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- Hendrik Lorenz
- Kategorie: Blog
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Wer gerne reist, dürfte es längst bemerkt haben: Die Preise steigen. Das betrifft nicht nur klassische Pauschalreisen, sondern ebenso einzelne Flugbuchungen. Besonders bei Komplettangeboten besteht jedoch deutlich mehr Spielraum, Preise auf den ersten Blick attraktiv erscheinen zu lassen. Um die bisherigen Preisniveaus möglichst stabil wirken zu lassen, entfernten viele Veranstalter nach und nach Leistungen, die früher selbstverständlich enthalten waren. Das beliebte „Zug zum Flug“-Ticket gehört inzwischen deutlich seltener zum Standardangebot. Auch Hoteltransfers werden zunehmend separat angeboten oder entfallen komplett. Dadurch bleibt der ausgeschriebene Reisepreis zunächst vergleichbar mit früheren Jahren, während der tatsächliche Endpreis deutlich höher ausfallen kann. Ein weiterer Sparansatz zeigt sich bei der Auswahl der Fluggesellschaften. Einige Reiseveranstalter setzen bei beliebten Urlaubszielen wie Ägypten verstärkt auf günstige Fluggesellschaften. Diese bieten häufig nur ein begrenztes Freigepäckvolumen von beispielsweise 15 Kilogramm an. Zusätzliches Gepäck muss anschließend teuer hinzugebucht werden. Einschränkungen beim Komfort und Service sind dabei nicht selten.
Ebenfalls beliebt ist die Umstellung früherer Direktverbindungen auf Flüge mit Zwischenstopps. Der Reisepreis bleibt für die Kunden unverändert, während die Veranstalter durch günstigere Flugoptionen Kosten reduzieren können. Der Nachteil liegt jedoch bei den Reisenden, die wertvolle Urlaubszeit durch längere Reisezeiten verlieren. Noch weiter geht das Konzept sogenannter Sammelflüge. Bei einer Reise in die Dominikanische Republik kann beispielsweise ein zusätzlicher Zwischenstopp in Jamaika eingeplant werden, um weitere Passagiere aufzunehmen. Für den Veranstalter ist dies wirtschaftlich sinnvoll, für die Reisenden bedeutet es jedoch häufig zusätzliche Stunden unterwegs. Gespart wird inzwischen an vielen Stellen. Wer von großen deutschen Flughäfen wie Frankfurt oder München startet, hat häufig die besseren Möglichkeiten. Reisende aus kleineren Regionen müssen dagegen nicht selten höhere Preise oder längere Anfahrtswege in Kauf nehmen. Trotzdem lassen sich viele Urlauber von vermeintlich günstigen Angeboten überzeugen, ohne die Flugzeiten, Beförderungsbedingungen oder enthaltenen Leistungen genauer zu prüfen. Gerade hier entstehen später häufig Überraschungen.
Ein konkretes Beispiel zeigt, wie wichtig ein genauer Blick auf die Details einer Reisebuchung ist:

Zwei Wochen Dominikanische Republik ab Berlin, All Inclusive im Hotel Playabachata Lifestyle Collection by Senator für 1.465 Euro – auf den ersten Blick klingt dieses Angebot durchaus attraktiv. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Der Hinflug mit einer Reisezeit von 14 Stunden ist bereits lang, aber noch akzeptabel. Der Rückflug mit fast 20 Stunden Reisezeit ist dagegen kaum nachvollziehbar. Selbst eine Fahrt mit dem Fernbus von Barcelona nach Berlin wäre schneller beendet. Zusätzlich fehlten sowohl das „Zug zum Flug“-Ticket als auch der Hoteltransfer. Die größte Überraschung verbarg sich jedoch beim Zielflughafen. Das Hotel lag an der Nordküste der Insel, während die Anreise über einen Flughafen an der Südküste erfolgte. Dadurch entstand ein zusätzlicher Transferaufwand von rund sechs Stunden pro Strecke. Insgesamt bedeutete dies etwa zwölf Stunden zusätzliche Reisezeit – also einen halben Urlaubstag, der ausschließlich im Transport verbracht wurde.
Der Transfer ließ sich der Veranstalter zusätzlich mit 218 Euro bezahlen. Aus einem vermeintlichen Angebot für 1.465 Euro wurden damit bereits 1.683 Euro – zuzüglich des erheblichen Zeitverlustes. Das Beispiel zeigt, wie stark sich Reiseangebote verändern können. Veranstalter reduzieren zunehmend enthaltene Leistungen oder wählen günstigere Varianten, damit der ausgeschriebene Preis attraktiv bleibt. Wer Angebote nicht genau überprüft, erlebt später schnell unangenehme Überraschungen. Im genannten Fall ergibt die Reise wenig Sinn, da sich das Hotel in direkter Nähe eines anderen internationalen Flughafens befindet und der Transfer von dort lediglich etwa 30 Minuten gedauert hätte. Besonders fragwürdig bleibt der Rückflug mit einem zehnstündigen Aufenthalt. Ein solches Angebot mag auf dem Papier günstig erscheinen, steht aber in keinem vernünftigen Verhältnis zu Preis, Aufwand und verlorener Urlaubszeit.