Um 5 Uhr aufstehen, das war echt brutal. Wenn es aber mal wieder billig sein soll, nicht zu ändern. Von Tegel aus genau eine Stunde Flugzeit. Der Airport Salzburg wirkte sehr provinziell und auch ein wenig verlassen. Nichts mehr zu spüren von dem EM-Trubel vergangener Tage. Die anschließende Fahrt via Trolleybus (1,80 Euro) bis zum Hauptbahnhof von Salzburg dauerte 15 Minuten. Öffentliche Stadtkarten waren leider nicht zu finden. Eigentlich schwach für eine Stadt, die zuvor noch Austragungsort der Fußball EM war. Nach 20 Minuten Irrweg durch die Straßen von Salzburg war das Hotel Lasserhof erreicht. Glück gehabt, dass Zimmer im Lasserhof war trotz Frühanreise schon frei. 10 qm, der Blick zum Innenhof und auf Nachbars Balkon. Wenigstens funktionierte das Internet. Der erste Weg führte wegen erheblichen Hungers in ein Café. Enttäuschend das Frühstück. Ein vertrocknetes Brötchen und ein paar Scheiben Käse – der totale Witz. Das Ganze für 5 Euro. Der für uns normale Kaffee heißt hier übrigens „Verlängerter". War wohl nichts mit der gehobenen österreichischen Gastronomie. Weiter ging es in Richtung Altstadt von Salzburg – mittlerweile hatte sich die Sonne auch durch die Wolkendecke gemogelt. Ein paar weibliche amerikanische Touristen waren zu sehen – leicht daran zu erkennen, dass sie ohne BH herumliefen. Je näher die Altstadt von Salzburg kam, desto mehr Touristen. Im Mirabellengarten war kaum noch ein Durchkommen. Vom vielen Slalomlaufen um die Leute herum wurde mir ganz schwindelig. In der Altstadt von Salzburg dann der Super Gau: Touristenstau! Nichts ging mehr. Ein so extremes Aufkommen war schon erschreckend. Über die schicke Getreidegasse bis hin zur Fan-Meile war schieben, schubsen und treten angesagt. Die Fanzone, der noch laufenden Fußball Europameisterschaft in Salzburg, war überraschender Weise völlig verwaist. Nach dem Ausscheiden der eigenen Mannschaft schienen die Österreicher an dieser Veranstaltung nicht mehr viel Interesse gehabt zu haben. Vielleicht lag es aber auch an dem extrem unattraktiven Zwischenprogramm. Da die Altstadt von Salzburg an diesen Nachmittag extrem überfüllt war, ging es mit einem kleinen Schlenker auf den Klosterberg zum Kapuzinerkloster. Eine echte Tortur bei der Hitze und nur mit Badelatschen an den Füßen. Zur Belohnung gab es eine gute Aussicht auf die gegenüber liegende Festung Salzburg, der Salzach und der Altstadt von Salzburg. Doch was ist eine gute Aussicht, wenn es eine noch bessere gibt? Dazu müssen allerdings 635 Höhenmeter bewältigt werden, am Kloster links vorbei und immer den Weg nach. Das Ganze endet nach ca. 2 km in einer Sackgasse, auch „Franziski Schlößli“ genannt. Hier kann im Garten des „Schlößli“ der anstrengende Aufstieg mit einigen Bieren begossen werden - das Ganze natürlich bei einem interessanten Ausblick auf das bergige Salzburger Hinterland. Der Abstieg ging dann über den sogenannten „Basteiweg“. Ein steiler Weg, immer entlang der alten Wehrmauer. Nichts für Alte und Gebrechliche. Immer wieder tauchten Schießschächte und Ecktürme auf, die teils schon gänzlich zugewuchert waren. In einigen dieser Türme hatten sich bereits die Obdachlosen Salzburgs eingenistet. Die Folge waren zugemüllte Wege. Zurück in der Linzer Gasse erst mal ein Bier – 3,90! Einmal um die Ecke, und schon gab es das Ganze einen Euro billiger. Viele Gastronomen haben in Salzburg überhaupt keine Hemmungen die Touristen abzuzocken wo und wie es nur geht. Wer das zahlt, ist selber schuld. Als letzten Programmpunkt des ersten Tages in Salzburg war dann die „Hohensalzburg“ an der Reihe. Aufgrund der mittlerweile gesunkenen Temperaturen war der Aufstieg weitaus erträglicher. Um den Burghof zu betreten muss allerdings erst einmal abgedrückt werden, 3,80 Euro. Wer die Burgbahn nimmt, zahlt um die 8 Euro. Um ehrlich zu sein, so wirklich lohnt sich das Ganze nicht. Es gibt innerhalb der Festung nicht sonderlich viel Aufregendes zu sehen. Eigentlich reicht es, dass imposante Bauwerk von außen zu bewundern. Ansonsten ist Salzburg eine ziemlich tote Stadt. Nach Abzug der Touristenmassen wäre kaum Leben zu verzeichnen. Nachts werden ab 22 Uhr auch die Bordsteine hochgeklappt. Außerhalb des Zentrums hat kaum noch etwas geöffnet. In den Touri Zentren brummt natürlich der Bär – für das entsprechende Geld. Durch die Größe Salzburgs lassen sich sämtlichen Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß erkunden. Eine Tageskarte o.ä. für den ÖPNV ist hier wirklich nicht notwendig.

Fazit: Salzburg ist durchaus eine Reise wert. Die Stadt besitzt einen gut erhaltenen Stadtkern und ist auch ansonsten sehr ansehnlich. Schlimm sind nur die Massen an Menschen, die in diese Stadt einfallen. Warum eigentlich? Nur wegen Mozart?

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