Lost Places– Hermes Papierfabrik und Muskator Futterfabrik in Düsseldorf

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muskatorWie lange noch wird sie stehen?

Als Pflichtprogramm eines jeden Urbexer in der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen dürfte das kleine Düsseldorfer Hafengelände sein. Noch 2008 produzierte hier die Hermes Papierfabrik unweit der S-Bahnstation Düsseldorf Hamm. Fast 10 Jahre nach der Insolvenz des Unternehmens ist aus dem fast 100-jährigen alten Gelände nur noch ein abgerocktes Gerippe übrig geblieben. Auch wenn mittlerweile die Fabrik notdürftig gesichert ist, immer wieder finden hier Leute den Weg in das Innere des Gebäudes. Leider nicht um die Geschichte der Papierfabrik zu bewundern, sondern um zu zündeln und zu zerstören. Mittlerweile ist die alte Papierfabrik auch zum Ort des Todes geworden. Erst im März 2017 wurde hier ein 15-jähriges Mädchen gefunden, das offensichtlich von einem fast gleichaltrigen, geistesgestörten Jungen ermordet wurde. Dem Mädchen wurde die Kehle durchgeschnitten. Seit diesem Vorfall ist das Gelände an der Fringsstraße in Düsseldorf noch gruseliger. Ein Abriss ist geplant und wird wohl bald umgesetzt. Unweit des Tatorts Hermes Papierfabrik befindet sich ein weiterer Lost Place: die Muskator Futterfabrik.

Hier wurde wohl noch niemand umgebracht und die Substanz des Geländes ist weitaus besser. 2013 wurde die Produktion der Muskator Fabrik eingestellt. Seitdem verfällt das Gelände so langsam, wird aber noch teilweise genutzt und ist gesichert. Ein Teil der Leuchtreklame auf dem Dach ist mittlerweile umgefallen. Die Tankstelle vor dem Werkstor erinnert noch an bessere Tage. Die Preise dürften noch aus D-Mark Zeiten stammen. Auf dem östlichen Teil des Muskator Geländes ist die größte Zerstörung zu verzeichnen. An dieser Stelle finden wohl auch nachts regelmäßig Partys statt. Anders ist es nicht zu erklären, warum sozial schwache Menschen hier kiloweise Pfandgut aus dem Gebäude räumen.

Fazit: Interessante Orte in Düsseldorf die aber wohl bald den Erdboden gleichgemacht werden. Ein Besuch vor dem Rückbau ist auf jeden Fall zu empfehlen.

 

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Hendrik Lorenz

*1970 in Braunschweig.
Technischer Redakteur, Offsetdrucker und professionelles Arschloch.

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