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- Hendrik Lorenz
- Kategorie: Blog
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Der letzte Ausritt lag inzwischen fast genau fünfzehn Jahre zurück. Damals führte der Weg auf der Halbinsel Samana zum Wasserfall El Limón. Die Landschaft war traumhaft, der Ritt selbst dagegen eher eine nervenaufreibende Angelegenheit. Ständig führte der Weg durch felsige Flussbetten und über steile Hänge. Die Sorge, entweder selbst aus dem Sattel zu fliegen oder dass sich das Pferd auf dem schwierigen Untergrund verletzt, ritt praktisch die gesamte Strecke mit.
Trotzdem stand in Caberete noch einmal ein Reitausflug auf dem Programm. Diesmal allerdings deutlich entspannter. Die Wahl fiel auf die Rancho El Contento von Ute Mann. Angeboten wurde ein Halbtagesritt durch kleine Dörfer und entlang des Strandes. Ein weiterer Pluspunkt: Auf der Ranch werden verletzte und herrenlose Tiere aufgenommen und versorgt. Mit der Buchung lässt sich also ein schöner Ausflug mit einer sinnvollen Unterstützung für den Tierschutz verbinden.
Gemeinsam mit zwei weiteren Teilnehmerinnen aus Deutschland startete der Ausflug nach einer kurzen Einweisung. Zunächst führte die Strecke durch kleine Dörfer, die einen angenehm ursprünglichen Eindruck hinterließen. Auffällig war der Kontrast zwischen modernen Steinhäusern und den vielerorts noch vorhandenen einfachen Holzhütten. Die Bewohner kannten die regelmäßig vorbeiziehenden Reiter offenbar längst. Freundliche Grüße wechselten sich mit völliger Gelassenheit ab. Selbst die ständig vorbeiknatternden Motorräder brachten keines der Pferde aus der Ruhe.
Das mir zugeteilte Pferd mit dem Namen „Puerto Plata“ erwies sich als ausgesprochen ruhig, ausgeglichen und zuverlässig. Weniger angenehm war allerdings der Sattel. Nach etwa einer Stunde machte sich das Gestühl deutlich bemerkbar und sorgte für zunehmende Beschwerden.
Am Strand angekommen bot sich die Gelegenheit für eine kleine Pause. Während die übrigen Teilnehmer im Sattel blieben, ging ich zu Fuß rund zwanzig Minuten neben „Puerto Plata“ her. Das tat nicht nur dem Arsch gut, sondern sorgte auch für eine angenehme Abwechslung.
Anschließend führte der Ritt weiter bis zur Mündung des Río Yásica. Nach einer kurzen Rast in einem kleinen Dorf mit kühlen Getränken startete der Rückweg zur Ranch. Rund eine halbe Stunde vor dem Ziel war dann endgültig Schluss. Die inzwischen arg strapazierte Kackplatte machte jede weitere Minute im Sattel zur Qual. Also hatte „Puerto Plata“ vorzeitig Feierabend und die letzten Kilometer wurden erneut gemeinsam zu Fuß zurückgelegt. Rückblickend vermutlich die angenehmste Lösung für Reiter und Pferd gleichermaßen.
Der Ausflug hat insgesamt viel Spaß gemacht. Die Strecke war abwechslungsreich, die Pferde wirkten hervorragend gepflegt und menschenfreundlich. Lediglich die Dauer des Ausflugs hätte aus heutiger Sicht gut eine halbe Stunde kürzer sein dürfen. Wer einen entspannten Ausritt abseits des Massentourismus sucht, ist auf der Rancho El Contento gut aufgehoben.
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