen überzeugten insbesondere die schöne tropische Gartenanlage, die entspannte Atmosphäre und das freundliche Personal. Insgesamt bleibt das Hotel deshalb für immer in positiver Erinnerung.
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