U5-Verlängerung in Berlin - Vom Geisterbahnhof zur zentralen Verkehrsader

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U5 vom Alexanderplatz zum Hauptbahnhof

Die Verlängerung der U-Bahn-Linie U5 gehörte zu den wichtigsten Verkehrsprojekten der Hauptstadt seit der Wiedervereinigung. Im Mittelpunkt stand stets der Bahnhof Bundestag. Er war lange ein Symbol für Verzögerungen. Gleichzeitig zeigt er, wie weit vorausschauend geplant wurde. Bereits Mitte der 1990er-Jahre entstand der Bahnhof unter den Bundestag im Rohbau. Damals wurde das Regierungsviertel neu gestaltet. Die U-Bahn sollte später folgen. So wollten die Planer aufwendige Eingriffe unter dem sensiblen Gelände vermeiden. Was als kluge Planung begann, entwickelte sich zu einem der langwierigsten Bauprojekte der Stadt.

Auf den ersten Blick wirkt die Strecke vom Alexanderplatz zum Hauptbahnhof kurz. Nur etwas mehr als zwei Kilometer. Trotzdem dauerte der Bau Jahrzehnte. Dafür gab es mehrere Gründe. Ein Problem war die Lage. Die Strecke verläuft mitten durch die historische Innenstadt. Direkt unter wichtigen Bauwerken und unter Straßen. Auch unter bestehenden U-Bahn-Linien. Fehler waren hier keine Option. Ein weiterer Faktor war das Wasser. Die Tunnel führen unter der Spree hindurch. Der Boden in Berlin ist sandig und wasserreich. Das macht Bauarbeiten deutlich schwieriger. Tunnel mussten aufwendig gesichert werden. Auch archäologische Funde spielten eine Rolle. Immer wieder wurde gebaut und dann gestoppt. Alte Strukturen mussten dokumentiert und teilweise gesichert werden. Das kostete Zeit. Hinzu kamen politische Entscheidungen. In den 2000er-Jahren fehlte Berlin das Geld. Der Bau wurde gestoppt oder verzögert. Prioritäten verschoben sich. Projekte wurden neu bewertet. Auch die Logistik war kompliziert. Baustellen mitten in der Innenstadt sind immer ein großes Problem. Wenig Platz und viel Verkehr. Jeder Bauabschnitt musste genau geplant werden. All das führte dazu, dass eine kurze Strecke zu einem Projekt wurde, das sich über Jahrzehnte zog. Nach einem Baustopp blieb die Strecke lange unvollendet. Der Bahnhof Bundestag wurde nicht genutzt. Die große Halle stand leer. Kein Betrieb. Keine Fahrgäste. Zwischenzeitlich wurde der Ort anders genutzt. Unter anderem als Filmkulisse. Ein Bahnhof ohne Funktion.

2009 ging der Abschnitt schließlich in Betrieb. Als eigene Linie. Die U55. Nur eine Station. Daher der Name „Kanzler-U-Bahn“. Politisch bedeutend aber praktisch eingeschränkt. Die Verbindung fehlte weiterhin. Ab 2010 wurde der fehlende Abschnitt gebaut. Die Arbeiten dauerten rund zehn Jahre. Die neuen Stationen liegen deutlich tiefer als viele ältere Bahnhöfe. Das war notwendig da die Strecke Flüsse und bestehende Infrastruktur unterquert. Für Fahrgäste bedeutet das längere Wege. Viele Rolltreppen und tiefe Zugänge. Am 4. Dezember 2020 wurde die Strecke eröffnet. Die U5 war damit vollständig vom Alexander mit dem Hauptbahnhof verbunden.

Die neuen Stationen wirken auf den ersten Blick nüchtern. Viel Beton. Klare Formen und große Räume. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch der Aufwand. Die Planung war durchdacht und Details sind bewusst gesetzt worden. Licht wird gezielt verwendet. Vor allem die Station Museumsinsel ist außergewöhnlich. Trotzdem bleibt ein gemischter Eindruck. Die neuen Bahnhöfe sind funktional und modern. Sie wirken aber auch sehr zurückhaltend. Teilweise sogar kühl. Manche Bereiche erscheinen fast steril. Persönlich überwiegt dennoch ein positives Fazit. Die Stationen sind gelungen. Sie wirken hochwertig aber es fehlt stellenweise etwas Wärme und Leben.

Fünf Jahre nach der Eröffnung der Srecke vom Alexanderplatz zum Hauptbahnhof ergab sich endlich einmal die Gelegenheit, die neuen Stationen selbst zu besuchen. Der Eindruck war ruhig. Viele Bahnhöfe sind abends leer. Besonders im Bereich Museumsinsel, Unter den Linden und Bundestag. Der Grund liegt in der Lage. Es sind touristische Orte. Tagsüber belebt. Nachts ruhig. Es fehlen Wohnviertel und Nachtleben. So entstehen große, stille Räume. Modern gebaut. Aber oft ohne Menschen.

Fazit:
Die Verbindung vom Hauptbahnhof zum Alexanderplatz als U-Bahn ist eine echte verkehrstechnische Bereicherung für die Stadt. Über die Gestaltung der U-Bahnhöfe lässt sich sicherlich streiten. Mein Geschmack ist es nicht unbedingt und da alle Bahnhöfe die gesamte Touristengegend abdecken sind sie derzeit noch besonders gepflegt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Stadt das Geld ausgeht und auch in den neuen Bahnhöfen Drogendealer, Vergewaltiger und sonstige Kriminelle das Kommando übernehmen. 

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